Fußballschuhe, Fahrräder und Elektrogeräte werden aktuell noch benötigt

Großer Andrang im Sozialkaufhaus

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Kleider, Spielzeug, Haushaltswaren: Flüchtlinge haben nichts, sie können alles brauchen.

Groß-Zimmern - Nach und nach ziehen immer mehr Bewohner ins ehemalige Restaurant „Georgi“ in der Bahnofstraße ein. Seit zwei Wochen leben die ersten 18 Flüchtlinge im Erdgeschoss der neuen Unterkunft, vor wenigen Tagen kamen weitere zehn Personen hinzu. Von Gudrun Fritsch 

Fünf der 18 Bewohner aus Afghanistan, dem Irak, Iran, Albanien, Serbien und Somalia sind Kinder. Da man auf der Flucht kaum etwas mitnehmen kann, benötigen diese Menschen alles. Die Versorgung durch Land und Bund kann nicht alle Nöte lindern. Auch deshalb ist die Arbeit des Helferkreises sehr wichtig. Jeder allein ankommende Flüchtling und jede Familie hat hier einen Paten. Das System hat sich bewährt, denn so werden Probleme schnell bekannt, und es gibt ein Netzwerk, das Hilfe leistet. Jugendpfleger Tom Hicking will ein regelmäßiges Flüchtlingscafé einrichten, zu Beginn könnten die Treffen im Familienzentrum stattfinden, langfristig wünscht er sich einen eigenen Ort für diese Treffen. In der Garage des Jugendzentrums betreibt Hicking ein Spendenlager, das allerdings aus allen Nähten platzt. Auch für dieses „Sozialkaufhaus“ wird noch ein geeigneter Raum gesucht.

Das kostenfreie Angebot für Flüchtlinge und andere Bedürftige findet schon seit geraumer Zeit montags von 11 bis 13 Uhr im Jugendzentrum statt und die große Nachfrage bestätigt den Bedarf. Auch an diesem Montag kamen wieder sehr viele. Darunter auch zwei Iraker, die seit zwei Monaten in Deutschland sind. Nach dem zentralen Aufnahmelager in Gießen wurden sie zunächst nach Darmstadt und dann nach Groß-Zimmern gebracht. „Das Haus ist sehr schön und wir fühlen uns hier wohl“, sagt Mohamad Omar, der recht gut englisch spricht. Er lobt auch die vielen freundlichen Menschen, die den Flüchtlingen zur Seite stehen. Dringend benötigt werden Fußballschuhe und Fahrräder für alle Größen sowie Fernseher und Receiver. Abgabe ebenfalls montags von 11 bis 13 Uhr im Jugendzentrum. Hicking versucht auch Beschäftigungsmöglichkeiten für Asylbewerber zu schaffen. „Für die ersten 100 Stunden zahlt der Kreis einen Stundenlohn von 1,05 Euro, dann ist die Gemeinde an der Reihe. Inzwischen können Flüchtlinge gleich bei Ankunft eine Beschäftigung aufnehmen.

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