Dankeschönabend für die Helfer

Groß-Zimmern: Mit Haut und Haar der Kerb verschrieben

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Groß-Zimmern - „Ein Jahr geschafft und dann war alles ganz plötzlich vorbei“, Wehmut lag in der Stimme von Mundschenk Fabian Kapp. Wie im Flug, so scheint es dem Jahrgang 1995/96, verstrichen Ende August die Feiertage ihrer Kerb. Von Ursula Friedrich 

Am Samstag Abend lebten die Erinnerungen noch einmal auf. 77 Helfer nahmen auf Einladung des Kerbvereins und Kerbborschte im Glöckelchen Platz. Gastwirt Luigi, stolzer Vater von Kerbmädchen Chiara Del Gesso, spendierte ein volkstümliches Festmahl: Räuberbrot mit Gratin und Salaten. Derart gestärkt wurde miteinander gefeiert. Geschenke wurden ausgeteilt, und pfiffige Andenken an die Träger des Heimatfests vergeben. So kamen auch noch einmal Stücke des Kerbbaums, handsigniert vom kompletten Jahrgang zu Ehren, individuell bedruckte T-Shirts wurden anprobiert und eine Sonderkollektion Kerbschnapsgläschen verteilt.

„Ihr seid eine tolle Truppe, richtig auf Zack“, lobte Kerburgestein Thomas Beutel die 20 blau-weißen Kerbborschte um Kerbvadder Matthias Hix für ihren Spitzeneinsatz rund ums Heimatfest. Dass mit der Ausrichtung eine Hundertschaft Helfer zur Zimmerner Kerb mühelos beschäftigt ist, blitzte an diesem Abend noch einmal durch.

Im engeren Zirkel, von Kerborganisationsausschuss (KOA) und Jahrgang reicht der Arbeitseinsatz viele Monate zurück. „Dann kommt die Kerb, und danach fällt man in ein Loch!“, philosphierte Beutel. Was ihm als Kerbvadder 1982 widerfuhr, hat er zu einer Tugend ausgebaut: „Ich habe mich der Kerb mit Haut und Haar verschrieben.“ Um diese Tradition fortzuführen hatte KOA-Mitstreiter Sven Heil bereits zahlreiche Mitgliedsanträge im Gepäck.

Mit Kunst-Herzen rückte Bürgermeister Achim Grimm an. Zwei filigran gestaltete Herzchen für Kerbmädchen Chiara verknüpften die Grimm´schen Töchter mit der Hoffnung, selbst einmal als Kerbmädchen ganz vorne mitzufeiern. „Sie wären grün-weiß“, hatte Grimm schmunzelnd berechnet, schlug jedoch auch kritische Töne an. „Aktionen wie der Diebstahl des Kerbbaums haben ihre Grenzen!“, so der Rathauschef (der LA berichtete über den Einbruch und Diebstahl des Baumes), „Es ist bedauerlich, dass diesen Leuten das Unrechtsbewusstsein fehlt. Da feiern Tausende Kerb und ein paar Unverbesserliche richten Schaden an.“

Bilder: Kerb in Groß-Zimmern

Grimm, 1978 ebenfalls Kerbvadder, beschwor das Kerbborschtetum als „Bündnis fürs Leben“. Von dieser Kameradschaft haben die Borschte 1995/96 hinreichend gekostet. Weil es arg so schön, die Freundschaften so intensiv, der Geist der Kerb noch allgegenwärtig ist, sind sie noch immer unzertrennlich. Mundschenk Fabian: Wir sind eine Wahnsinnstruppe und noch immer jedes Wochenende zusammen.“

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