Keine Neuanmeldungen

Frei(t)räume vor dem Aus?

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Während die Kinder bei den Kinderfrei(t)räumen noch unbeschwert spielen können, plagen den Freien Trägerverein Existenzsorgen.  Derzeit besuchen zwölf Knirpse die Kita – zu wenige, um sie rentabel zu betreiben.

Groß-Zimmern - Aus der Traum? Der Integrative Kinderladen Kinderfrei(t)räume ist existenziell bedroht. „Geschieht nicht ein Wunder, müssen wir zum neuen Kindergartenjahr schließen“, sagte Nicole Razen-Henry vom Vorstand des Trägervereins. Von Ursula Friedrich 

Hauptsorge: Es liegen keine Neuanmeldungen für das neue Kindergartenjahr vor. Derzeit besuchen zwölf Kinder den Integrativen Kinderladen, der 1992 auf Initiative Groß-Zimmerner Eltern eröffnet wurde. Bliebe es bei nur einem Dutzend Kindern, wäre der Betrieb der Kindertagesstätte unrentabel. Wie ein Damoklesschwert schwebt nun die Auflösung des Freien Trägervereins über der Betreuungseinrichtung.

Dabei punktete der Kinderladen über viele Jahre mit seinen Alleinstellungsmerkmalen. Bei einer maximalen Gruppengröße von 20 Kindern war die eingruppige, altersübergreifende Kita stets sehr familiär. Auch Eltern mit behinderten Kindern wurde eine professionelle und behütete Betreuung für ihren Nachwuchs angeboten. Kinder ab zwei Jahren besuchen die Freiträume, die erst 2014 ihre Betreuungszeiten bis 15 Uhr erweiterte.

Landesförderung für zwölf Kinder zu gering

Ein Handicap für den Betrieb der Kinderfrei(t)räume sei das Hessische Kinderförderungsgesetz (Kifög). Stichtag für die Berechnung des Fördergelds vom Land Hessen ist bereits der 1. März. Bei einer Belegung mit zwölf Knirpsen fiele die Landesförderung zu gering aus, um die Einrichtung weiter zu betreiben. Die Kinderfrei(t)räume finanzieren sich über Elternbeiträge, Zuschüsse von Gemeinde, Landkreis und dem Land Hessen. Die Gebühren entsprechen in etwa ortsüblichen Beitragssätzen.

„Es ist traurig, es gibt uns schon so lange und es steckt unendlich viel ehrenamtliche Arbeit und Herzblut in dem Betrieb unseres Kinderladens“, sagte Razen-Henry. „Unterm Strich müssten wir aber eine langfristige Lösung finden, um Eltern eine Perspektive zu bieten.“ „Vielleicht sind wir zu weit ab vom Schuss“, ist die geografische Lage des Kinderladens im Gewerbegebiet eine mögliche Erklärung für das mangelnde Elterninteresse. Mit 16 Kindern würde sich der Betrieb rechnen.

Stadt könne Zuschuss nicht leisten

Um die Schließung abzuwenden, wurde das Gespräch mit Bürgermeister Achim Grimm gesucht. Die klaffende Finanzierungslücke aus kommunalen Mitteln zu schließen, lehnte der Gemeindevorstand jedoch ab. „Diesen erhöhten Zuschussbedarf können wir einfach nicht leisten“, erklärte Grimm. Gut 30 000 bis 35 000 Euro fließen aus der Gemeindekasse jährlich an Zuschüssen in den integrativen Kinderladen - je nach Gruppenstärke.

Auch eine Übernahme des Kinderladens durch die Gemeinde ist nicht von Interesse. Die wird im Mai hingegen ihre vierte Gruppe für unter Dreijährige (U3) in der neuen Kita am Festplatz eröffnen. Hier wurde erstmals mit der AWO ein externer Betreiber für einen Gemeindekindergarten gewonnen. Mit der Eröffnung der neuen Kita ist die Kommune dem Bedarf an Kinderbetreuung für Bürger ab zwei Jahren nachgekommen. 2015 bekommen alle Kinder einen Platz, so Grimm, der auch ein paar Plätze für neu eintreffende Flüchtlingskinder einkalkuliert hat. Auf Grundlage der derzeitigen Geburtenzahlen besteht auch 2016 kein Mangel an Betreuungsplätzen. Sollten die Kinderfrei(t)räume schließen, wird auch für die betroffenen Kinder Platz sein, kündigte Grimm an.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

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Für schnell entschlossene Eltern liefert die Website des Integrativen Kinderladens Kinderfrei(t)räume die wichtigsten Informationen. Kontakt: www.kinderfreitraeume.deoder 06071/42708.

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