Hunderte Christen feiern in den Kirchen

Kerzenlicht erhellt die Osternacht

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Auch in der katholischen Kirche wurde das Licht am Ostersamstag von Kerze zu Kerze weitergereicht.

Groß-Zimmern - Licht spielt eine wichtige Rolle in der Liturgie der Osternacht, die eigentlich zunächst noch eine Karnacht ist, da das Osterfest genau genommen erst um Mitternacht beginnt. Von Klaus Holdefehr 

Im engeren Sinne symbolisiert dieses Licht die Überwindung des Todes durch den auferstandenen Jesus. Im weiteren Sinne ist es ein Hinweis auf die vorchristlichen Ursprünge dieses (Frühlings-) Festes, bei dem es um die Überwindung der winterlichen Finsternis geht. Frühlings- und Lichtgöttinnen treten da auf den Plan, Ishtar beispielsweise, vermutlich die sprachliche Wurzel des Begriffs Ostern.

Das frühe Christentum als monotheistische Religion war zwar ein radikaler Bruch mit der Vielgötterei von Griechen und Römern, der Erfolg dieser neuen Religion beruht aber auch auf ihrer Kraft zur Integration vorgefundener volkstümlicher Rituale. Die Kerzenweihe knüpft daran an, die Versammlung ums Osterfeuer auch. Wie stark die christliche Umprägung allerdings ist, wird vor allem im griechisch-orthodoxen Ritus deutlich, wo kurz vor Mitternacht alle Lichter verlöschen, und der Papas dann Punkt Mitternacht mit einer Kerze vor die Kirche tritt und verkündet: Christus ist auferstanden. Die Gemeinde bestätigt im chor: Er ist wahrhaftig auferstanden. Das Licht wird von Kerze zu Kerze weitergereicht, das Lichterfest mündet zuletzt in ein Feuerwerk.

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