60 Kleine werden im Ortsteil betreut

Kita Blumenstraße erhält Anbau

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Der Container-Anbau (links) der Kita Blumenstraße soll durch einen festen Bau ersetzt werden.

Klein-Zimmern - „Die Kinder haben sich verändert“, sagt Kindertagesstätten Leiterin Ute Zimmer. „Sie sind nicht mehr so wie vor zehn oder 20 Jahren. “ Zimmer empfindet sie als wissendurstiger und offener für die Arbeit in der Kindertagesstätte (Kita). Von Ulrike Bernauer 

Das vorhandene Spielzeug sei schneller „ausgespielt“ und die Kinder seien im Schnitt ein Jahr weiter. Drei Gruppen mit jeweils 20 Kindern hat die Klein-Zimmerner Einrichtung zurzeit und ist damit voll belegt. Weil insgesamt fünf Integrationskinder auf die drei Gruppen verteilt sind, ist die Stärke pro Einheit auf 20 Kinder begrenzt. In Klein-Zimmern besucht auch ein Flüchtlingskind die Kita, das wurde allerdings schon vor anderthalb Jahren aufgenommen. Das Raumangebot ist in Klein-Zimmern ebenfalls begrenzt. Nur durch den Container, der vor einigen Jahren aufgestellt wurde, lässt es sich mit den drei Gruppen gut in der Einrichtung leben. Wie Bürgermeister Achim Grimm mitteilte, soll der Container in naher Zukunft einem festen Anbau weichen.

Die Grobplanung für den Anbau steht, jetzt muss noch ein Architekt beauftragt werden für die Entwurfsplanung eines eingruppigen Anbaus. Grimm kann sich durchaus vorstellen, dass in Klein-Zimmern zukünftig auch eine Gruppe für Kinder unter drei Jahren (U3) etabliert wird. Die Nachfrage sei da und die AWO-Kita in der Angelgartenstraße voll belegt. Noch hat die Kita Blumenstraße im Vergleich zu den anderen Einrichtungen relativ kurze Öffnungszeiten.

Los geht es um 7.15 Uhr, um 15 Uhr schließt die Kita. Die Tageskinder bleiben durchgehend, alle anderen gehen zum Mittagessen nach Hause, haben aber die Möglichkeit, danach bis 15 Uhr wieder zu kommen. Laut Kita-Leiterin Zimmer sind längere Öffnungszeiten in Klein-Zimmern bisher kaum Thema. Das Familiengefüge und die Nachbarschaft im Ortsteil seien noch enger als in größeren Gemeinden.

13 Erzieherinnen gibt es im Team, wobei die meisten keine Vollzeitkräfte sind. Zimmer selbst leitet seit zwei Jahren die Einrichtung, insgesamt hat es in dieser Zeit einen großen Wechsel beim Personal gegeben. Man habe sich schnell kennengelernt und trage als Team gerne die Verantwortung für die Kinder. Die Elternarbeit in der Einrichtung laufe gut.

Auch den veränderten Interessen der Kinder wird Rechnung getragen. Die Eigenständigkeit wird gefördert, auch wenn es nicht darum gehe, dass die jungen Besucher schon vor dem Eintritt in die Schule lesen und schreiben lernen. Die Kooperation mit der Geißbergschule ist recht eng. Die kleine Grundschule wird mit den Kindern, die demnächst in die Schule kommen, häufiger besucht, so dass die Sechsjährigen bei Schuleintritt bekannten Raum betreten.

Es gehört auch zum Konzept, die Kita immer mal wieder zu verlassen und die unmittelbare Umgebung zu erkunden. Bei der Feuerwehr, beim Metzger oder bei Obstbau Geibel wird vorbeigeschaut. Aber auch Feld, Wald und Wiesen werden häufiger inspiziert. Zweimal im Jahr bietet der Kindergarten eine Waldwoche an. Bei den Ausflügen können sich die Kinder einwählen. So gehen nur die, die auch wirklich mit wollen.

Klagen auf den Kita-Platz - aber wie?

Die Pädagogik sei heute wesentlich kindorientierter, meint Zimmer. Still auf dem Platz sitzen, solange die Erzieherin das will, sei absolut nicht mehr angesagt. Heute werde individuell auf Bedürfnisse der Kleinen eingegangen. Ein Dreijähriger, der neu in der Kita ist, brauche viel mehr Sicherheit und Nähe, als eine Sechsjährige, die bald in die Schule kommt. Zudem habe auch die Kita bereits einen Bildungsauftrag. Einen Wunsch hat Zimmer, der dem ihrer Kolleginnen anderer Einrichtungen gleicht. Sie hätte gerne einen männlichen Erzieher im Team, noch besser wären sogar zwei.

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