Tausende Besucher lassen sich vom bunten Marktprogramm unterhalten

Kürbisse sind die Stars

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Bei schönstem Herbstwetter strömten die Besucher gestern zum Kürbismarkt.  

Groß-Zimmern - Die Kürbisernte in unserer Region ist in diesem Jahr bescheiden. Dennoch war das Herbstgemüse am Wochenende der Star. Von Ursula Friedrich 

Anlässlich des 16. Kürbismarktes in Groß-Zimmern schmückte der Kürbis Straßen und Plätze, inspirierte Hobbyköche und Kunsthandwerker, fand sich in Risotto, Suppen, Nudelgerichten und sogar im Kürbissekt. Wer glaubte, das Wahrzeichen der Gemeinde sei die Gans, sah sich getäuscht, Groß-Zimmern war vom Kürbis geprägt, ja förmlich berauscht. Die zweitägige kürbislastige Veranstaltung schwappte vom bäuerlichen Markt auf dem Rathausplatz über ins Glöckelchen, wo Kultur und Informationen auf dem Programm standen. 52 Hobbykünstler aus der Region wurden in der Mehrzweckhalle insbesondere von der Damenwelt heiß umlagert.

Am Sonntag war bei perfektem Herbstwetter kaum ein Durchkommen zwischen all den Ständen. „Petrus war Zimm’ner“, die Laudatio an den Heiligen blieb nicht unerhört. Tatsächlich wurden die Bitten von Bürgermeister Achim Grimm ernst genommen und auf den trüben Samstag folgte ein perfekter Sonntag. Der Kürbismarktsamstag startete verhalten, dies ist jedoch keine neue Erfahrung für den Verein beli(e)bt Groß-Zimmern, der im Schulterschluss mit der Gemeinde zur 16. Auflage der Veranstaltung einlud. „Unsere Brillenaktion ist super angenommen worden“, war das Team des Lions Clubs Dieburger Land zufrieden, sie sammelten schon am Samstag kartonweise Altbrillen für Menschen in der Dritten Welt. Am Sonntag, als mehrere Tausend Besucher zu Gast waren, kamen die Lions fast in die Bredouille. Der Run auf die Suppentöpfe war so groß, dass für die Jury des Kürbissuppenwettbewerbs kaum etwas übrig blieb.

Kürbismarkt 2015 in Groß-Zimmern: Bilder

Bilder: Kürbismarkt in Groß-Zimmern

Auch die Latwerje des Orgelfördervereins St. Bartholomäus fand reißenden Absatz. Hier setzte man auf die Verarbeitung regionaler, saisonaler Früchte. Frischer Most, Kürbissuppe und Marmeladen wurden zu Gunsten der neuen Zimmerner Orgel verkauft. Mit Wildschwein- und Lammbratwurst, Gänseschmalzbrot, Kürbissecco, Orgelwein und Zimm‘ner Blechkuchen ging es kulinarisch durch den Nachmittag. Dichtes Gedränge herrschte auch vor den Geschäften, die am verkaufsoffenen Sonntag teilnahmen. Die Hauptstraße wurde zum Autosalon, zur Ausstellungs- und Aktionsfläche zahlreicher Gewerbetreibender. Einen attraktiver Shuttleservice wie zu Omas Zeiten bot die zwei-PS-starke Pferdekutsche zu den entfernteren Läden in der Waldstraße. Der Kürbismarkt lebte auch diesmal vom Engagement vieler Vereine, die mit anpackten, aufbauten, eigene Stände betrieben und Aktionen boten. Nicht alles war von Erfolg gekrönt. Das zweitägige Kunstprojekt im Jugendzentrum retteten die italienischen Gäste, die mit Feuereifer kreativ wurden - hiesige Teilnehmer suchte man vergeblich.

Eingebettet in das bunte Treiben war eine Agraroffensive der Vertreter aus vier Nationen, die am Sonntag ihren feierlichen Höhepunkt fand. Offizielle Vertreter der Kommunen Groß-Zimmern, Kriva Palanka, Rignano sull‘ Arno und Vurpa/Burgberg unterzeichneten ein Manifest, um neue Wege in der Agrarwirtschaft zu beschreiten.

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