Die Erde ist staubtrocken

Landwirtschaft leidet unter der Dürre

Noch sprießt der Spargel, aber auch er benötigt dringend Regen.

Groß-Zimmern - Hitze und sommerliches Wetter – was so manchen freut, wächst sich für die Landwirtschaft mittlerweile zu einem echten Problem aus. Wer wachen Auges durch die Landschaft geht, sieht mitunter schon Äcker, die lange vor der üblichen Zeit gelb werden. Von Ulrike Bernauer 

Im Groß-Zimmerner Flachland mit seinen relativ fetten Böden ist die Lage noch nicht so kritisch. Beim eher sandigem Grund in Dieburg sieht es schon anders aus. Der Klein-Zimmerner Landwirt Thomas Schaffer wird seinen Spargel nun beregnen. Das kommt in Jahren mit durchschnittlicher Niederschlagsmenge nicht vor, ist in diesem Jahr aber dringend nötig. Vieles ist im Wachstum bereits eingeschränkt und auch der Spargel will ohne Wasser nicht mehr so recht wachsen.

Auch die Futterlupine leidet unter der Trockenheit. Landwirt Thomas Schaffer pflanzt die blaue Blüte für Biohühner an.

Leider will auch der Gießwagen nicht so wie Schaffer will. Die Reparatur kostet Zeit, die an anderen Stellen fehlt.Nicht nur der Spargel ist durstig, auch die Erdbeeren brauchen Wasser. Kann sich Schaffer beim Spargel noch mit helfen, weil der Landwirt einen nahegelegenen Brunnen hat, so ist das bei den Erdbeeren nicht möglich. „Dort wollen wir auch noch einen Brunnen bohren“, sagt Senior Robert Schaffer, aber glücklicherweise ist dort auch der Boden recht gut.“

Von Klein-Zimmern nach Dieburg herrscht ein leichtes Gefälle. Davon profitiert der Acker, der zwischen den Gemeinden liegt, denn dorthin fließt Wasser das Wasser ab. Laut deutschem Wetterdienst in Offenbach ist die Trockenheit in Deutschland unterschiedlich ausgeprägt. Während es im Süden von Bayern sehr nass ist, hat Hessen – und hier besonders der Süden – in diesem Frühjahr kaum Regen abbekommen. Im Zeitraum März, April, Mai gab es nur 45 Prozent an Niederschlägen bezogen auf das langjährige Mittel. Besonders dramatisch war die Lage im Mai mit nur 18,4 Litern im gesamten Monat. Das entspricht 27,1 Prozent des langjährigen Mittels. Auch den Kürbissen fehlt es dringend an Wasser. „Da haben wir ausgesät, die Samen liegen trocken. Zum Keimen brauchen sie unbedingt Feuchtigkeit“, sagt robert Schaffer.

Nach Regen lechzen auch das Sojafeld oder die Lupinen. Beide Kulturen verwendet der Landwirt als Futtermittel für seine Biohühner. „Es fehlt überall an Wasser, wir haben noch Felder bei Dieburg. Bei dem sandigen Boden dort ist es noch schlimmer.“ Auch der Weizen braucht dringend Wasser, damit er seine Körner ausbilden kann. Jörg Dressel vom Dresselhof ist dankbar für die schweren Böden rund um Zimmern. „Bei Babenhausen auf den sandigeren Böden laufen schon die Beregner und im Ried haben die Landwirte bereits massive Probleme.“ Um seine Kartoffeln ist es Dressel noch nicht bange. Er ergänzt jedoch: „Wenn es in den nächsten 14 Tagen nicht ordentlich regnet, dann gibt es deutlich weniger Knollenansätze“. Aber auch das sieht der Landwirt mit gemischten Gefühlen. „Im vergangenen Jahr gab es sehr viele Kartoffeln, da waren dann aber auch die Preise im Keller. Da habe ich fast lieber weniger Kartoffeln und auch weniger Arbeit.“

Bei seinem Mais und den Zuckerrüben stellt er noch keine Schäden fest. Für das Wachstum beim Mais seien die hohen Temperaturen zudem eher gut. Allerdings müsste es auch für diese Kulturen in den nächsten Tage einmallang anhaltend regnen und nicht nur tröpfeln, damit die Böden richtig durchnässt werden. Die Landwirte hoffen zwar, dass es bald kräftig regnet, aber Gewitter mit Hagel oder Starkregen könnten mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen.

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