Zimmerner Archivalien jetzt in einem Band von Manfred Göbel

Streifzug durch 100 Jahre Ortsgeschichte

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Für 14 Euro gibt es in der Buchhandlung LeseZeichen (Jahnstraße 4) jetzt die „Zimmerner Archivalien in einem Band.

Groß-Zimmern - Für den Glöckelchenverein hat Manfred Göbel schon etliche Bücher veröffentlicht. Den Bahnhof etwa und das Glöckelchen, die Straßennamen sind in einem gesonderten Buch erschienen. „Archivalien“ gab es bisher nur als lose Broschüren. Von Gudrun Fritsch 

Druckfrisch präsentierte der Heimatforscher am Montag in der Buchhandlung LeseZeichen den „Streifzug durch 100 Jahre Ortsgeschichte“ im passend roten Band. Zufrieden ist Manfred Göbel mit seiner Arbeit. Die vom Trägerverein des Kulturzentrums Glöckelchen herausgegebenen „Zimmerner Archivalien“ bieten in 16 Kapiteln einen Streifzug durch über 100 Jahre Ortsgeschichte. „Der Zeitraum ergibt sich aus dem Bestand des Gemeindearchivs, der im Wesentlichen die Zeit des Großherzogtums Hessen-Darmstadt (1806-1918) und des Volksstaats Hessen (1918-1934) umfasst“, beschreibt er das neue Buch. Lediglich das letzte Kapitel falle auf den ersten Blick aus diesem Rahmen. „Die hier dokumentierte Rede wurde 1960 gehalten, das Thema des Kapitels jedoch, der Federvieh-Handel, durchzieht die Ortsgeschichte wie ein roter Faden und kann in einer Veröffentlichung über Groß-Zimmern nicht fehlen.“

Rot wie der Faden ist folglich auch das Buchcover, ähnlich wie zuvor das übers Glöckelchen „Stationen eines Hauses“. Buchhändlerin Rahel Trotta hat direkt am Eingang einen eigenen Büchertisch zur Zimmerner Heimatgeschichte aufgebaut. Neben dem dicken Standardwerk über Groß-Zimmern und den rund acht weiteren Büchern ab drei Euro und Bildbänden finden hier die ersten Exemplare des neuen Werkes Platz.

Glöckelchen auf dem Titel

Auf dem Titel des 160 Seiten umfassenden Geschichtsbuches ist eine Zeichnung des Kulturzentrums Glöckelchen zu sehen, dem Göbel bereits ein eigenes Buch gewidmet hat, weil das ehemalige Schul- und Rathaus inzwischen wie ein historisches Monument im Geschichtsbewusstsein der Zimmerner steht. Und für Göbel selbst, der hauptberuflich Leiter der Edith-Stein-Schule in Darmstadt, bedeutet der Abschnitt über das ehemalige Jugendzentrum „eine Art Autobiographische Schilderung“, erklärt er bei der Präsentation im Gespräch mit Sohn Martin und Buchhändlerin Trotta.

Im neuen Werk wird viel über große Völkerwanderungen berichtet. Das zweite Kapitel „Eine wahre Sucht zur Auswanderung…“ dürfte auch heute von besonderem Interesse sein. Und mit diesem Thema korrespondiert ein weiteres Kapitel über die Maßnahmen gegen eine drohende Hungersnot. Auch Wirtschaftsgeschichte wird thematisiert.

Das Buch beginnt mit einem Kapitel über die Zündholzfabrikanten und am Ende steht - wie könnte es in Zimmern anders sein - das Federvieh. Dieses letzte Kapitel fällt wie erwähnt etwas aus dem (zeitlichen) Rahmen, weil seine Grundlage eine Rede aus dem Jahr 1960 ist. Elektrisches Licht, das ehemalige Freibad, Nachtwächter und die Kehrverordnung - ein unterhaltsames Sammelsurium, das sich zu einem unterhaltsamen, aber auch nachdenklich stimmenden Bild von über 100 Jahren Zimmerner Geschichte fügt.

Göbel versteht sein neues Werk auch als Ergänzung zu den zwei Bildbänden, die ebenfalls auf dem Büchertisch liegen. Ebenfalls zum Angebot zählt ein Buch über den längst abgerissenen Bahnhof und über den widerständigen Pfarrer Heinrich Lebrecht. Außerdem sind noch letzte Exemplare des großen Zimmern-Bandes erhältlich, der 1976 zur 700-Jahr-Feier herausgegeben worden ist. Die Zimmerner Archivalien von Manfred Göbel sind ab sofort in der Groß-Zimmerner Buchhandlung LeseZeichen erhältlich.

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