„31 Sache, die en Zimmerner gemoacht häwwe muss“

Manfred Göbel und sein neuestes Werk

Groß-Zimmern - „31 Sachen, die ein Zimmerner gemacht haben muss“. Das jüngste Werk von Manfred Göbel ist pünktlich zur Fusion der katholischen Pfarrgemeinden erschienen. Von Gudrun Fritsch 

Das Buch von Manfred Göbel enthält einen Katalog wesentlicher Aufgaben für jeden Groß-Zimmerner.

Es führt den Leser an besondere Orte in Zimmern, zu denen viele Fragen aufkommen, aber nicht alle beantwortet werden. Ein originelles Heimatbuch, das neugierig macht. Druckfrisch hält der Vorsitzende des Orgelfördervereins Dr. Manfred Göbel sein neuestes Buch in Händen. Nach dem Zimmerner Sprachführer und der Orgelmaus ist es sein drittes Werk, das über den Verein erschienen ist und zur Finanzierung des Kircheninstruments beitragen soll. Der Druck ist anzeigenfinanziert, so dass ab dem 21. verkauften Exemplar ein Reingewinn erzielt werden kann.

Dass die meisten Texte, die in den „31 Sache“ stehen, eigentlich gar nicht ganz neu sind, liegt unter anderem daran, wie es zur Idee für das neue Buch kam. Bei einem Gesprächen mit den Kerbkollegen Gabi Geier und Thomas Beutel habe man darüber nachgedacht: „Da kommt jemand in den Ort - was will der wissen?“. Zum anderen verfügte Göbel über einen reichhaltigen Schatz an Texten, die einfach mal zusammengestellt, aber nicht in der jetzigen Form präsentiert wurden. Alte, im LA erschienene Texte von Zeitungsgründer Heinrich Nelius, etwa über die jüdischen Familien im Ort, fanden ebenso Verwertung wie Erläuterungen neuerer Kerbtraditionen, beispielsweise die Taufe am Gailsloch. Teilweise gehe es auch um „Heimatgeschichte mit Augenzwinkern“ gesteht Göbel, besonders bei Erläuterungen zur „Zimmerner Mentalität oder Seele“.

„Vum Wasserwerk uff Zimmern geguckt häwwe“ ist der Einstieg, der Überblick verschafft. Das alte Wasserwerk, in dessen Hochbehälter inzwischen das Drainagewasser des Golfplatzes gepumpt wird, um das weite Grün zu beregnen, ist ein versteckter Backsteinbau auf einem Hügel, der oft fälschlicher Weise für den Höhepunkt Zimmerns gehalten wird. Auch die Essenskultur führt wieder zur Heimatgeschichte, denn sie bietet natürlich Anlass übers Federvieh zu schreiben. Dabei kommt der Autor auf den Gänsefuß und die „Thünken-Theorie“ zum Zimmerner Wappen. „Das Alte mit Auerhahnfuß ist in evangelischer Kirche hinter der Kanzel zu sehen“, beschreibt er und weckt sogleich neue Fragen, denn: „Ich habe nie herausbekommen, warum eigentlich ein Neues gemacht wurde.“

„Basics“ ein ganz eigenes Kapitel

Die „basics“ seien dann aber ein ganz eigenes Kapitel“, betont Göbel schelmisch. Und Sport kommt auch vor auf den 126 Seiten, in Form von „Bickelches“. Es geht um ein Murmel-Turnier. Ersatzweise darf auch Golf gespielt werden. Warum es gerade 31 Sachen sind, das sei ihm selber nicht ganz klar. „30 wäre eine blöde Zahl“, findet er. Allein sechs Kapitel sind der Kerb gewidmet, bevor im 31. Kapitel der Dank für die Unterstützung durch die Zimmerner Geschäftswelt bei der Publikation des amüsanten Aufgabenkatalogs folgt.

„Nach der Kerb wäre eigentlich bei 25 Schluss gewesen“, so Göbel. Aber das war wohl etwas wenig und außerdem durfte die Zimmern-Hymne ja nicht fehlen.

Präsentiert wird das Buch natürlich auch beim Fusionsfest am Sonntag. Zu haben ist es ab sofort für 10 Euro (Auflage 500, davon 450 Exemplare im Verkauf) in den Buchläden Lesezeichen, in der Jahnstraße, und in der Bücherinsel in Dieburg. Auch die Nachbarn sollen die Möglichkeit erhalten, alle Punkte abzuhaken. Wer alles absolviert hat kann nämlich den Groß-Zimmerner Kerbverein davon unterrichten und sich in die Ehrenrolle eingetragen lassen. „Die gibt’s zwar noch nicht, aber die wird es spätestens geben müssen, wenn das erste Schreiben eintrudelt“, meint Göbel lächelnd. Einige Exemplare gibt es auch bei Schreibwaren Hesse sowie in der Bäckerei Nennhuber und beim Frisör Schlepper.

Bilder: Kürbismarkt in Groß-Zimmern

„Wir haben vergangene Woche die 240.000-Euro-Marke überschritten. Durch den Losverkauf und das Buch kommt noch einiges hinzu“, berichtet Göbel zufrieden. Am Sonntag wird von 12 bis 14 Uhr im Stundentakt verlost. Die Liste der Gewinner wird im LA veröffentlicht. Der Hauptgewinner sollte sich bald melden, denn es eilt, da die Eintrittskarten für das Fußballspiel für die Woche darauf sind. Alle anderen Preise können bis Weihnachten noch abgeholt werden.

Optimistisch ist Göbel nun , dass bis Weihnachten 250.000 Euro zusammen kommen werden. Vielleicht kann dann doch noch ein Schwellwerk oder mehr Register für Posaune und Trompete für die Orgel hinzukommen. Darüber kann der Förderverein bei der Jahreshauptversammlung Anfang Dezember eine Empfehlung abgeben, die Entscheidung trifft zuletzt jedoch der Verwaltungsrat.

Rubriklistenbild: © Fritsch

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