25 Jahre im Dienst der Kirche

Michael Merbitz-Zahradnik feiert Ordinationsjubiläum

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Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik vor der Kirche.

Groß-Zimmern - 25 Jahre evangelischer Pfarrer: Michael Merbitz-Zahradnik feiert am Montag sein Ordinations- und Dienstjubiläum in der Kirche. Von Gudrun Fritsch 

Für viele in Zimmern ist er „der Große mit dem langen Namen“. Dieser Gedanke entlockt Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik ein verständnisvolles Lächeln. Weil er sehr schlank ist, wirkt er noch größer. „Man haut sich öfter mal den Kopf, kommt dafür aber an fast alles dran, wo andere eine Leiter brauchen“, beschreibt der 1,92-Meter-Mann und ergänzt: „Besonders in alten Häusern führt das immer wieder zu Kollisionen mit Lampen.“ Seit seiner Jugend treibt er Sport. „Phasenweise habe ich intensiv trainiert, bin Marathon gelaufen, habe Handball gespielt und ich fahre viel Rad.“ Bei dem Doppelnamen gehen fast alle davon aus, dass ein Teil angeheiratet ist. Doch dem ist nicht so. „Der Name wurde 1896 so in einer Urkunde meines Großvaters in Prag festgehalten. Er hatte mit dem Zusatz den Namen seines Adoptivvaters angenommen“, erklärt der Pfarrer.

Michael Merbitz-Zahradnik wurde am 16. November 1956 in Karlsruhe geboren und ist in Darmstadt aufgewachsen. „Am Schlachthof, wo jetzt das Hundertwasserhaus steht.“ Natürlich ist er bis heute Darmstadt ‘98-Fan und hat mit der Familie eine Dauerkarte für die Spiele der Lilien. Seit 1987 ist er verheiratet. Ehefrau Monika ist Rechtsanwaltsgehilfin, inzwischen jedoch Hausfrau. „Sie arbeitet mit an den Kirchenbüchern und unterstützt mich“, beschreibt er die „ganz klasssiche“ Pfarrersehe. Zur Familie gehören auch Sohn Matthias Christian David (22) und Tochter Priska Magdalena (17).

Glaube an Gott war und ist für ihn selbstverständlich

Wichtig für seinen Werdegang war die Konfirmation: „Ich gehörte zum letzten Jahrgang, der von Dekan Wilhelm Stühlinger betreut wurde.“ Der Dekan hat ihn sehr beeindruckt. „Ich war eigentlich nie ein Superfrommer“, gesteht er. Aber der Glaube an Gott war und ist für ihn selbstverständlich. „Und es war immer so, als würde jemand die Hand über mich halten und ein Zeichen setzen“, beschreibt der Pfarrer rückblickend. Mit den Eltern und dem Bruder zog er als Jugendlicher nach Roßdorf, wo er sich in der Kirche engagierte. „Ich war nicht gleich nach der Schule entschlossen, Theologie zu studieren. Doch dann ist mir eigentlich immer alles zugeflogen. Auch die späteren Stellen haben sich nahtlos und passend aneinander gereiht.“

Nach dem Studium der evangelischen Theologie in Frankfurt und Heidelberg konnte der Lehrvikar 1987 bei Pfarrer Heinrich Tischner im Reinheimer Ortsteil Georgenhausen-Zeilhard anfangen. Anschließend war er ein halbes Jahr lang im Spezialvikariat in der Klinikseelsorge am Darmstädter Elisabethenstift. Die Ordination, die Bestellung für den Dienst, folgte 1990 in Dalheim.

In der 600-Seelen-Gemeinde im Dekanat Oppenheim/ Rheinhessen hatte er eine Vertretungsstelle angetreten. „Es war eine halbe Stelle und befristet.“ Mitte 1991 kam er danach übergangslos nach Bessungen in die Paulusgemeinde, als Nachfolger für den Kollegen und Kabarettisten Clajo Herrmann. Bis 1998 war er zudem zeitweise im Altenheim in der Rüdesheimer Straße tätig. „Das war für mich eine sehr intensive Zeit. Dort hat man alles unter einem Dach.“ Für Merbitz-Zahradnik ging es immer wieder um die Frage: „Links oder rechts von Roßdorf aus abbiegen?“, denn im Dekanat Groß-Umstadt hatte er dann eine halbe Stelle in Heubach und Wiebelsbach sowie bis 2002 in Klein-Umstadt. „Es war eine schöne Zeit, aber mit sehr viel Fahrerei verbunden“, erinnert er sich.

„Ich wollte immer mal in einem Pfarrhaus wohnen.“

Seit Dezember 2002 ist er mit einer vollen Stelle Pfarrer in Groß-Zimmern. 2003 zog die Familie in den Otzbergring. „Ich wollte immer mal in einem Pfarrhaus wohnen. Für uns war es ein sehr guter Wechsel.“ Die Tochter begann in der Grund- und der Sohn in der Gesamtschule. „Matthias wollte zwar erst nicht umziehen, hat sich aber sehr schnell eingelebt und ist als Kerbborscht inzwischen ein echter Zimmerner“, erzählt der Vater nicht ohne Stolz.

Ob im TV oder bei anderen Vereinen (inzwischen ist er über den Sohn auch bei den Tellschützen aktiv), er fühlte sich in Zimmern von Anfang an wohl und gut aufgenommen.

Pfarrer ist ein „privilegierter Beruf“ findet Merbitz-Zahradnik, denn die Arbeit lässt auch Raum für Flexibilität und Kreativität. „Ich bin nicht perfekt, arbeite gerne und mache alles so gut ich kann“, sagt er.

Zu seinen Lieblingsaufgaben zählen Beerdigungen. „Wenn man Menschen vor dem Sterben zur Seite stehen kann, zählt das zu den Sternstunden.“ Weil er nicht gehetzt arbeiten will, und um Gespräche mit genügend Zeit angehen zu können, achtet er darauf, keinen übervollen Kalender zu haben. „Ich gehe am liebsten zu Fuß zu den Terminen. Meistens führt mein Weg dann über den Friedhof. Ich begegne Menschen, pflege so Kontakte, und das Laufen bietet viel Zeit zum Nachdenken.“ Im Urlaub in die Ferne reisen, daran liegt ihm nicht sehr viel. „Wenn ich mit dem Rad auf den Otzberg fahre und die Sonne scheint, dann ist das ein Glücksgefühl und ich bin durch und durch zufrieden.“

„Wer da ist, ist da“

Wenn noch etwas Zeit bleibt, fehlt es nicht an Hobbys: Fotografieren, Sport, Autographen und Autogramme sammeln - „Aber dazu komme ich wohl erst wieder richtig, wenn ich mal im Ruhestand bin.“

Sein 25-jähriges Dienst- und Ordinationsjubiläum feiert er am Pfingstmontag in der evangelischen Kirche. „Ich habe keine Einladungen verschickt. Wer da ist, ist da“, sagt er bescheiden.

Die Urkunde wird Dekan Joachim Meyer überreichen, den Gottesdienst gestaltet er zusammen mit seinem Kollegen Michael Fornoff. „Ich bin dankbar, dass ich hier meinen Beruf ausüben darf und erwarte keine großen Reden oder Geschenke.“

Und wenn er sich etwas wünschen könnte? Spontan antwortet er auf diese Frage: „Es wäre schön, wenn wir hier im evangelischen Gemeindehaus und besonders im Gemeindebüro mehr Platz hätten. Es gibt immer viel zu tun und die Räumlichkeiten sind einfach sehr beengt.“

Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik feiert sein 25-jähriges Dienst- und Ordinationsjubiläum am Pfingstmontag, 25. Mai, mit einem Gottesdienst um 9.30 Uhr in der evangelischen Kirche. Im Anschluss ist ein Sektempfang geplant.

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