„Wir waren nass und haben gestunken. Aber es hat total Spaß viel gemacht.“

Kalte Füße bei der Bibersuche

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Der Biber, offizieller Bewohner des Erbsenbaches, wurde für die Kinder der 4b bei ihrem Ausflug zum großen Vorbild.

Gross-Zimmern - Erfahrung mit Brennesseln hat jeder. Meist unangenehme. „In Suppe und Salat schmecken sie lecker!“ Uwe Avemarie erntet für diese Behauptung kritische Blicke. Immerhin, im Tee kann sich der ein oder andere Viertklässler die nesselnde Pflanze vorstellen. Von Ursula Friedrich 

Trotz haariger Aussichten ist die Naturexkursion entlang des Erbsenbaches für die Kinder der Schule im Angelgarten (SiA) eine tolle Abwechslung zum Stundenplan.  Die Natur wird zum Klassenzimmer - und das nicht zum ersten Mal. Astrid Geiß, Koordinatorin der Initiative Zimmern glänzt, begleitet die Kinder der Hasenklasse (4b) seit vier Jahren mit ihrer Natur- und Umwelterziehung.

Die Kinder sind begeistert, haben in diesem Zeitraum viel gelernt, sodass mit einem Naturprojekt am Erbsenbach auf diesem Wissen aufgebaut werden kann. Die Sensibilisierung für die heimische Natur ist auch ein Anliegen von Uwe Avemarie, der in der Unteren Naturschutzbehörde federführend für das „Messeler Hügelland“ verantwortlich ist. Das Naturschutzprojekt wurde 2010 vom Land Hessen initiiert, um die Artenvielfalt zu fördern und den Lebensraum spezifischer Arten im Messeler Hügelland über fünf Jahre zu stärken. Kommunen, Naturschutzverbände und Forstwirtschaft haben in den vergangenen Jahren mit relativ bescheidenen Mittel viel erreicht.

Entgegen anfänglicher Befürchtungen wurde der Förderzeitraum für das Messeler Hügelland vom Land Hessen nun verlängert (wir berichteten), voraussichtlich bis 2017. Uwe Avemarie richtet den Fokus nun verstärkt auf Öffentlichkeitsarbeit. Dass Tümpelbau, Aufforstungen, das Anlegen von Hirschkäferwiegen, die Pflege von Waldwiesen und viele weitere Maßnahmen Naturräume erhalten und die Artenvielfalt fördern, soll nicht nur als Erfolg unter Fachleuten gefeiert werden. Um für Natur- und Umweltschutz zu werben, muss die Bevölkerung mit ins Boot.

Weitere Naturpädagogische Aktionen

An diesem Punkt bildet die umweltpädagogische Arbeit von Astrid Geiß von kommunaler Seite mit den Bemühungen Avemaries von der Unteren Naturschutzbehörde eine Schnittmenge. Im Schulterschluss sollen nun zahlreiche naturpädagogische Aktionen veranstaltet werden. Ein entsprechendes Angebot gibt es während der Projektwoche der Angelgartenschule, auch Familienexkursionen zum Erbsenbach, Nistkastenbau und Radtouren sind geplant. Dazu zählt außerdem die Biberausstellung, die am Dienstag, 2. Juni, um 19 Uhr im Rathausfoyer eröffnet wird. Der Biber, spätestens seit Ostern wieder offizieller Bewohner des Erbsenbaches, wurde für die Kinder der 4b bei ihrem Ausflug zum großen Vorbild. „Der Biber hat hier einen Damm angelegt“, erzählte Avemarie - und den durfte die Klasse sogar nachbauen.

Die Klasse von Barbara Nottarp war mit Keschern und Gummistiefeln auf das nasse Abenteuer vorbereitet, um es dem Naturarchitekten Biber nachzutun. Vorsorglich wurde zunächst die Wassertemperatur ermittelt. 13 Grad. Die Idee, barfuss durch den Erbsenbach zu stapfen, wurde damit verworfen. Kalte Füße gab es dann doch, denn bei soviel Euphorie lief das ein oder andere Paar Gummistiefel voll. Trotz nasser Socken: „Naturerlebnisse mit allen Sinnen sind nachhaltiger, als Wissensvermittlung im Unterricht“, zogen die Veranstalter Bilanz. Geiß ließ sich von der Begeisterung der Kinder anstecken: „Wir waren nass und haben gestunken wie die Schweine. Aber es hat total Spaß gemacht.“

‹ Kontakt für naturpädagogische Exkursionen und mehr: Astrid Geiß, 06071/970266, zimmern-glaenzt@web.de.

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