Weihwasser für modernen Feuerwehr-Einsatzleitwagen

Was lange währt, wird endlich gut

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Die Kinder finden den neuen Einsatzleitwagen der Feuerwehr ganz besonders spannend.

Groß-Zimmern - „Wir wollten eine möglichst zeitnahe Beschaffung des modernen Einsatzleitwagens (ELW)“, sagt Paul Schild, Rechner des Groß-Zimmerner Feuerwehrvereins. Letztendlich hat es geklappt, nur von zeitnah kann kaum die Rede sein. Von Ulrike Bernauer 

Darauf heben am Samstagnachmittag auf dem Feuerwehrgelände, wo der neue ELW offiziell übergeben wird, gleich mehrere Redner ab.  Bereits im Jahr 2012 begann die Feuerwehr mit den Planungen, eigentlich rechnete man mit einer Indienststellung für das Jahr 2013, jetzt ist es endlich soweit. Die Einsatzkräfte freuen sich nun umso mehr. 1997 wurde das bisherige Fahrzeug in Dienst gestellt, 18 Einsatzjahre hat es also hinter sich gebracht. Bis Mitte Juni muss es nun noch aushalten, denn der „Neue“ fährt erst einmal zur Messe „Interschutz“ nach Hannover. Bei dieser wichtigsten Messe für den Brand- und Katastrophenschutz soll das Fahrzeug, das den modernsten technischen Erfordernissen entspricht, gezeigt werden.

Erst wenn der Wagen zurück ist, soll das alte Fahrzeug verkauft werden. 90.000 Euro hat der neue ELW gekostet. Er ist mit einem rollenden Büro, das Telefon, Faxgerät, eine moderne Computerausrüstung mit Internet mit LTE-Geschwindigkeit und einen Drucker enthält, ausgestattet. Auch äußerlich unterscheidet sich das Fahrzeug vom Alten, besonders auf dem Dach. Ein Querriegel trägt die moderne Sondersignalanlage mit Blaulicht und dem Signalhorn. Helle Lampen beleuchten auch das Umfeld des Fahrzeugs und eine Markise vor dem Einsatzraum lässt eine Erweiterung desselben zu.

Löwenanteil trägt die Gemeinde

Von den 90.000 Euro trägt die Gemeinde den Löwenanteil, 20.000 Euro steuerte allerdings der Feuerwehrverein bei, 19.000 Euro das Land Hessen. Bürgermeister Achim Grimm freut sich über die Zuschüsse, betont aber auch, dass die Ausstattung der Feuerwehren zu den Pflichtaufgaben von Städten und Gemeinden gehört. Wie wichtig die Einsatzabteilung ist, könne man daran erkennen, dass die Feuerwehr Groß-Zimmern bis zum letzten Maiwochenende bereits 34 Einsätze bewältigt hat. Etwas gewöhnungsbedürftig findet der oberste Dienstherr der Wehr allerdings das Nummernschild. Hier steht nicht mehr „DA“, sondern „DI“. Den Chef tröstet allerdings die Fortsetzung der Ziffern, dem „DI“ folgt ein „GZ“.

Gemeindebrandinspektor James Bennet veranschaulicht noch einmal den dreijährigen Weg von der Idee bis zur Realisierung und dankt vor allen Dingen den Feuerwehrkollegen, die ihren Sachverstand in die Ausrüstung des neuen Fahrzeugs haben fließen lassen, „alles natürlich ehrenamtlich.“ Auch Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt freut sich, dass nun das Defizit einer oft mangelnden Kommunikation zumindest von Groß-Zimmerner Seite technisch beseitigt werden konnte. Bevor der Schlüssel von Bürgermeister Grimm an Bennett übergeben wird, weihen der evangelische Pfarrer Michael Fornoff und sein katholischer Amtskollege Pfarrer Christian Rauch das neue Fahrzeug. Anschließend können die Besucher den ELW einmal ganz von nahem besichtigen. Für die Kinder ist es ein besonderes Erlebnis, auf einem der beiden Drehstühle Platz zu nehmen und sozusagen Einsatzleiter zu spielen.

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