Gottes Spuren oft nicht leicht zu erkennen

Segen auch für Giggel

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Im Anschluss an den Gottesdienst versammelten sich viele Menschen auf der Ranch.

Groß-Zimmern - Mit einem festlichen Gottesdienst feierten die christilichen Gemeinden die Auferstehung Jesu in der Osternacht am Samstag. Von Julia Glaser

Traditionell beginnt die Feier in der katholischen Kirche mit der Segnung des Osterfeuers vor dem Gotteshaus, während der Innenraum im Dunkeln liegt. Am Osterfeuer entzündete Pfarrer Christian Rauch die neue Osterkerze, deren Licht die Messdiener im Anschluss an die Gläubigen weiter reichten, so dass es in der Kirche mit vielen Kerzen nach und nach immer heller wurde.

Die erste alttestamentarische Lesung aus dem Buch Genesis über die Schöpfungsgeschichte durften die diesjährigen Kommunionkinder vorlesen. Trotz großen Herzklopfens in der vollbesetzten Kirche, erzählten sie mit sicheren Stimmen von den sieben Schöpfungstagen, von denen die Bibel berichtet. Während des feierlichen Glorias ging schließlich das elektrische Licht wieder an. Die Glocken, die Orgel und die Schellen, die seit der Gründonnerstagsfeier nicht mehr verwendet wurden, erklangen währenddessen gemeinsam. In seinen Predigten während der Ostertage beschäftigte sich Pfarrer Rauch mit den drei Symbolen, die auf der Kirchturmspitze zu finden sind. Am Gründonnerstag ging es um den Hahn, am Karfreitag um das Kreuz und während der Osternacht schließlich um die goldene Kugel, auf der Hahn und Kreuz stehen.

Diese sei ein Symbol für die Welt, die durch das österliche Licht erlöst wurde. Überall auf der Welt könne man Gottes Licht und seine Spuren erkennen. Im Angesicht von Leid, Gewalt und Tod stellten aber auch viele Menschen immer wieder die Frage: „Wo ist denn Gott?“ Zum einen habe Gott den Menschen so viel Freiheit gegeben, dass sie sich auch gegen ihn und damit gegen das Gute wenden könnten, zum anderen falle es ihnen oft schwer die „Handschrift des Himmels“ zu entziffern und die Spuren Gottes im eigenen Leben zu erkennen. Die letztendliche Erfüllung fänden die Gläubigen bei Gott nach dem Tod, und könnten deshalb mit der Gewissheit leben, dass das Leben auf der Erde nicht alles ist, so Rauch. Zum Ende der Feier, die vom Kirchenchor St. Cäcilia musikalisch begleitet wurde, segnete Pfarrer Rauch die mitgebrachten Osterspeisen. Diese waren in liebevoll hergerichteten Körben vor dem Altar aufgestellt.

„Ich wusste ja, dass ein Osterlamm dabei ist, aber jetzt sehe ich, es gibt auch einen echten Zimmerner Ostergickel“, scherzte der Pfarrer vor der Segnung. Im Anschluss an den Gottesdienst waren alle Gläubigen zum Osterfeuer auf der Ranch eingeladen, wo die Katholische junge Gemeinde (KjG) Rotwein und Weißbrot verteilte. Viele Kirchenbesucher kamen der Einladung nach und wünschten sich um das Feuer herum „Frohe Ostern“.

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