Mensa soll für den Unterricht genutzt werden

Platz in Albert-Schweitzer-Schule reicht nicht aus

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In der Mensa der ASS soll Unterricht stattfinden.

Groß-ZImmern - Durch Zufall haben Eltern einer neunten Gymnasialklasse der Albert-Schweitzer-Schule (ASS) in dieser Woche erfahren, dass die Schulleitung plant, die Zehntklässler im kommenden Schuljahr in der Mensa unterzubringen. Von Gudrun Fritsch 

Ab 11 Uhr treffen in den Räumlichkeiten die Essenslieferungen ein, was mit Lärm und Geruchsbelästigungen verbunden ist. Die Schüler müssten dann in einen anderen Saal wechseln. „Wir fürchten, dass das negative Folgen für die Vorbereitung unserer Kinder auf die gymnasiale Oberstufe haben wird“, sagt Regina Poth-Vogel, Mutter einer Schülerin, im Gespräch mit dem LA. Ebenso wie sie beklagen auch andere Eltern das Vorgehen und dass sie erst zu Schuljahresbeginn von dieser Situation hätten erfahren sollen. „Ein Vertrauensverlust“, findet die Mutter.

Schulleiter Helmut Buch bedauert diesen Zustand. Er habe mit dem Kollegium lange diskutiert, wie die 38 Klassen auf 36 Räume verteilt werden könnten. Die vor einigen Jahren vom Landkreis an der ASS aufgestellten Container sind bis auf einen inzwischen abgebaut. Die Gesamtschule war damals als erste in der Region zur neunjährigen Gymnasialstufe (G9) zurückgekehrt, was ihr erhöhten Zulauf auch aus umliegenden Gemeinden brachte. Buch hat jetzt beim Schulträger um Wiederaufstellung gebeten. Doch das lehnt Schuldezernent Christl Fleischmann ab. „Die ASS ist gut versorgt. Andere Schulen haben weniger Platz“, meint er und macht damit auch die Kritik der Eltern zunichte, der Schulleiter habe den Antrag nicht rechtzeitig gestellt.

Allerdings sei die Mensa seiner Ansicht nach „der denkbar schlechteste Raum für den Unterricht. Ich zähle zwar zu den Verfechtern des Stammklassenprinzips, doch das ist vielerorts schon länger aufgelöst“, sagt Fleischmann, den die Eltern um Hilfe gebeten haben. Der Trend gehe zum Teamsystem und Wanderklassen könnten für Abhilfe sorgen. Ältere Gymnasialschüler könnten zudem am Nachmittag unterrichtet werden, so sehe es auch das Staatliche Schulamt, meint Fleischmann. Das sei an anderen Schulen üblich, die ASS verzichte bisher jedoch auf spätere Unterrichtszeiten.

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Weiter argumentiert Fleischmann, dass die Miete für einen Container 1000 Euro montalich betrage, hinzu kämen Auf- und Abbaukosten. „Für ein Jahr ist das nicht möglich. Wir können nicht Räume hinstellen, die dann nicht mehr benötigt werden“, bilanziert der Schuldezernent, der davon ausgeht, dass die ASS im Schuljahr 2016/17 weniger Zulauf und folglich weniger Klassen haben wird. Er rate den Eltern, im Gespräch mit der Schulleitung nach Lösungen zu suchen und auf eine andere Raumnutzung zu drängen. Abgesehen von Mensa und Bibiliothek seien etliche Fachräume vorhanden, was man natürlich bereits bei der Stundenplangestaltung berücksichtigen müsste. „Ich finde es schade, dass sich die Eltern an andere Stellen wenden und nicht erst mit uns hier reden“, kritisiert Buch. Er lädt die Eltern zum Gespräch ein und rät ihnen, sich die Mensa doch zunächst einmal unter diesem Aspekt genau anzuschauen.

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