Vorschlag für Ortsrandlage

Politiker diskutieren Planung für Unterkunft in Gutenbergstraße

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Auf dem Ackergelände an der Gutenbergstraße könnten demnächst drei Gebäude für Flüchtlinge und sozialen Wohnungsbau entstehen.

Groß-Zimmern - Zahlen und Nachrichten zur Unterbringung von Flüchtlingen überschlagen sich für den Landkreis und auch für Groß-Zimmern. Wie am Montag berichtet, drängt in der Gemeinde die Zeit. Von Gudrun Fritsch 

Für 2015 muss man noch 37 Menschen aufnehmen, hinzu kommen in diesem Jahr voraussichtlich 200 neue Asylsuchende. Demnach müssten im ersten Quartal vor Ort ebenso viele Quartiere geschaffen werden wie im gesamten Vorjahr. Der Gemeindevorstand ist der Auffassung, dass die Schaffung von Wohnraum für Asylsuchende und für den sozialen Wohnungsbau am besten durch einen privaten Investor erfolgen kann. Allein schon die personelle Lage schließe solche Vorhaben durch die Gemeinde aus. Dem Konzept der jungen Bauunternehmer Riedl und Früchtenicht stehe man positiv gegenüber, zumal die Gemeinde kaum geeignete Grundstücke zur Verfügung hat. Auf dem Gelände in der Bahnstraße sei zudem ein geeigneter Standort für die Errichtung eines weiteren Kindergartens. Deshalb sollte mit dem Eigentümer des gut 3000 Quadratmeter großen Grundstücks an der Gutenbergstraße (Gemarkung Flur 16) ein Tauschvertrag geschlossen und dabei für das nahegelegene, rund 900 Quadratmeter größere Ackergrundstück auf einen Flächenausgleich verzichtet werden.

Im Plan unten rechts ist die Gutenbergstraße. Das Grundstück (Flur 16, gestrichelt) könnte gegen ein größeres (oben links im Bild) getauscht werden.

Auf einer Teilfläche des so erhaltenen Grundstücks könnte das Konsortium Riedl/Früchtenicht eine Containeranlage für bis zu 100 Asylsuchende errichten. Die Gemeinde würde die Fläche kostenlos zur Verfügung stellen. Über den Antrag des Gemeindevorstandes, an dem auch die Fraktionsvorsitzenden mitgewirkt haben, wird ab Montag in den Ausschüssen diskutiert (siehe Kasten links). Der Beschlussvorschlag sieht vor, dass den Unternehmen Riedel und Früchtenicht auf dem Grundstück „Flur 16“, das die Gemeinde kostenfrei zur Verfügung stellt, die Errichtung von zwei Gebäuden in Festbauweise zur Unterbringung von rund 200 Flüchtlingen gestattet werden soll. Die Unternehmer würden die Gemeinschaftsunterkunft zudem in Eigenregie betreiben. Außerdem sollen sie auf dem gleichen Grundstück ein Wohngebäude nach Kriterien und Vorgaben des sozialen Wohnungsbaus errichten und betreiben. Das Wohnhaus könnte entstehen, wenn die beiden Gebäude für Asylsuchende errichtet und die Wohncontainer wieder abgebaut sind.

In ihrem Konzept schlagen die Unternehmer für eine schnelle Lösung die Aufstellung von 25 Containern vor. In sieben mal 2,90 Meter großen Wohneinheiten mit zwei Räumen und Waschplatz könnten zunächst 100 Personen untergebracht werden. Die Abstimmung hierüber mit dem Landkreis sei bereits erfolgt. Die Investitionskosten würden komplett vom Konsortium getragen. Neben der kostenlosen Aufstellfläche würden lediglich kostenfrei Möglichkeiten zum Anschluss an öffentliche Netze benötigt.

Die Lieferung der Container könnte nach Geldeingang innerhalb von 15 bis 20 Arbeitstagen erfolgen. Da diese Wohnanlagen jedoch nach etwa zehn Jahren baufällig werden, empfehlen die Unternehmer langfristig massive Baukörper zu errichten. Da mittlerweile zahlreiche Aufträge für diese Konzept vorliegen, wollen Riedel und Früchtenicht umgehend eine Betreibergesellschaft gründen, die die Anlagen autonom verwalten und betreiben soll. In Zusammenarbeit mit der Kommune sollten zudem Integrationskonzepte erarbeitet werden. Denkbar wäre an der Gutenbergstraße in dreigeschossigen Gebäuden die Unterbringung von 200 Menschen. In zwei Häusern würden die Schutzsuchenden Wohnungen finden, ein drittes Haus könnte unmittelbar dem sozialen Wohnungsbau zugeführt werden. Zwischen den Gebäuden soll ebenfalls auf Rechnung des Konsortiums eine Freifläche mit Kinderspielplätzen und Sitzbänken errichtet werden.

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Wenn die Gemeinde den Auftrag erteilt, könnte nach etwa acht Wochen mit den Bauarbeiten begonnen, die ersten Gebäude könnten nach weiteren sechs Monaten bereits bezogen werden. Der soziale Wohnungsbau wäre rund 18 Monate nach Erteilung der Baugenehmigung bezugsfähig, so die Kalkulation. Die Projektvorstellung endet mit dem Satz: „Wir wollen Flüchtlinge nicht um jeden Preis in unser Land holen, aber aus unseren Sporthallen - und ganz sicher aus ihrer Not.“

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