„Hinter dem Schlädchen“ geht"s voran

Hohe Nachfrage lässt Preise steigen

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Die Arbeiten im Baugebiet „Hinter dem Schlädchen“ haben begonnen. Gestern rollten weitere Bagger an. Noch eine Woche lang kann man sich um einen Bauplatz bewerben.

Groß-Zimmern - Die wirtschaftliche Bedeutung des Immobilienmarktes nimmt in Zeiten niedriger Kapitalmarkt- und Hypothekenzinsen einen besonderen Stellenwert ein. Von Gudrun Fritsch 

Interessenten an einem Bauplatz können sich noch bis zum 19. Juni  unter 06071/970223 melden.

Die wachsende Attraktivität von Immobilien, als Eigennutz oder Kapitalanlage, führte in den zurückliegenden Jahren auch in Zimmern zu einer hohen Nachfrage und hatte teils starke Preissteigerungen zur Folge. Nach erfolgter öffentlicher Ausschreibung hat der Gemeindevorstand im April die Erschließungsarbeiten für das Neubaugebiet „Hinter dem Schlädchen“ an die Firma Walter Feickert aus Weilburg vergeben. Der Bebauungsplan ist in Kraft getreten, das Umlegungsverfahren wurde abgeschlossen und bekannt gemacht. Mit den ersten Arbeiten auf dem Gelände an der Darmstädter Straße wurde jetzt begonnen. Derzeit befinden sich 163 Bewerber auf der Liste für die im Schlädchen zu vergebenen Bauplätze. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, dass einige gemeindeeigene Grundstücke zum Preis von 250 statt 270 Euro pro Quadratmeter an Bewerber verkauft werden sollen, die einem Katalog mit „sozialen“ Kriterien entsprechen. Der Gemeindevorstand wird die Bewerberliste zum 19. Juni schließen.

Der Immobilienmarkt entwickelt sich regional unterschiedlich und ist geprägt von verschiedensten Einflussfaktoren. Aktuelle und zuverlässige Informationen aus diesem Marktsegment sind deshalb die unabdingbare Voraussetzung für eine korrekte Beurteilung der Marktlage und den damit verbundenen Investitionsentscheidungen. Der von den Gutachterausschüssen beim Amt für Bodenmanagement Heppenheim veröffentlichte „Immobilienmarktbericht 2015 – Daten des Immobilienmarktes Südhessen“ stellt Grundlagen und Detailinformationen für alle Marktteilnehmer der Immobilien- und Wohnungswirtschaft bereit. Er ermöglicht eine Orientierung im Preisgefüge, zeigt Vergleiche auf und erfüllt die gesetzliche Forderung nach einem transparenten Immobilienmarkt.

8,5 Prozent mehr Kaufverträge

Im südhessischen Raum (ohne Darmstadt und Offenbach) wurden 2014 mit rund 13.900 Immobilientransaktionen circa 8,5 Prozent mehr Kaufverträge registriert wie noch im Jahr zuvor. Der Geldumsatz belief sich in der Summe auf 3,12 Milliarden Euro und erreichte ein neues Rekordhoch. Nachdem aufgrund der Erhöhung der Grunderwerbssteuer zum Jahr 2013 eine deutliche Verlagerung von Immobilienkäufen in das Jahr 2012 zu verzeichnen war, pendelten sich die Immobilienverkäufe 2014 bei dem konstant hohen Niveau der Vorjahre ein. Die Nachfrage nach Immobilien ist auch im laufenden Geschäftsjahr ungebrochen. Der hohen Kaufbereitschaft steht ein abgeschwächtes Angebot an werthaltigen Immobilien gegenüber. Dies führt zwangsläufig zu Preissteigerungen, was auch die aktuellen Zahlen des Immobilienmarktberichts belegen.

War vergleichsweise ein Einfamilienhaus in Groß-Zimmern, Baujahr 1980, mit einer Wohnfläche von 160 und einem Grundstück von 600 Quadratmetern Grundstück, 2010 noch für durchschnittlich 256.000 Euro zu erwerben, mussten Kaufinteressenten für eine vergleichbare Immobilie 2014 durchschnittlich 292.000 Euro zahlen. Dies entspricht einer Preissteigerung innerhalb von fünf Jahren von rund 14 und gegenüber dem Vorjahr von rund drei Prozent. Die Wohnraummieten sind in der Region im Vergleich zu den Vorjahren auf einem konstanten Niveau. So wurde eine durchschnittlich ausgestattete 80 Quadratmeter große Wohnung vom Baujahr 1990 in Groß-Zimmern im Mittel für sieben Euro por Quadratmeter vermietet. Im benachbarten Georgenhausen war eine vergleichbare Wohnung bereits für durchschnittlich 6,60 Euro zu mieten. In Dieburg kostete eine vergleichbare Wohnung im Mittel für 7,40 und in Münster 7,20 Euro.

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