Altes Schulhaus soll wie neu werden

Wände fallen für die Mensa

+
Auf viel Schutt blicken die Herren, im Erdgeschoss wurden zahlreiche Wände für eine große Mensa eingerissen.

Groß-Zimmern - Derzeit wird im alten Schulhaus an der Wilhelm-Leuschner-Straße intensiv gearbeitet. Nach langer Planungszeit haben jetzt die Arbeiten für den Ganztagsbereich und die Mensa an der Friedensschule begonnen. Von Ulrike Bernauer 

Während es im vorderen Gebäude der Friedensschule handfest zur Sache geht, wird im Zimmer von Schulleiter Axel Pucknat noch die Feinplanung abgestimmt. „Raumaufteilung und Möblierung sind geklärt, jetzt werden wir die Bodenbeläge aussuchen“, sagt Pucknat. Während der Schulleiter und der Projektbetreuer des DADI-Werkes Gerd Rosenbrock also in Ruhe beraten, ist es in der Wilhelm-Leuschner-Straße 11 laut und ausgesprochen staubig.

Im Inneren des Gebäudes sieht es schwer nach Baustelle aus. Wände und Decken werden heraus gerissen oder sind schon entfernt. Nach einer langen Planungsphase sind die Sanierungsarbeiten nun in vollem Gange. Seit zwei Wochen wird in dem Gebäude gearbeitet, dass es nur so staubt. Das aus dem Jahr 1840 stammende und 1902 erweiterte alte Schulhaus wird entkernt. Zum Vorschein kommt dabei auch sein ursprünglicher Zweck, denn es war einst als Schule errichtet worden. Zwischenzeitlich wurden die Räumlichkeiten als Sozialwohnungen genutzt, zuletzt waren hier Asylbewerber untergebracht. „Man sieht nun wieder die großen Klassenräume“, sagt der Groß-Zimmerner Rosenbrock, der hier selbst ein Jahr lang in die Schule gegangen ist. Über zusätzliche 550 Quadratmeter Platz werden die Friedensschüler verfügen können, wenn das Gebäude fertig ist. Im Haupthaus werden dann Klassenräume wieder frei, die jetzt für die Betreuung genutzt werden. In denen kann dann wieder Unterricht statfinden.

Künftige Mediathek ist großzügig und hell

Bild rechts: Kleine Feinheiten wie die Verzierungen an der Unterseite des Dachvorstandes will der Denkmalschutz erhalten wissen. Fotos: Bernauer

Im ersten Stock sind auch die Trümmer der eingerissenen Mauern und der Zwischendecke schon beseitigt und man kann sich schon gut vorstellen, wie großzügig und hell die künftige Mediathek sein wird, die hier ihren Platz finden soll. Im Erdgeschoss sieht es derzeit noch aus wie auf einem Trümmerfeld. Bergeweise Betonbrocken bilden Mauerputz liegen auf dem Boden. An dieser Stelle gibt es noch einiges zu tun. Für die künftige Mensa sollen hier zwei der ursprünglichen Klassenräume verbunden werden. In zwei Wochen soll die Entkernung abgeschlossen sein. Dann werden wohl zuerst die Gerüstbauer kommen, damit die Fassade und das Dach denkmalgerecht wieder hergestellt werden können. Dabei wartet auch einiges an Feinarbeit auf die Sanierer. An der Unterseite des Dachüberstandes sind noch heute Rosetten aus Holz zu sehen, die der Denkmalschutz erhalten sehen will. Auf Schadstoffe wurde das Gebäude untersucht, aber zum Glück wurde nichts gefunden.

Danach folgen die Gewerke des Innenausbaus. Von der Elektrik über Sanitäranlagen bis zum Trockenbau muss alles erneuert werden. Die Heizung wird von der Anlage im Haupthaus, also dem jetzigen Schulgebäude, mit versorgt. Allerdings muss diese Anlage muss für die zusätzlichen Kapazitäten noch ertüchtigt werden. Ein Punkt, der den Planern Kopfzerbrechen bereitet, ist die Sanierung der Kanäle auf dem gesamten Gelände von der Wilhelm-Leuschner-Straße bis zur Ludwigstraße, an der sich der Haupteingang zum Gelände der Grundschule befindet. Hier sind sich die Sanierer noch nicht sicher, was sie vorfinden werden. Sprach Schuldezernent Christel Fleischmann im Februar noch von einem eventuellen Bezug des sanierten Gebäudes Ende dieses Jahres, so ist inzwischen klar, dass es erst im Frühjahr 2016 soweit sein wird. Schulleiter Pucknat ist trotzdem zufrieden, denn: „die Maßnahmen haben jetzt begonnen und das Ende ist absehbar.“ Die reine Sanierung des Gebäudes wird rund drei Millionen Euro kosten. Wieviel zusätzlich auf den Kreis zukommt, der als Träger mit seinem Schulbauprogramm noch für die Ertüchtigung der Heizung und die Kanalbauarbeiten zukommen wird, kann Rosenbrock zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern.

Kommentare