Wohlklingende Musiklehre

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Mal kräftig in die Posaune blasen, das macht besonders den Jungen Spaß.

Groß-Zimmern - Gebannt schauen die Friedensschüler auf die Bühne. Schauspieler Kris Köhler hat nicht lange gebraucht, um die volle Aufmerksamkeit der Kinder auf sich zu lenken. Von Ulrike Bernauer 

„Die Neunte Sinfonie der Tiere“ stellt er in der Turnhalle der Schule ganz alleine dar und bringt den Grundschülern nicht nur Spaß, sondern vermittelt nebenbei auch viel über Musik. Als Dirigent Herbert Karavan sucht Köhler noch Musiker. Die einzigen, die er auf die Schnelle noch finden kann, sind Tiere. Darunter ein Löwe, der die Pauke spielt, Bruno Bär, der den Kontrabass streicht, oder die betagte Schildkröte Frieda, die eine Meisterin auf der Klarinette ist. Fasziniert betrachten die Friedensschüler wie Köhler nicht nur in die Rolle des Dirigenten schlüpft, sondern zudem auch die tierischen Musiker darstellt. In dem Einmann-Stück gelingt es dem Schauspieler, grundverschiedene Charaktere lebensecht herüber zu bringen.

Donnernd und mächtig tritt er als Löwe auf, tattrig und lebensweise als Frieda, die angibt, Beethoven noch persönlich gekannt zu haben. Das Stück dient nicht nur der Unterhaltung der Grundschüler, sondern ganz nebenbei erfahren sie viel über das Leben und Wirken des Komponisten Ludwig van Beethoven, aber auch über die Zusammensetzung eines Sinfonieorchesters. Denn darum geht es letztendlich im Stück. Die Tiere, die sich eigentlich eher gegenseitig als Futter betrachten – so sind des Löwen Lieblingsspeisen Lammragout und Schildkrötensuppe – sollen die Neunte Sinfonie am Ende gemeinsam spielen, was erstaunlicherweise auch gelingt.

Das Theater „Nimmerland“, von dem die Produktion der „Neunten Sinfonie der Tiere“ stammt, wurde von der Friedensschule im Rahmen der Musikalischen Grundschule eingeladen. Musiklehrerin Gabi Joest erklärt: „In den vergangenen Jahren haben wir meist eine Opernproduktion für Kinder aufführen lassen. In diesem Jahr haben wir Nimmerland eingeladen.“ Das Theaterstück vermittelt nicht nur die zentrale Idee von Beethovens Sinfonie, sondern soll bei den Kindern auch Lust und Neugier auf das Musizieren wecken. So können die Schüler nach dem Stück die Musikinstrumente ausprobieren.

Aus der Familie der Blasinstrumente hat Köhler Trompete, Posaune, Horn und Tuba mitgebracht, aber auch alle Streichinstrumente, die in einem Sinfonieorchester mitspielen, sind vertreten. So vergnügen sich die Jungen gerne mit der Posaune und versuchen möglichst laute Töne zu erzeugen. Die Mädchen hingegen wollen eher mal die Querflöte oder den Kontrabass ausprobieren, bei dem es gar nicht so leicht ist, mit dem Bogen einen Ton zu erzeugen.

Manche der Friedensschüler kennen sich allerdings mit den Streichinstrumenten schon gut aus. 15 Grundschüler der zweiten und dritten Klassen nehmen an der Streicher-AG teil, in der sie mit der Violine oder einem anderen Instrument üben können. An der Friedensschule gibt’s außerdem eine Gitarren-AG und alle Kinder ab der dritten Klasse lernen Blockflöte spielen. Vielleicht hat die Instrumentenschau des Theaterprojektes Nimmerland nun auch Lust auf ein anderes Instrument gemacht.

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