Kreis vergibt Betreuung in Unterkünften

Zusätzliche Stelle für Sozialarbeit

Groß-Zimmern - Immer mehr Menschen suchen in Deutschland und auch in Groß-Zimmern Asyl. Dagmar Wucherpfennig (SPD) fragte am Donnerstag im Finanzausschuss, wie viele Flüchtlinge die Gemeinde denn bis zum Jahresende noch aufnehmen wird. Von Gudrun Fritsch

„Die Zahlen variieren derzeit wöchentlich. Manchmal kommen viele und manchmal niemand“, entgegnete Bürgermeister Achim Grimm auf die Frage. In der vergangenen Woche hat der Landkreis Darmstadt-Dieburg insgesamt 192 Schutzsuchende aufgenommen, es waren überwiegend Iraker und Syrer. Somit hat der Landkreis derzeit 540 Flüchtlinge in seinen Notunterkünften untergebracht. Fest steht, dass die Kommunen entsprechend ihrer Bevölkerungszahl verpflichtet sind, anteilig Schutzsuchende aufzunehmen. Für Groß-Zimmern sind das aktuell fünf Prozent der im Landkreis ankommenden Flüchtlinge. „Wir suchen derzeit intensiv und führen Gespräche mit Eigentümern kleinerer Hallen, um auch für den Notfall vorbereitet zu sein“, sagte Bürgermeister Grimm.

Die soziale Betreuung für Flüchtlinge im Landkreis Darmstadt-Dieburg wird wie berichtet zum Jahresbeginn 2016 durch eine Bietergemeinschaft aus dem Sozialkritischen Arbeitskreis Darmstadt und dem Diakonischen Werk vorgenommen. Der Betreuungsschlüssel werde dann nach einem Kreistagsbeschluss von 1:170 auf 1:120 gesetzt, teilte die Sozialdezernentin Rosemarie Lück außerdem mit.

Aufwand wird nach den Vorgaben ersetzt

Allerdings nutzen nicht alle Kreiskommunen dieses Angebot. Neben Groß-Zimmern will man beispielsweise auch in Eppertshausen, Münster oder Groß-Bieberau die soziale Betreuung der Asylbewerber in Gemeinschaftsunterkünften oder angemieteten Wohnungen selbst übernehmen.

Um das dafür erforderliche Fachpersonal zur Verfügung zu stellen, wurde im Haushalt eine entsprechende Stelle im Plan (Teil C) vorgesehen. Im Rahmen der noch abzuschließenden Kostenerstattungsvereinbarung erhält die Gemeinde den Aufwand (Tarifgruppe 9) sowie Arbeitsplatz- und Gemeinkosten nach den aktuellen gesetzlichen Vorgaben (derzeit rund 9 640 Euro jährlich) ersetzt.

Die Gemeindevertretung tagt am morgigen Dienstag, 15. Dezember, um 20 Uhr im Obergeschoss des Rathauses. Wesentlicher Punkt wird dann der Haushaltsplan 2016 sein. Außerdem wird voraussichtlich der Ankauf des Grundstückes in der Angelgartenstraße beschlossen, auf dem eine Asylbewerberunterkunft entstehen soll. Im Anschluss an die Sitzung wird zu einem Umtrunk eingeladen.

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