Bald wird voraussichtlich auch in Zimmerner der erste Spargel gestochen

In zwei Wochen gibt"s Erdbeeren

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Auf dem Gelände von Obstbauer Geibel blüht es schon kräftig.

Klein-Zimmern - An der Bergstraße und im Ried wurde die Erdbeersaison schon eröffnet. Auch den ersten Spargel aus diesen heimischen Landen können die Verbraucher schon genießen. In Klein- und Groß-Zimmern wird es noch ein wenig dauern. Von Ulrike Bernauer 

Anderthalb Wochen, schätzt Obstanbauerin Katharina Geibel. Dabei kommt es stark auf das Wetter der kommenden Tage an. Wird es warm und sonnig, dürften die ersten reifen Erdbeeren am letzten Aprilwochenende in Geibels Hofladen stehen. Bleibt es kühl, so dauert es noch ein paar Tage länger. Bereits in der 16. Kalenderwoche konnte Geibel erste roten Früchte zeigen, für eine Ernte lohnte es sich aber noch nicht. „Wenn man die erste richtig rote Erdbeere sieht, dauert es in der Regel noch ein, zwei Wochen, bis die Ernte   beginnt“, sagt die Obstbäuerin. Auch Thomas Schaffer vom Birkenhof rechnet in zwei Wochen mit dem Erntebeginn. Allerdings sind das Erdbeeren aus der Verfrühung, die Reihen sind mit Folie abgedeckt.

Bei Geibels kann man den Effekt der Verfrühung gut beobachten. Die Sorte Clery ist sowieso die Früheste. Links auf dem Feld sind die mit Folie abgedeckten Reihen, hier sieht man schon die Früchte. Rechts stehen Pflanzen derselben Sorte ohne Folie, sie blühen üppig, aber von Früchten noch keine Spur. Mit dem Witterungsverlauf des Winters und Frühjahrs sind die Obstbauern relativ zufrieden. Sie teilen die Einschätzung, dass der Winter ruhig ein paar mehr Frosttage hätte haben können und beide hoffen aktuell auf Regen. Allerdings sei die Winterfeuchtigkeit in diesem Jahr ausreichend gewesen. Schaffer konstatiert ein verstärktes Aufkommen an Mäusen, die auch die Frucht schädigen können. „Wäre der Winter strenger gewesen, hätten nicht so viele der Nager überlebt.“ Schaffers Anbau hat auch durch den letzten Sturm Schäden erlitten. Zum Teil ist die Folie weggeweht worden und in den darauffolgenden kalten Nächten ist ein Teil der Blüten erfroren. Beide halten trotzdem nicht so viel davon, Erdbeeren im Folienhaus zu ziehen, wie das im Ried oder an der Bergstraße teilweise der Fall ist. Die Erntezeit der Erdbeeren hat sich sowieso schon ausgedehnt. Wenn es gut läuft, können die Zimmernerzehn bis elf Wochen die roten Früchte genießen.

Dank unterschiedlicher Sorten gelingt es, die Erdbeerzeit zu verlängern. Am Preis wird sich im Verhältnis zu den Vorjahren wohl nich viel ändern, trotz Mindestlohns. Für die Saisonarbeiter, die beide Landwirte in der Erdbeer- und Spargelzeit beschäftigen, gilt ein verringerter Mindestlohn von 7,40 Euro statt 8,50 Euro. „Wir haben schon im letzten Jahr 7,30 Euro bezahlt“, erinnert sich Schaffer. Im Spätsommer waren es bei ihm auch 7,40 Euro. Auch Geibel kann mit dem Mindestlohn gut leben. Sie ärgert sich allerdings über die Aufzeichnungspflicht für die Arbeiter. „Der bürokratische Aufwand wird immer höher. Selbst für Familienmitglieder müssen wir die Stunden dokumentieren. Die Bürokratie hält uns von unserer eigentlichen Arbeit ab.“ Schaffer sieht das entspannter, „wir haben das schon vor einigen Jahren an ein Steuerbüro übergeben.“ Während die ersten roten Erdbeeren also schon da sind, ist vom Spargel noch nichts zu sehen. Bei günstigen Witterungsbedingungen hofft Schaffer mit dem Erntebeginn Ende April, Anfang Mai. Er hat die Spargelreihen nicht mit Folie abgedeckt. Der Arbeitsaufwand wäre sehr hoch. „Es wäre schön, zu Ostern schon Spargel zu haben, aber eigentlich will ich, dass der noch relativ natürlich wächst“, sagt Schaffer.

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