Zimmerner spenden auch an Kerb für Schulen in Nepal

„Silberrocker“ wollen in Jalbire helfen

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Die Kinder von Jalbire in Nepal vor ihrer vom Erdbeben zerstörten Schule. Das Gebäude ist so stark beschädigt, dass es abgerissen werden und ein Neubau erstellt werden muss.

Groß-Zimmern - Zum Glück spenden viele Menschen gerne für einen guten Zweck. Wenn allerdings noch ein persönlicher Bezug zu den Empfängern da ist, dann sitzt das Portemonnaie gleich lockerer. Von Ulrike Bernauer 

Zwar ist Nepal kein Hauptreiseziel der Zimmerner, aber es hat sich herumgesprochen, dass Rajan Shrestha, der Ehemann des Silberrocker-Kerbmädchens Rita Grohe, aus Nepal stammt. Die beiden reisen regelmäßig in seine Heimat und unterstützten die Nepalesen auch schon vor dem Erdbeben im April. Neben Geld haben sie auch viele Laptops nach Nepal gebracht, wo sie westlich von der Hauptstadt Katmandu insgesamt vier Schulen mit Spenden bedachten. Drei dieser Schulen hat das Erdbeben entweder ganz in Schutt und Asche gelegt oder so stark beschädigt, dass sie abgerissen werden müssen. Auch die Laptops sind zerstört. Lediglich der Ort Baktapur verfügt noch über seine Schule.

Deshalb hat das Paar, das in Groß-Bieberau wohnt und gemeinsam mit dem dortigen Stadtrat Walter Hochgenug Spenden sammelt, seine Hilfe auch der aktuellen Situation angepasst. Zur Zeit werden verstärkt Spenden für Nepal gesammelt, aber das Geld fließt nicht nur in Schulprojekte, wie sie Hochgenug schon seit 2007 unterstützt. Bei der letzten Sammlung für eine Nothilfeaktion kamen 40.000 Euro zusammen. 350 Familien erhielten je 24 Quadratmeter Wellbleche, damit die notdürftig errichteten Unterkünfte auch ein Dach bekamen. Im Paket für jede Familie waren auch ein Moskitonetz, eine Decke und ein Wasserfilter. Bis jetzt leben viele Menschen in Zelten auf dem Dorfplatz.

Shrestas Familie ist selbst von dem Erdbeben betroffen. Zwar leben die Eltern und Geschwister in Katmandu, aber ganz schlimm hat es die Familie seines Cousins Kamal getroffen. Er leitet die Ratna Foundation, die sich um den Auf- und Ausbau der Schule in Shresthas Heimatort Jalbire kümmert. „Seine Familienmitglieder sind alle ums Leben gekommen“, erzählt Rajan Shrestha. Die Schule kann im Moment noch nicht wieder aufgebaut werden, da in Nepal noch bis Anfang Oktober die Regenzeit herrscht. Erschwerend kommt hinzu, dass es auch jetzt noch fast täglich kleinere Nachbeben gibt. Die 800 Schüler werden zurzeit in Zelten unterrichtet.

Rajan Shrestra und Rita Grohe sammeln für das vom Erdbeben im April heimgesuchte Nepal. -

Es ist noch nicht lange her, dass Teile der Schule neu gebaut wurden. Bis 2010 wurden dort nur Grundschüler der ersten vier Klassen unterrichtete, danach wurde die Schule bis zum zehnten Schuljahr erweitert. Nun ist alles zerstört. Ein Neubau wird schätzungsweise 50.000 Euro kosten. Circa 8.500 Euro aus den bisherigen Spenden wurden dafür schon verwendet. Glück im Unglück war, dass sich das Erdbeben an einem Samstag ereignete. Auch in Nepal haben die Kinder am Wochenende keinen Unterricht. Sonst wären wohl viele Kinder nicht mehr am Leben. Shrestha freut sich über die Spendenbereitschaft in Groß-Zimmern. So kamen viele spontane Hilfen von Freunden und Bekannten zusammen, aber es gab auch Spendenaktionen.

Über eine staunte auch Grohe mächtig. Elfi, die Betreiberin des Dorfbrunnens hatte zu ihrem zehnjährigen Kneipenjubiläum spontan eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Innerhalb von 15 Minuten wurden mehrere hundert Euro gesammelt, die direkt nach Nepal gingen. Damit die Schule wieder aufgebaut werden kann, werden allerdings weitere Geldspenden dringend benötigt. Deshalb haben sich auch die Silberrocker, der Jahrgang von Kerbmädchen Rita Grohe, eine Aktion einfallen lassen. Wie üblich verkaufen die Rot-Weißen bei der Abholung der Puppe am Kerbsamstag ihre Fischweck. Den Erlös wollen sie in diesem Jahr vollständig für den Wiederaufbau der Schule in Jalbire spenden. Eine Wutz werden sie sicher auch aufstellen, in die man noch den einen oder anderen Euro stecken kann.

Nepal sammelt Milliarden für Wiederaufbau ein

Wer mit einer Spende allerdings nicht bis zur Kerb warten will, für den hat Rita Grohe auch ein Spendenkonto eingerichtet. Kostenfrei konnte sie dieses Konto bei der Volksbank Odenwald eröffnen. Unter: IBAN-Nummer: DE78508635130101688170, Kontoinhaber Rajan Shrestja kann man einen Beitrag zum Wiederaufbau der Schule in Jalbire leisten.

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