Naturschützer diskutieren über Weltklimakonferenz

Beim NABU bleibt der alte Vorstand

Groß-Zimmern - Bei der Hauptversammlung des NABU zog der Vorsitzende Dr. Lothar Jacob Bilanz. Ein Augenmerk lag auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris und der Frage, wie man einen Artenrückgang weltweit vermeiden kann.

„Einzelaspekte wie erneuerbare Energien, Artenschutz und -vielfalt, der Schutz von Lebensräumen und Landwirtschaft sind eng mit dem Klimaschutz und -wandel verbunden, die Bereiche beeinflussen sich gegenseitig“, so Jacob. Das Jahr 2015 war das zweitwärmste in Deutschland mit deutlich zu geringer Niederschlagsmenge. „Wir werden auch in Hessen die Klimaerwärmung zu spüren bekommen“, erläuterte Jacob einen Bericht des Umwelt-Bundesamtes. Folgen wie das Fischsterben durch Sauerstoffmangel in den Gewässern waren im letzten Jahr im Teich an der Naturschutzscheune zu sehen. Aber es gebe auch positive Entwicklungen, denn der jährliche Flächenverbrauch in Deutschland sinkt langsam und der Energieverbrauch geht zurück, während der Anteil erneuerbarer Energien am Strommix erstmals auf über 30 Prozent stieg. Aktuelle Schätzungen ließen hoffen, dass auch der Kohlendioxid-Ausstoß 2015 moderat verlief.

Der „neue“ Vorstand (v. l.): Stefan Fröhlich (Kassenwart), Werner Lehmann (Beisitzer), Herbert Pietsch (zweiter Vorsitzender), Jochen Roos (Beisitzer), Jutta Rautenberg (Schriftführerin) und Lothar Jacob (Vorsitzender). Nicht auf dem Bild zusehen ist Elke Siller (Beisitzerin).

Der Anteil der Windkraft ist bei den erneuerbaren Energien am stärksten gestiegen, im letzten Jahr gingen viele Offshore-Windkraftanlagen ans Netz. Mit einem Seitenblick auf den Tannenkopf und weitere geplante Windräder im Kreis diskutierten die Naturschützer über die Gefährdung von Rotmilan und anderen Vogelarten sowie Fledermäusen durch die Windkraftanlagen. „Nur ein naturverträglicher Ausbau alternativer Energien bringt uns weiter“, so Jacob. Er hob auch hervor, dass sich europaweit mehr als 500.000 Menschen gegen ein Aufweichen der Natura-2000-Verordnung und für einen starken Naturschutz ausgesprochen haben. „Aber besonders die Landwirtschaft muss noch nachlegen“, so Jacob. Weltweit sind 23.000 von 76.000 Tierarten im Bestand bedroht, meist durch Wilderei, Klimaveränderung und Lebensraumzerstörung. Bei letzterem sind intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen ein wachsendes Problem. In der Europäischen Union sind 82 von 451 Vogelarten vom Aussterben bedroht, nur die Hälfte ist nicht in ihrem Erhaltungszustand gefährdet, viele dieser Arten leben auf Wiesen und Äckern.

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Besondere Erwähnung fanden Aktivitäten vor Ort wie die Mithilfe in der Naturschutzscheune Reinheimer Teich, die 2015 ihr zehnjähriges Jubiläum mit feierte. Außerdem organisierte der NABU Groß-Zimmern interessante Vorträge, zahlreiche Exkursionen, gemeinsame Treffen zum Meinungsaustausch und half bei der Bestandserfassung, beim Projekt Messeler Hügelland, in der Waldschule und bei der Obstbaumaktion der Gemeinde.Bei der ebenfalls an diesem Abend durchgeführten Neuwahl des Vorstandes gab es keine personelle Änderung, so dass der neue „alte“ Vorstand die zukünftigen Geschäfte des NABU Groß-Zimmern weiterhin führt. (guf)

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