Ein Haus für Generationen unterschiedlicher Nationen

Groß-Zimmern - (mj) „Es gibt keine Motive auf den Ostereiern, die nicht mit einer tieferen symbolischen Bedeutung verbunden sind“, sagt Andrea Miklosi-Gagyi und zeigt auf ein dickes Buch in ungarischer Sprache, das die Vielfalt der Osterbemalungen und deren genauere Bedeutung erklärt. Eine österliche Vorbereitung nach ungarischer Tradition stand am Samstag im MehrGenerationenHaus (MGH) auf dem Programm.

Dort trafen sich rund ein halbes Dutzend Kinder ungarischer Herkunft.

Zusammen mit ihren Pädagoginnen bastelten sie Eierkörbchen, suchten Ostergedichte aus oder sangen Oster- und Frühlingslieder. Gleich zu Beginn wurden Eier gefärbt: Dies geschah traditionell mit Naturfarben.

Dafür wurden rote Zwiebelschalen gekocht. Die Motive erzeugte man mit Blättern und Blüten, die die Kinder mittels eines Strumpfnetzes auf der Eierschale befestigten. An den abgedeckten Stellen werden nach dem Färben die Motive sichtbar. „Bei einer anderen Technik wird Bienenwachs aufgemalt“, erklärt Andrea Miklosi-Gagyi.

Wie ihre Kollegin Babette Andruk sagt, gibt es in Ungarn eine Reihe von Osterbräuchen, die es in Deutschland nicht gibt und umgekehrt. So ist der Osterhase dort - abgesehen von den deutschstämmigen Gebieten - weitestgehend unbekannt. Dafür gibt es in Ungarn eine schöne andere Tradition: So werden am Ostermontag die Mädchen von den Jungen besucht. Diese besprühen die Mädchen mit Parfum und sagen dabei ein Gedicht auf. Die jungen Mädchen werden dabei mit einer schönen Frühlingsblume verglichen weshalb man das Benetzen in früheren Zeiten mit Wasser am Brunnen machte. Als Belohnung bekommen die Jungen dann von den Mädchen die schönsten Ostereier und einen leckeren, selbtgebackenen Kuchen.

Die ungarische Kindergruppe wurde Mitte Januar von vier Pädagoginnen gegründet und zählt bereits 13 ungarische Kinder im Alter von zwei bis 13 Jahren. Sie treffen sich wöchentlich samstags von 9.30 bis 11.30 Uhr im MGH.

Ziel dieser Treffen ist neben dem Spaß in erster Linie die Pflege der ungarischen Sprache und des Kulturgutes. Weitere Ziele sind die Entwicklung von interkulturellen Kompetenzen und die musikalische Förderung der Kinder nach der Kodaly-Methode. Interessenten können sich bei Frau Seiler oder Frau Hucke im Mehrgenerationenhaus unter 06071/618999.

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