Nistkastenreinigung vertreibt Besetzer

Hausputz für die Vögel

Groß-Zimmern - Im Frühjahr ist Hausputzzeit. Das gilt auch für Nistkästen. Diese Reinigung führen alljährlich Pfadfinder in Zusammenarbeit mit der Waldschule und dem Naturschutzbund (NABU) durch. So auch am Samstagvormittag im Zimmerner Forst. Von Ulrike Bernauer 

Nils leert einen Nistkasten und findet eine Maus. - Foto: Bernauer. Nils leert einen Nistkasten und findet eine Maus.

Wohl gerade rechtzeitig, damit die ersten Bewohner nach dem milden Winter bald einziehen können. Pfadfinder Nils muss sich ganz schön anstrengen. Er reinigt den ersten Nistkasten und die vordere Klappe will sich absolut nicht aufschieben lassen. „Da hat bestimmt ein Kleiber drin gewohnt“, sagt der Junge recht fachmännisch. Schließlich war er schon mehrmals beim Nistkastenreinigen dabei. Auf jeden Fall braucht der junge Pfadfinder eine ganze Weile, denn der Kleiber verklebt seine Höhle regelrecht. Nils muss also erst einmal die vordere Tür lösen und erschrickt, als ihm dabei fast eine Maus über die Hand läuft. Offensichtlich fand derkleine Nager den Nistkasten als Winterquartier sehr attraktiv. Alle lachen, als wenig später noch eine zweite Maus aus dem Nistkasten schießt. Die Blätter und das Moos, mit dem die Mäuse ihre Wohnung ausgestattet hatten, fliegen trotzdem raus. „die können sich frisches Material holen“, sagt der NABU-Vorsitzende Dr. Lothar Jakob.

Die zwei Mäuse an der Waldschule sind nicht die einzigen Hausbesetzer, die an diesem Tag gefunden werden. Insgesamt neun der 111 Nistkästen, die von drei Teams, bestehend aus Pfandfindern und Naturschützern, gereinigt werden, dienten neben Vögeln auch Mäusen, Wespen oder Hornissen als Unterkunft. Jakob freut sich, dass eine hohe Zahl von Nistkästen im vergangenen Jahr auch tatsächlich genutzt waren, lediglich sieben hatten anscheinend keinen Bewohner. Das war deutlich mehr als im vergangenen Jahr. So wurden Überlegungen, manchen Kasten an einen anderen Standort zu verlagern, hinfällig.

70 Kästen hatten Meisen als Unterkunft gedient, welche Arten, das kann Jakob aber nicht sagen. „2015 war ein Kleiberjahr. In insgesamt 13 Nistkästen haben Kleiber ihren Nachwuchs aufgezogen“, sagt er. Auch Nester von Trauerschnäppern wurden identifiziert.

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Die meisten Kästen konnten oben im Baum gereinigt werden. Aber wenn die Kleiber ihre Wohnung gut verklebt hatten, war es sinnvoll, den Kasten abzunehmen und unten auf dem Boden zu säubern.

Am Nachmittag wurden dann keine Nistkästen gereinigt, sondern neue gebaut. Einige Familien hatten sich angemeldet, die ihren Garten mit so einer Vogelnisthilfe ausstatten wollen. Bei dem schönen milden Wetter wurde hauptsächlich draußen gearbeitet und da Kinder und Eltern offensichtlich handwerklich geschickt waren, wurden die Nisthilfen in Windeseile fertig. Es blieb sogar noch genug Zeit, um so manchen Nistkasten mit Hilfe von Rindenstücken oder Farbe zum kleinen Kunstwerk zu gestalten.

Eine Familie baute einen Fledermausnistkasten. Spaß hat es allen gemacht und gespannt waren die Kinder auf den Unterschied zwischen einem Kleiber- und einem Meisennest. Den konnte Jakob anhand zweier Nistkästen direkt an der Waldschule zeigen.

Der Naturschützer hofft, im Frühjahr etwas von den Teilnehmern zu hören und bat darum, Fotos zu machen, wenn die ersten Bewohner eingezogen sind.

Rubriklistenbild: © Bernauer

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