„Damit unser Ort glänzt“

Herbstputzaktion mit 20 engagierten Helfern

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Auf dem richtigen Weg: Jonas Schuck und Fabian Köbel sammeln Müll längs der Straße zwischen Klein-Zimmern und Semd. Ein Kleinfuhrwerk aus dem Köbelschen Fuhrpark ist eine willkommene Unterstützung.

Klein-Zimmern - Die Sonne scheint endlich mal wieder, das macht den Menschen gute Laune, die sich am Samstagvormittag auf dem Dalles vor dem Klein-Zimmerner Feuerwehrhaus versammelt haben.

Etwa 20 Engagierte haben sich in Outdoor-Schale geworfen, um wilden Müll in Feld und Flur einzusammeln. Das freut Koordinatorin Astrid Geiß, die Zimmern glänzen sehen will. „Zimmern glänzt“ ist jedenfalls die Parole der Aktion, die sie vor einigen Jahren ins Leben gerufen hat, um für mehr Heimatliebe und weniger Verschmutzung zu werben. An diesem Samstag hat sie dabei einen großen Verbündeten: das Land, das für diesen Tag wieder einmal im Rahmen seiner Aktion „Sauberhaftes Hessen“ einen „Sauberhaften Herbstputz“ propagiert hat. Von Geiß erhalten die Teilnehmer Handschuhe, Warnwesten, große Müllsäcke –und Vorschläge, in welche Richtungen sie ausschwärmen können. Die Landes- und Kreisstraßen nach Semd, Habitzheim und Dieburg sind ebenso im Angebot wie die überörtlichen Rad- und Fußwegeverbindungen, vor allem in den Gersprenzauen.

Geiß findet es ganz klasse, dass fünf Kinder mit von der Partie sind, und die natürlich im Familienverband. „Familie Bennett ist zu viert da, Familie Götz ebenfalls. Die machen einen Samstags-Familienausflug zum Müllsammeln.“ Außerdem freut sie sich über die rege Beteiligung: „Wir hatten vor einigen Wochen eine ähnliche Aktion in Groß-Zimmern – mit ganzen acht Teilnehmern.“ Ortsvorsteher Markus Geßner rechnet vor: „Wenn man die heutige Beteiligung im Verhältnis der Einwohnerzahlen hochrechnet, hätten es acht Mal so viele sein müssen.“ Klein-Zimmern – mit seinen rund 1 500 Einwohnern – erscheint mithin als eine Oase bürgerlichen Engagements. „Auf Klein-Zimmern ist Verlass“, drückt es Geiß aus. „Der Markus mailt die Leute alle an, und dann stehen sie einfach da.“

Das bürgerliche Engagement findet seinen Ausdruck auch im Müllvolumen. „Innerorts wird eh nicht viel weggeworfen, weil das ja der Nachbar sehen könnte“, sagt Geiß. „Im Außenbereich werden wir heute wohl Einiges finden, aber am Ende werden wir wohl wieder sehen, dass sich alles in Grenzen hält.“

Der Zweck einer solchen Aktion ist für sie ziemlich simpel: „Der Sinn besteht darin, dass der Müll, den irgendwelche Bürger – aus welchen Gründen auch immer – weggeworfen haben, eingesammelt wird, damit es wieder sauber, ordentlich, liebens- und lebenswert aussieht.“

Joachim Köbel, eine der Ikonen des bürgerlichen Engagements im Ortsteil, hat diesmal anderweitige Verpflichtungen, ist aber zumindest zum Start gekommen. Der passionierte Bergwanderer sinniert darüber, warum die Alpenpfade meist so schön sauber sind, „weil die Leute da ihren Müll mitnehmen. Vielleicht liegt’s ja daran, dass sie einen Rucksack aufhaben?

„In den Gersprenzauen ist ein Viererteam unterwegs, wobei der jüngste sich das alles aus komfortabler Kinderwagen-Perspektive anschaut. Geschoben wird er von Tobias Götz, der bei der Klein-Zimmerner Feuerwehr engagiert ist. „Wir machen das jedes Jahr mit, damit unser Ort glänzt, aber wir sind hier anscheinend so vernünftig, dass wir nur wenig finden.“ Das mitgeführte Bollerwägelchen ist noch ziemlich leer. Als sich um Viertel nach zwölf alle zum Imbiss am Feuerwehrhaus eingefunden haben, ist die Ausbeute in der Tat überschaubar: fünf Säcke voll, ein Schuh, eine Autofußmatte, ein paar Plastikrohre – „und viele Getränkebecher aus Pappe und aus Plastik, heißt es. Die Beobachtung mündet in die Erörterung, ob man dafür künftig nicht besser Pfand erheben sollte. (sr)

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