Für Gemeinde entstehen keine Kosten

Hirschbach plätschert bald auch in Ortslage

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Die Steine im Bachbett (links) sollen entfernt und die Böschung bepflanzt werden.

Groß-Zimmern - Der Hirschbach ist ein langer westlicher Zufluss links der Gersprenz. Er entsteht östlich von Reinheim-Zeilhard und fließt südlich an Georgenhausen vorbei und Richtung Nordosten nach Groß-Zimmern, wo er an der Obermühle in die Gersprenz mündet. Von Gudrun Fritsch 

Einst wurde der Bach – wie früher üblich – über Regulierungsmaßnahmen begradigt und kanalisiert, mit dem Ziel, das Feuchtgebiet trocken zu legen. Ufergehölze wurden entfernt um Schattenwurf auf angrenzende Flächen zu vermeiden. Durch die Begradigung des zuvor frei und in Eigendynamik mäandrierenden Bachs wurde im Zimmerner Ortskern eine intensive Baulandentwicklung bis an den linearen Gewässerrand möglich. Seit Mitte der 1990er Jahre wird der Bach in und um Zimmern renaturiert. Jetzt ist der Ortskern an der Reihe.

Markus Römermann vom Umweltamt der Gemeinde berichtete kürzlich zu Beginn seines Vortrags im Fachausschuss von einer Anliegerversammlung zur Renaturierung des Hirschbachs, die im April stattgefunden hat. „Die Anwesenden befürworteten die vorgestellten Pläne und schlugen vor, nicht nur den zunächst geplanten Teilabschnitt zwischen Friedhofstraße und Obermühle zu renaturieren, sondern die Maßnahmen auf den Gesamtabschnitt auszudehnen“. Der Wasserverband hat bereits beim Land Hessen einen Antrag auf Bezuschussung gestellt, wonach die Finanzierung zu 20 Prozent vom Verband und zu 80 Prozent vom Land erfolgen kann.

Bäche, die in ihrem naturnahen Zustand erhalten geblieben sind oder durch entsprechende wasserbauliche und landschaftspflegerische Maßnahmen wieder in einen naturnahen Zustand rückgeführt wurden, erfüllen eine äußert wichtige ökologische Funktion im Naturhaushalt als Vernetzungsader und bieten außerdem eine überaus reizvolle Gliederung der Kulturlandschaft. Begradigte Gräben hingegen erfordern durch starke Verkrautung und erhebliche Erosion ständig fortlaufende Unterhaltskosten. Durch fehlenden Bewuchs kann keine Ufersicherung über das Wurzelwerk erfolgen, durch die volle Besonnung in Verbindung mit Nährstoffeintrag besteht eine erhebliche Verkrautungsgefahr.

Römermann erläuterte, dass die Arbeiten in der Ortslage voraussichtlich mit kommunalen Kräften von Bauhof und Gartenamt erfolgen können. Bei der Renaturierung sollen auch die Platten aus dem Bachbett entfernt werden, damit wurde Firma Röder bereits beauftragt. Ursprünglich sollte die Solpflasterung nur von der Mündung an der Obermühle bis zur ersten Brücke (rund 118 Meter) entnommen werden. Hinzu kommen jetzt auf Wunsch der Anwohner auch 205 Meter im Hirschbachweg. Lediglich an den Brücken muss die Pflasterung bleiben. An manchen Stellen werden Störsteine oder eine Mäandrierung ins Bachbett kommen.

Der Prallhang soll durch Steine sowie Schotter in der Sohle befestigt werden. Zudem ist die Bepflanzung mit Bäumen geplant, denn Licht und Schatten sind wichtig für warme und kalte Stellen im Wasserlauf. Die Arbeiten sind für Herbst 2017 geplant und werden voraussichtlich vier Wochen dauern. Das Regierungspräsidium hat bereits eine positive Bewertung abgegeben, da die Maßnahme den Wasserrahmen-Richtlinien der EU entspricht. Dieter Hader (SPD) fragte, ob die Arbeiten eventuell mit Vorschriften des Naturschutzes kollidieren würden. Römermann entgegnete: „Das wird sicher im Bescheid stehen.“ In diesem Fall müssten die Arbeiten im Spätsommer stattfinden, wenn der Wasserstand möglichst niedrig ist. Aber gewiss würden sie bis Ende 2017 abgeschlossen.

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