Ehrenbrief für Friedrich Reinhard

Der um die Hürden tanzt

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Über 40 Jahre im Dienst um den Pferdesport: Hans Friedrich Reinhard, hier mit Ehefrau Beate, wurde von Dieter Emig (links) mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen gewürdigt.

Groß-Zimmern - Er kam im verstaubten T-Shirt, um seine Ehrung entgegenzunehmen: Hans Friedrich Reinhard (57), langjähriger Abgesandter des Pferdesports von Groß-Zimmern bis in den Hessischen Landesverband, wurde am Samstag mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Von Ursula Friedrich 

Die hohe Würdigung traf den Sportwart des Reit- und Fahrvereins (RFV) sichtlich unerwartet. Emsig überwachte er an drei Turniertagen im Springparcours, dass jedes Hindernis, jede Stange korrekt an Ort und Stelle platziert war, um einen ordentlichen Wettkampf durchzuführen. Der Kreisbeigeordnete Dieter Emig riss den passionierten Reiter, Richter und Ausbilder sprichwörtlich aus seinem Element. Es liegt in der Natur der Sache, dass Amtsträger bei wiederholten Lobreden über den zu Ehrenden gebetsmühlenartig Platitüden über die Bedeutung des Ehrenamts für das Gemeinwohl abspulen.

Emig suchte und fand jedoch die angemessenen, respektvollen Worte für einen Menschen, der kein Mann des Wortes, sondern einer des Handelns ist. Verziehen sei dem sportlichen Leiter des Reit- und Fahrvereins Groß-Zimmern, dass er mit seinen Presseberichten nicht selten Mitarbeiter dieser Zeitung zur Verzweiflung brachte. Wo er als Pferdemann wirkt, ist jedoch solide und korrekte Förderung für Ross und Reiter angesagt. Hans Friedrich Reinhards Qualität liegt speziell in der Ausbildung vorrangig junger Reiter und Pferde. Bereits seit 1989 ist er Vierkampftrainer und Jugendwart des Kreisreiterbundes Darmstadt-Dieburg sowie seit 1992 Ponybeauftragter des Hessischen Pferdesportverbands. „Sein besonderes Steckenpferd ist der Vierkampf: Crosslaufen, Schwimmen, Dressur- und Springreiten“, berichtete Emig. Obwohl seit gut drei Jahrzehnten in Zeilhard heimisch, verbringt der Reinheimer einen guten Teil seiner Zeit in Groß-Zimmern. Auf der Reitsportanlage wo er von 1972 bis 1981 zunächst als Übungsleiter (Jugend) wirkte, sich als Reitlehrer qualifizierte und dieses Amt immer noch ausübt. Er ist seit 1983 Sportwart im Vorstand und auf vielen Turnieren in der Region als Fachkundiger am Richtertisch anzutreffen.

Stall gesucht: Das richtige Zuhause fürs Pferd

In seinem Verein organisiert er Lehrgänge, Pferdeleistungsschauen und Turniere. Seine Beharrlichkeit beginnt im Kleinen. „Nimm mal den Besen und kehr´ hier durch!“, sagt Reiterin Nadja Becker zu einem seiner Zöglinge beim Anblick der Stallgasse und ergänzt kopfschüttelnd: „Beim Friedrich würde es sowas nicht geben!“ Bleibt zwischen den vielen ehrenamtlichen Verpflichtungen noch Zeit, steigt Reinhard auch gerne selber aufs Ross. Mit seinem stattlichen Wallach Monvid steuert er auch mal das Reinheimer Gasthaus Krone an, wo dank seines Engagements kürzlich sogar ein Pferdeparkplatz angelegt wurde. „Auf jeden Fall brauchen wir solche aufrechten und gefestigten Charaktere viel dringender als die vielen weichgespülten Besserwisser, die schon bei der Androhung von Ehrenämtern das Weite suchen“, sprach auch Emig klare Worte.

Wer sich mit Leib und Seele derart dem Pferdesport verschreibt, der braucht außerdem einen Partner, der hier mitzieht. Beate Reinhard erhielt ebenfalls viel Lob und zudem noch mehr Blumen. Den Empfänger des Landesehrenbriefs juckte es bereits in den Fingern. Nach seiner Würdigung packte gleich wieder er mit an, um den Springplatz zum Dressurviereck umzurüsten. Und das T-Shirt um eine weitere Staubschicht zu bereichern.

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