In Alarmbereitschaft beim Gassigehen

Hundehalter vermuten eine Vergiftungsgefahr für Vierbeiner

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Brigitte Grupe mit Kira (l.) neben Liane Schreiber mit Josy und der leidgeprüften Meggi wollen aufklären: Auf der Wiese hinterm Jugendzentrum soll ein Vergiftungsrisiko für Tiere lauern.

Groß-Zimmern - Meggi rollt sich auf den Rücken und lässt sich genüsslich den Bauch kraulen. Liane und Berthold Schreiber sind froh, ihr vierbeiniges Nesthäkchen wieder zu haben. Beim Schmusen hat Meggi noch einiges nachzuholen.

Denn die zehn Monate alte Hündin hat gerade einen zweitägigen Aufenthalt in der Tierklinik hinter sich - schon der zweite in diesem Jahr. „Vergiftet“, so die Diagnose in beiden Fällen. Während Meggi im Juli mit Durchfall zu kämpfen hatte, kam sie ihrer Halterin letzte Woche vor „wie ein Jugendlicher nach einer Flasche Wodka.“ Meggi habe erbrochen, konnte nicht mehr laufen, hatte Fieber und erweiterte Pupillen. Ob ein Nieren- oder Leberschaden bleiben wird, ist noch unklar. Hinter den Symptomen, die auf eine Nervenlähmung schließen lassen, wie sie unter anderem Alkohol verursacht, vermuten die Schreibers vergammeltes Fleisch, etwa „Wurst oder Gehacktes.“ Gefressen haben soll die Junghündin die Essensreste beim Gassi-Gehen entlang der Wiese hinter dem Groß-Zimmerner Jugendzentrum. Seit mindestens fünf Jahren erzähle man sich unter den Hundebesitzern, die ihre Vierbeiner regelmäßig nahe Angelgarten und Berliner Straße ausführen, von herumliegenden „Knochen, Brotresten und Fleisch“. Aufspüren würden die Hunde die ungenießbaren Nahrungsmittel besonders häufig am Entwässerungsgraben im hohen Schilfgras, wo generell viel Unrat „entsorgt“ werde.

Brigitte Grupe, die Liane Schreiber öfters begleitet, ist beim Spazierengehen mit Labrador-Hündin Kira ständig in Alarmbereitschaft. „Jedes Mal, wenn sie irgendwo länger schnüffelt, habe ich Angst“, sagt sie und erzählt, dass es vielen im Ort genauso ginge. Ein Bekannter habe für seinen Yorkshire Terrier einen Maulkorb gekauft, nachdem er von Meggis letzter Vergiftung gehört hatte. Schreiber und Grupe wollen es ihm gleichtun. Auch wenn es ihnen nicht leicht fällt, ihren Hunden, „die doch so friedlich sind“, wie sie beteuern, einen Maulkorb anzulegen, sehen sie keine Alternative mehr. „Wir wollen sie nicht die ganze Zeit an der Leine halten, aber mit einem Maulkorb können sie auch nicht richtig spielen“, beklagt sich Schreiber.

Die schrägsten Tiere der Welt

Mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit wolle Schreiber niemanden beschuldigen. An Giftköder als Ursache glaube sie ohnehin nicht, das passe nicht zu Meggis Beschwerden. „Vielleicht meinen es diejenigen nur gut, die hier Essensreste abladen, weil sie glauben, irgendein Tier freue sich darüber. Aber damit tun sie niemandem einen gefallen“, meint Schreiber, die in erster Linie Halter von Hunden und Freigänger-katzen warnen will. „Nicht alle kommen so glimpflich davon wie Meggi“, so ihre Sorge. Auf Nachfrage des LA teilte die Groß-ZImmerner Tierärztin Elfriede Weichel-Parsczinski mit, in ihrer Praxis habe es bisher keine Tiere mitSymptomen gegeben, die auf eine Vergiftung schließen lassen.

rin

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