Info-Veranstaltung hilft Albert-Schweitzer-Schülern

Kurs auf den Beruf nehmen

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Was tun nach der Schule? Auf dem „Markt der beruflichen Möglichkeiten“ sammelten Schüler der Zimmerner Gesamtschule Informationen und Anregungen für die Wahl der Praktikums- und Berufswahl.

Groß-Zimmern - Fluch und Segen liegen oft dicht beieinander. Junge Schulabgänger können allein im Dualen Ausbildungssystem unter rund 500 verschiedenen Ausbildungsberufen wählen. Von Ursula Friedrich 

Hilfestellung angesichts dieses „Marktes der Möglichkeiten“ gibt die Albert-Schweitzer-Schule ihren Schützlingen in der gleichnamigen Veranstaltung. Am Donnerstagnachmittag verwandelte sich das Schulareal in eine Ausbildungs-Info-Börse mit rund 30 teilnehmenden Organisationen und Unternehmen. Um junge Menschen erfolgreich durch den Dschungel des Ausbildungsmarktes in den richtigen Beruf zu navigieren, wurden erstmals auch Eltern mit ins Boot geholt. Bei der beruflichen Zukunftsgestaltung seien die Eltern wichtige Partner der Kinder, so Ingeborg Klages, Leiterin des Haupt- und Realschulzweigs an der ASS. Aus dieser Erkenntnis mündete bereits eine Berufsorientierungsveranstaltung im November („Mein Job, dein Job“), in der ASS-Eltern ihren Beruf vorstellten. Für die höheren Jahrgänge des Hauptschul- und Realschulzweigs sowie des 10. Gymnasialjahrgangs war die Veranstaltung verpflichtend. Und: Es wurde in vorbereitenden Unterrichtseinheiten Sorge getragen, dass Jugendliche nicht als Zuhörer über die Ausbildungsbörse flanieren, sondern in Job-Interviews ausgewählter Berufsbilder Informationen sammeln. Hier konnte außerdem der Grundstein für die Praktikumsbewerbung gelegt werden.

Ein Dreiergrüppchen junger Damen ließ sich so zunächst am üppig blühenden Blumenstand des Gartenbauverbands über das Berufsbild Gärtner aufklären. „Ich habe noch keine Ahnung, was ich werden möchte“, so Alexandra, die 2017 ihren Abschluss macht und mit den Freundinnen die nächste Station ansteuerte: die DM-Drogerie, wo junge Leute zum Drogisten ausgebildet werden. Für Realschüler Janick stand bereits vor der Veranstaltung fest: „Ich möchte Mechatroniker werden.“ Vorangegangen war ein Praktikum in einem Darmstädter Unternehmen, bei dem sich sein Berufswunsch festigte. „Die typischen weiße-Kragen Berufe sind nach wie vor sehr gefragt, auch Friseure, Jobs im IT-Bereich sind gefragt“, so Ulrich Drechsel, der am Stand der Agentur für Arbeit informierte, und die Zimmerner Veranstaltung sehr lobte. „Je mehr Informationen geboten werden, desto differenzierter wird das Angebot betrachtet.“

Ingeborg Klages und Kollegin Marion Hübner (Leiterin des Gymnasialzweigs) betonten, dass die familiäre, intensivere Ausrichtung vor Ort erfolgreicher sei, als der Besuch großer, meist überlaufener Messen. Mit 30 Teilnehmern ist der Markt der Möglichkeiten inzwischen deutlich angewachsen und bietet Einblicke in unterschiedlichste Ausbildungsbereiche, vom Bankkaufmann über Verwaltungsjobs, Erzieher, Maler, Lackierer, Chemikant und vieles mehr.

Im Gegenzug nutzen Firmen die Chancen, geeignete Azubis zu finden. Das Dieburger Unternehmer Wolf bietet jährlich eine Lehrstelle zum Werkzeugmechaniker an - nicht immer ist die Werbung von Erfolg gekrönt. „Wir stellen unser Unternehmen zum vierten Mal hier in Groß-Zimmern vor“, sagte Geschäftsführer Ralf Geschka, der für 2016 noch einen Lehrling einstellen möchte. „Nur 20 Prozent der Realschüler gehen in eine Ausbildung, die meisten gehen auf weiterführende Schulen“, beklagte er den Trend. Seine Lehrlinge haben nicht nur die Möglichkeit, einer soliden Handwerksausbildung, sondern auch auf eine Übernahme als Geselle. Optimistisch kamen ein paar Mädchen aus ihrem Jobinterview. Das Gespräch am Stand des Seniorendienstleisters Gersprenz gab gute Impulse. „Es war sehr interessant“, so das Fazit von Nermin und Carina (8. Hauptschulklasse), „Altenpflegerin könnte das Richtige sein.“

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