In Angelgartenstraße kein Baubeginn in Sicht

Investor bisher ohne Vertrag

GROSS-ZIMMERN - Rund 110 Flüchtlinge soll die Gemeinde aktuellen Zahlen des Landkreises zufolge bis Ende März noch aufnehmen. Die vorhandenen Wohnungen sind belegt.

Über den Bau weiterer Sammelunterkünfte wird seit geraumer Zeit geredet, Planungen kommen allerdings nicht so recht voran.

Seit etwa einem Jahr beschäftigt ein Grundstück an der Angelgartenstraße Kommunalpolitiker, Investor, Planer und die Bevölkerung. Die Lage zwischen Wohnhäusern und Schulcampus ist umstritten. Der anfängliche Plan, dort für rund 100 Asylbewerber Plätze zu schaffen, wurde auf rund 50 halbiert.

Im Juli 2015 wurde dafür die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen, in der Folge waren eigentumsrechtliche Fragen mit Investor Willi Hartmann und dem Bauverein als Grundstückseigentümer zu klären, die zu einer grundsätzlichen Änderung des Konzepts führten.

Auf der knapp 2 000 Quadratmeter großen Fläche soll neben der Flüchtlingsunterkunft auch ein Gebäude zur Nachmittagsbetreuung von Schülern entstehen.

Hartmann hatte zuvor moniert, dass er ohne einen Rechtstitel auf den Baugrund Schwierigkeiten mit der Finanzierung des Projekts auf dem freien Kapitalmarkt habe.

Die Gemeindevertretung hat dieses Konzept im Dezember beschlossen und dem Bauverein das Grundstück abgekauft. „Am 12. Januar wurde der Vertrag unterzeichnet und kann eingesehen werden“, betont Bürgermeister Achim Grimm.

Schwieriger sei der Erbpachtvertrag, der mit dem Investor geschlossen werden soll.

Da das zuvor bereits geteilte Grundstück für den Kauf zunächst vereint und dann für den Erbbaurechtsvertrag beim Amt für Bodenmanagement wieder eine Teilung beantragt werden musste – alles Vorgänge, die erst nach dem Grundbucheintrag rechtskräftig werden – habe man den Vertrag noch nicht unterzeichnen können.

„In der Regel dauert das ein Vierteljahr, aber wir haben ziemlich Druck gemacht. Ich gehe davon aus, dass die rechtsverbindliche Feststellung der Teilfläche für die Sammelunterkunft demnächst vorliegt und der Erbpachtvertrag noch im Februar unterzeichnet werden kann“, sagte Grimm dem LA auf Nachfrage und fügte hinzu: „Der Landkreis ist von dem Vorgehen unterrichtet.“

Verständlicherweise fängt Hartmann ohne gültigen Vertrag nicht an.

Er wird jetzt den Bau einer ähnlichen Sammelunterkunft im Otzberger Ortsteil Ober-Klingen vorziehen. Bereits nächste Woche wird das dort befindliche Gebäude abgetragen. J sr/guf

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