Anglernachwuchs in Freudenberg

Jugend fischt in fremden Gewässern

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Auch Gewässerkunde war beim Zeltlager angesagt.

Groß-Zimmern - Wenn die Jugendlichen des Anglervereins an ihr Zeltlager denken, dann bekommen sie jetzt noch glänzende Augen. Vom 15. bis zum 24. Juli hielten sie sich wie schon einige Jahre zuvor in Freudenberg am Main bei einem befreundeten Verein auf. Elf Nachwuchsangler zwischen zehn und 18 Jahren waren diesmal dabei.

Jugendleiter Michael Bach leitete die Gruppe zusammen mit Reiner Braun und Reiner Buchsbaum. „Wir haben das Gewässer erkundet“, erinnert sich Cedric Bach (13). Und natürlich hat die Gruppe auch viel geangelt. Die meisten Fische wurden allerdings wieder in das Gewässer zurückgesetzt. „Wir sind nicht nach Freudenberg gefahren, um dort den See auszuplündern“, sagt Joshua Buchsbaum, mit 18 Jahren einer der ältesten Teilnehmer am Zeltlager. In den neun Tagen blieb auch genug Zeit für Unterricht in Fisch- und Gerätekunde. Die Jungen – Mädchen waren keine dabei – übten auch das Bleigießen für die Köder. Auf dem Main sind die Jugendlichen herumgeschippert und erfuhren einiges über den Fluss, gebadet wurde allerdings mehr im Naturschwimmbad.

Der Ausflug kostete die Jugendlichen wenig, schließlich veranstalten sie jedes Jahr das Fest am 1. Mai am Anglerteich. Die Einnahmen fließen in der Regel in die Durchführung des Zeltlagers. „Das Zeltlager stärkt auch das Gemeinschaftsgefühl“, sagt Jugendleiter Bach, denn so häufig treffen sich die jungen Angler sonst gar nicht. Es gibt sechs bis sieben Gruppenabende im Verlauf des Jahres, die finden meist im Sommer statt. Im Winter herrscht nicht nur beim Angeln, sondern auch bei den Gruppenabenden Pause. Zwar geht man hin und wieder mal Schlittschuhlaufen oder Kegeln, das ist aber eher die Ausnahme.

Die Anglerjugend von Groß-Zimmern verbrachte ein tolles Zeltlager am Main, dort war natürlich viel Angeln angesagt.

Cedric Bach ist schon seit sechs Jahren dabei. Die Angel wirft er allerdings erst aus, seit er zehn Jahre alt ist. „Es macht mir Spaß, am Wasser zu sitzen und die Natur zu genießen“, sagt er. „Beim Zeltlager haben wir geangelt, wann wir wollten, im Main oder im See.“ Weißfisch haben die Jugendlichen gefangen. In den Freudenberger Gewässern gibt es andere Fische als in den heimischen an der Gersprenz. Auch wenn die meisten Fische wieder in das Nass zurückgesetzt wurden, gab es doch eine Ausnahme: Die Aale wurden geräuchert und anschließend mit Genuss verspeist.

Joshua Buchsbaum gefallen die Zeltlager so gut, dass er auch weiterhin mitfahren will, auch wenn er dann schon erwachsen ist. „Dort herrschen optimale Bedingungen. Beim Zeltlager gibt es Toiletten und Duschen und auch Strom. Sollte das Wetter mal schlecht sein, könnten wir ins Vereinsheim.“

Als Angler war Buchsbaum auch erfolgreich, er hat einen 17,5 Kilo schweren Karpfen aus dem Main geholt. „Den habe ich allerdings auch wieder zurückgesetzt. Zum einen schmeckt er nicht, zum zweiten war der Fisch trächtig. Somit ist er also wichtig für die Erhaltung der Art.“

Buchsbaum überlegt, ob er sich in Zukunft noch stärker in der Jugendarbeit der Zimmerner Angler betätigen will. „Die Jungen schauen mit Bewunderung zu ihm auf“, sagt Michael Bach. „Und Joshua ist altersmäßig viel näher an ihnen dran.“ 18 Jugendliche sind zurzeit im Anglerverein aktiv. Wie in allen Vereinen ist die Jugendarbeit wichtig, damit die Mitglieder nicht überaltern. J bea

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