Fest für alle Generationen

Jung und Alt feiern Zehnjähriges im Wald

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Ein sehr sportliches Schätzspiel betrieben Lothar Jacob und Doris Link-Leismann. Mit dem Fahrrad bewegten sie eine Säge und versuchten so, ein möglichst 333 Gramm schweres Holzstück von einem Stamm zu durchtrennen. Die beiden waren mit 342 Gramm sehr nahe am Ziel.

Groß-Zimmern - Sonne pur, viele Gäste und tolle Angebote. Auf dem Außengelände der Waldschule stehen zur Feier des zehnjährigen Bestehens viele Stände. Besonders für Kinder, die Hauptansprechpartner, wird hier viel geboten. Von Ulrike Bernauer 

Förster Martin Starke, Vorsitzender der Waldschule, skizzierte am Samstag einen Rückblick über die Entstehung und Entwicklung der Waldschule. Das wichtigste Problem, die Mittel für den Aufbau einer solchen pädagogischen Bildungseinrichtung zu beschaffen, die sich die Vermittlung von Naturthemen zum Ziel gesetzt hat, konnte nur durch eine große Vernetzung von Politik, Wirtschaft und engagierten Helfern erreicht werden. Damit zeigten sich Parallelen zum Wald. Der sei als Ökosystem auch auf Vernetzung angewiesen. Zurzeit befindet sich die Waldschule in der Phase der Konsolidierung. Die Angebote, die es zum Teil seit Jahren gibt, seien teilweise noch immer eine Erfolgsgeschichte, teilweise hätten sie Modifizierungen erfahren.

Starke dankte den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die zum größten Teil das Projekt schon seit der Gründung unterstützen, warb aber auch für neue Mitstreiter. „Wir können immer wieder Helfer brauchen, die den Kindern die Natur näher bringen.“ Bürgermeister Achim Grimm lobte seinen Vorgänger Dieter Emig, in dessen Amtszeit die Waldschule gegründet wurde und der sich für die Finanzmittelbeschaffung ganz wesentlich eingesetzt hatte. „Bei allem, was neu ist, sind die Zimmerner erst einmal zurückhaltend“, beschrieb Grimm die Haltung einstiger Skeptiker und der Verwaltung zu Beginn.

Inzwischen habe sich die Waldschule als ganz selbstverständliches Angebot etabliert. Das würden auch diezahlreichen Kursbuchungen von Kindertagesstätten und Schulen belegen, die im Rathaus gemeldet werden. Ein Großteil davon komme nicht aus Groß-Zimmern, sondern aus den Nachbargemeinden.

Außerdem habe sich der Waldkindergarten inzwischen als Erfolgsgeschichte herausgestellt, der im ersten Jahr wegen der zögerlichen Haltung bei den Bürgern gegenüber Neuerungen nicht eröffnet werden konnte. Während die Waldschule den unteren Stock des Gebäudes auf dem Platz der ehemaligen Waldarbeiterhütte nutzt, ist der Kindergarten im ersten Stock angesiedelt. Die Gemeinde sorgt auch für die Unterhaltung von Gebäude und Gelände und sei es auch nur zum Rasenmähen. Auch Ehrenbürgermeister Emig konnte von der anfänglichen Skepsis der Zimmerner berichten, „aber das Baby sei wohl gelungen“, die Waldschule sei ein großartiger Lernort.

Emig schoss auch einige Spitzen auf die jetzige Mehrheit im Gemeindeparlament. „Die Opposition sieht es eben nicht so gerne, wenn der amtierende Bürgermeister von der anderen Partei gute Ideen hat.“ Es gab noch zahlreiche Glückwünsche und Geschenke. Astrid Geiß von „Zimmern glänzt“ überreichte ein Wasserreinigungsset und von einigen wurden Geldumschläge überreicht, die die weitere Arbeit fördern können. Die Kinder, um die es in der Waldschule hauptsächlich geht, vergnügten sich derweil bei den zahlreichen Angeboten. So konnte Samenkugeln hergestellt, ein Bild auf eine Baumscheibe gemalt, oder ein Natur-Memory gebastelt werden.

Ein Renner waren auch wieder das Stockbrot, das jedes Kind mit Hilfe der Pfadfinder über dem Lagerfeuer rösten konnte und der Lehmofen, der mit Holz oder später, als sich das in Glut verwandelt hatte, mit kleinen Kümmelplätzchen bestückt wurde. Viele der Kinder tobten und spielten einfach auf dem Gelände, kletterten oder genossen die Kühle an der Wasserrutsche. Das machte besonders viel Spaß, wenn sich viele Kinder am Pumpen, Schöpfen oder Wasserstauenbeteiligten. Der Fantasie und Kreativität waren dabei keine Grenzen gesetzt.

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