Katholischer Bläserchor feiert 50-Jähriges

Heiße Instrumente und kühle Füße

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Wichtig: an heißen Tagen beim Blasen kühle Füße bewahren.

Groß-Zimmern - Sein 50-jähriges Jubiläum feierte der katholische Bläserchor an einem der heißesten Tage, die jemals in Deutschland gemessen wurden. Von Ulrike Bernauer 

Um das Konzert auch wohlbehalten überstehen zu können, legte so mancher Musiker in der Ranch am katholischen Pfarrheim folglich weniger Wert auf die Etikette als aufs eigene Wohlbefinden. Die Schuhe wurden ausgezogen und die Füße in eine Plastikwanne mit kaltem Wasser getaucht. „Was für eine Wohltat“, seufzte so mancher genüsslich. In seiner Begrüßungsrede hatte Dirigent Klaus Wörtche auch noch darauf hingewiesen, dass man sich hitzebedingt vorbehalte, das Programm unter Umständen auch ein wenig zu kürzen.

Die Jubiläumsfeier des 1965 gegründeten Vereins begann mit einem Gottesdienst in der Kirche. „Wenn etwas Bestand haben soll, dann muss es von Gott getragen werden“, erklärte Pfarrer Christian Rauch und nahm als Beispiel den Mainzer Dom, der im Jahr 1238 stattfand. Der Dom, am selben Julitag wie die Jubiläumsfeier am Samstag eingeweiht mit größtmöglichem Aufwand eingeweiht, brannte seinerzeit noch in derselben Nacht nieder. Der Bläserchor habe hingegen nun seit 50 Jahren Bestand. „Das ist ein Grund sich zu freuen und das Talent der Musiker zu feiern.“ 1965 wurde der katholische Bläserchor auf Initiative von Pfarrer Walter Stamm gegründet. Die Ausbildung der ersten Musiker übernahm Pfarrer Stamm selbst in einem Raum über der Sakristei.

Ihm folgte Hans Vogel als erster Dirigent mit wöchentlichen Übungsstunden im Hinterhaus der Gaststätte „Kraus“ in der Alten Gartenstraße, der sich um den musikalischen Aufbau des Vereins kümmerte. Zu den ersten Treffen wurde in den kirchlichen Nachrichten, den Pfarrbriefen und im Lokalanzeiger eingeladen. Nachdem das jetzige Pfarrheim errichtet war, fanden die Übungsstunden hier statt. Reinhold Franz aus Münster löste Vogel als Dirigent ab. Seit 1985 hat Klaus Wörtche den Dirigentenstab fest in seiner Hand. Schon als Kommunionkind trat Wörtche dem Chor bei. Er erinnerte sich schmunzelnd an „die ersten Proben morgens um 10 Uhr im Gottesdienst.“ Sein Vater hatte ihm eine Trompete gekauft. Später absolvierte Wörtche eine kirchenmusikalische Ausbildung beim Amt für Kirchenmusik in Mainz, die den studierten Architekten befähigt, ein Orchester zu leiten.

Sehr entspannt feierte der Bläserchor sein Jubiläum. Es gab keine Reden und keine Ehrungen. Von einer akademischen Feier, die andere Vereine aufgrund eines solchen Jubiläums gerne feiern, könnte der Bläserchor nicht weiter entfernt sein. „Wir freuen uns, Musik machen zu können, und in den Pausen ein Bier zu trinken und etwas zu essen“, so Wörtche. Den Zuschauern gefiel es, sie lauschten der Abendmusik an diesem heißen Sommertag und verfolgten musikalisch die Entwicklung des Chores, der nicht nur Kirchenmusik spielte. Los ging es mit einem Marsch, die „Verliebten Augen“ erinnerten noch an die Anfänge des Bläserchores, moderne Titel waren aber ebenso dabei und über einen Beamer wurden Fotos aus der 50-jährigen Geschichte des Chores gezeigt.

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