Katholischer Kirchenmusikverein Klein-Zimmern

Darth Vader dirigiert die Blasmusik

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Richtig voll war es auf der Bühne, als Jugendorchester und großes Orchester ein Stück gemeinsam spielten.  

Klein-Zimmern - Am Schluss hielt es die Zuhörer nicht mehr auf ihren Stühlen, mit Standing Ovations verabschiedeten sie am Samstagabend den Katholischen Kirchenmusikverein (KKM) nach seinem Frühjahrskonzert. Von Ulrike Bernauer 

Der KKM hatte aber auch einiges geboten - zuallererst tolle Blasmusik gespielt. Mit vielen Einlagen sorgten die Musiker aber für etliche Überraschungen, die bei den Zuhörern in der fast ausverkauften Halle des St. Josephshauses bestens ankamen. Das Konzert startete mit der jüngsten Bläser-AG, die von Louise und Marlene Schwinn souverän vorgestellt wurde. Vier Stücke spielten die fünf Mädchen und Jungen, hatten aber vorher schon angekündigt, dass sie bei genügend Applaus auch noch eine Zugabe in petto hätten. Den Applaus bekamen sie und dafür das Publikum die Zugabe in Form von „Hänschen klein“. Ein halbes Jahr erst besteht die jüngste Bläser-AG, dafür war die Leistung der jungen Musiker  mehr  als beachtlich.

Mit drei Stücken begeisterte die schon anderthalb Jahre bestehende Bläser-AG das Publikum. Ganz klassische Stücke wie den Militärmarsch Nummer 1 gaben sie zum Besten, aber auch den Rattle Snake. Dazu hatten die drei jungen Musikerinnen Insa Held, Isra Mohamed und Szofia Szánto vorher verraten, dass ihnen Dirigent Thomas Martin zu Ostern Rasseln geschenkt habe, mit denen sie die Rattle Snake, also die Klapperschlange perfekt darstellen könnten, was sie mit viel Taktgefühl auch gleich im Anschluss bewiesen. Auch sie durften wie alle Gruppen des KKM nicht ohne eine Zu-gabe von der Bühne gehen.

Das Jugendorchester wurde von Markus Döbert vorgestellt. Er sprach für das Stück „Tool Time Tango“ erst mal ein Tanzverbot aus, das Stück sei zu langsam und tragend. Später erteilte er den Zuhörern eine ausdrückliche Tanzerlaubnis, der beim „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show aber nur die beiden Bläserinnen Katrin Kohls und Maren Borbonus nachkamen, die den etwas speziellen Tanz auf der Bühne vorstellten. Für die Zugabe „Hey Pippi Langstrumpf“ gab es für Dirigent Martin eine Überraschung, er bekam eine Perücke mit roten Zöpfen geschenkt, mit der er nach Aufforderung durch das Publikum auch die Zugabe dirigierte.

Dann wurde es ausgesprochen klanggewaltig. Das Stück „Raiders March“ aus dem Film Star Wars spielten Jugend- und Großes Orchester gemeinsam. Dirigent Martin sorgte mit einer weiteren Verkleidung für einen Hingucker, als Darth Vader erschien er auf der Bühne. Zwar rutschte ihm öfters die Kapuze vor das Gesicht, sein Orchester bewältigte das Stück aber trotz dieses kleinen Hindernisses hervorragend. Der Verkleidung war aber damit noch nicht genug, zum Schlussstück „Der Mond ist aufgegangen“ erschien Martin im Nachthemd vor dem Orchester.

Das große Orchester bot im Verlauf des Abends ein buntes Feuerwerk an Musik. Filmmusik stand noch häufiger auf dem Programm, aus „Spider-Man“ und „Avatar“ brachten die Musiker Stücke zu Gehör. Aber auch die Freunde ganz traditioneller Volksmusik kamen auf ihre Kosten. Eine weitere Überraschung gab es bei der heimlichen Tiroler Nationalhymne „Dem Land Tirol die Treue“. Komponist Florian Pedarnig hatte laut Moderator Thomas Schwinn verfügt, dass das Stück nur aufgeführt werden darf, wenn der Refrain gesungen wird. Folgerichtig konnte sich das Publikum davon überzeugen, dass das Orchester nicht nur blasen, sondern auch singen kann. Nur von Tuba und Akkordeon, gespielt von Gerhard Kuhr, begleitet, stimmten die Musiker den Refrain an und erhielten dafür noch einmal einen besonderen Applaus.

Stimmungsvoll war das letzte Stück, zu dem der Dirigent im Nachthemd erschien. Die Lichter im Saal erloschen und ein illuminierter Mond stieg langsam über der Bühne auf, unter sich wie Sterne die kleinen Lampen der Musiker, damit diese ihre Noten noch lesen konnten. Hier gab es für das Publikum dann kein Halten mehr, drei Zugaben erklatschten sich die Zuhörer dann noch, bevor das Orchester endgültig die Bühne verließ.

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