Fragen an Bürgermeister Achim Grimm und Thomas Beutel

„An Kerb gibt’s Nierenspieße“

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Thomas Beutel (l.) und Achim Grimm: Der Gedanke an Kerb macht Lust und Appetit.

Groß-Zimmern - Ab Samstag heißt es wieder: „Die Zimm"ner Kerb is do!“. Das größte Fest im Ort ist eine tagelange Megaveranstaltung, zu der tausende Besucher erwartet werden. Folglich muss alles im Vorfeld gut geplant sein.

LA-Redakteurin Gudrun Fritsch hat mit Bürgermeister Achim Grimm und dem Vorsitzenden des Kerbvereins, Thomas Beutel, über die Organisation des Festes gesprochen.

Herr Grimm, gelten 2015 an Kerb die selben Genehmigungen und Sicherheitsvorkehrungen im Ort wie im letzten Jahr ?

Grimm: Ja, das hat sich alles sehr gut bewährt. Für die Anwohner ist es natürlich nicht leicht. Aber hier haben wir uns wie im letzten Jahr geeinigt. Das ganze Konzept ist inzwischen sehr gut ausgearbeitet und wir sind ein verlässlicher Partner.

Beutel: Derzeit läuft der Verkauf der Kerbbändchen, die als Eintrittskarten dienen. Es gibt 2 800 für sechs Euro, an der Abendkasse kostet der Eintritt sieben Euro, falls überhaupt noch Bändchen da sind. Mit der altersentsprechenden Kennzeichnung haben wir inzwischen Übung.

Wie sieht das aus?

Grimm: Es gibt wieder zweierlei Bändchen für über und unter 18-Jährige. Daneben gibt es nichts. Rein kommt nur, wer sich entsprechend ausweisen kann.

Beutel: Wir kontrollieren genau. Am Samstag sind vom Security-Dienst 16 bis 18 Leute im Einsatz, außerdem die Eltern der Kerbborschte und Mitglieder des Kerborganisationsausschusses (KOA). Das Festbüro im Raum des Tischfussballklubs im Erdgeschoss der Mehrzweckhalle ist ständig besetzt. Wir danken den Tischfußballern für die problemlose Unterstützung.

Wann haben Sie mit den Vorkehrungen begonnen?

Grimm: Vor gut drei Wochen gab es ein Abstimmungsgespräch aller Helfer von Kerbverein, Feuerwehr, DRK, Bauhof, Polizei und Ordnungsamt. Dabei wurden noch einmal die rechtlichen Ordnungsunkte durchgegangen sowie Regelungen für den Straßenverkehr beim Umzug am Sonntag und der Verbrennung am Dienstag besprochen. Die Feuerwehr ist fast überall dabei und das DRK leistet in diesem Jahr ausgeweitete Dienste auf dem Platz, im Außenbereich und beim Umzug. Die Zusammenarbeit von Verein, Gemeinde und Verantwortlichen funktioniert sehr gut und zuletzt konnten wir Probleme immer auf dem kurzen Dienstweg lösen.

Beutel: Nach Kerb gibt es eine Nachbesprechung und ein Protokoll, damit man fürs nächste Jahr weiß, was man besser machen kann. Auch davon profitieren wir.

Wissen auch die Wirtschaften, wann Schluss sein muss?

Grimm: Ja. Sie haben alle Gestattungen, die besagen, an welchen Tagen sie bis wann geöffnet haben und wie lange sie Lärm im Außenbereich zulassen dürfen.

Beutel : Es gibt die ganz einfache Regel, die lautet „eins-zwei-drei-vier“. Um eins muss die Musik im Außenbereich ausgemacht werden, um zwei gibt’s die letzten Getränke. Um drei ist drinnen die Musik vorbei und um vier muss die Kneipe schließen.

Was wird getan, um das Wegwerfen von Flaschen zu verhindern?

Grimm: Beim Kauf der Getränke gilt generell ein Pfand von zwei Euro. Auch das hat sich bewährt. Es gibt viel weniger Glasscherben.

Beutel: Außerdem lässt es sich dabei wesentlich einfacher rechnen.

In Zimmern heißt es, der Umzug wäre diesmal wesentlich kürzer als sonst. Stimmt das?

Beutel: Die Länge der Umzugsstrecke richtet sich nach dem Abholungsort des Kerbmädchens. Aufstellung ist im Geherenweg und Odenwaldring. Alle 36 Zugnummern laufen so zunächst einmal aneinander vorbei, sodass jeder jeden einmal sieht. Angeführt wird der Umzug wie immer vom Fanfarencorps.

Finden Sie die Großveranstaltung etwas beängstigend?

Grimm: Wir sind alle gut aufgestellt und im vergangenen Jahr hatten wir einen Rekord. An Kerb war kein einziger Polizeieinsatz nötig und es gab auch keine Schlägereien. Das zeigt uns, wenn sich alle an die Vereinbarungen halten, ist angenehmes Feiern möglich.

Beutel: Und unser Wetteramtsmann Uwe Schönberg hat vorhergesagt, dass es tendenziell eine gute Großwetterlage geben wird. Aber: mer kennes uns nit moole un nit bagge. Ich empfehle: mit guter Laune friedlich feiern.

Wie wird sich denn die künftige Platzgestaltung auswirken?

Grimm: Solange es keine konkreten Pläne gibt, kann man dazu auch noch keine Aussage machen. Das wäre reine Spekulation. Traditionell haben wir hier im Jahr vier Veranstaltungen auf dem Platz und es wäre schön, wenn das so bleiben könnte. Eine besondere Freude ist dabei der Schaustellerbetrieb Petzold aus Babenhausen. Die kommen immer wieder gerne zur Kerb nach Zimmern. Der Senior ist über 80 Jahre alt und bei dem Familienbetrieb immer mit dabei, in diesem Jahr sogar zum 60. Mal.

Beutel: Das Karussell, die Reitschul", Schiffschaukel, alles ist wie immer. Ich freue mich schon jetzt darauf.

Grimm: Ich esse sonst das ganze Jahr keinen Nierenspieß, aber an der Imbissbude an Kerb gehört das einfach unbedingt dazu.

Beutel: Mir geht"s da ganz genau so.

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