Jahrgang 1996/97: Flott und pünktlich, aber ohne Bock

Kerbbaum erstmals in Windeseile umgelegt

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Der Kerbbaum ist unter Mithilfe aller grünweißen Kerbborschte schnell in handliche Stücke zersägt.

Groß-Zimmern - Pech hatte am Samstagabend jeder, der sich auf die übliche Verspätung beim Absenken des Kerbbaums eingestellt hatte. Von Ulrike Bernauer

Der Jahrgang 1996/97 war überpünktlich, bereits um drei Minuten vor 19 Uhr stand der Baum nicht mehr auf dem Rathausplatz, sondern lag bereit zum Zerlegen. Mit Seilen hatten die grünweißen Kerbborschte den Baum gesichert, die letzten Meter aber der gigantische Mast zu schwer, der Kerbkranz krachte dann doch mit Macht auf den Boden. Kerbmädchen Carolin Herzog schaute als erstes nach ihrer Puppe, die erstaunlicherweise den Sturz unbeschadet überstanden hatte. Die Eltern der Kerbborschte hatten in diesem Jahr eine Neuerung eingebracht.

Kleine Pappmaschee Püppchen zierten den Kranz, für jeden Kerbborschte eins. „Sogar die Frisur ist noch in Ordnung“, staunte Herzog. Auch das Kleid war noch völlig unversehrt. Das hatte ebenso wie den Talar des Pfarrers Ingrid Pasewald genäht, die Oma von Mundschenk Philipp Tesch. Andere Püppchen hatte entweder der Sturz oder der endgültige Abschied von der Kerb 2016 im wahrsten Sinne des Wortes kopflos gemacht. Glücklicherweise ließen sich die Häupter wieder leicht auf die Körper stecken.

Während das Umlegen des grünweiß geschmückten Baumes sehr schnell ging, herrschte dann ein wenig Ratlosigkeit. Eine Säge hatten die Kerbborschte zwar mitgebracht, aber keinen Bock. Nach einigem Überlegen wurden Bierkästen statt des Bocks genommen, um den Baum abzulegen. Nachdem auch dieses Hindernis überwunden war, ging auch das Sägen schnell vonstatten.

„Das erste Stück ist für die Elfi vom Dorfbrunnen“, erinnerte das Kerbmädchen und auch das zweite Baumstück wanderte noch nicht in den Besitz eines Kerbborschte. Das hatte sich der frühere Kerbvereins-Vorsitzende Thomas Beutel ausbedungen, der inzwischen eine ganze Sammlung zu Hause haben muss. Die Kerbborschte 2016 sind offensichtlich gut strukturiert, aber sie eilten sich auch deshalb, weil das Wetter recht unfreundlich war.

Nach dem Zerlegen des Baumes freuten sie sich, in die warme Mehrzweckhalle zu kommen. „Jetzt haben wir den Stress hinter uns“, seufzte Kerbborscht Max Urban zufrieden. Er bereut seine Teilnahme an der Kerb ganz sicher nicht, „aber es war doch einiges an Arbeit. Trotzdem hatten wir eine schöne Kerb. Bei der Party machen wir heute gar nichts mehr, außer feiern.“ Erst in zehn Jahren müssen sie selbst die Kerbparty ausrichten. Bis dahin wird sich der Kerbkater ganz gewiss gelegt haben.

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