Pakt für den Nachmittag im Angelgarten

120 Kinder kommen in die Schule

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Noch ist das alte Schulhaus in der Wilhelm-Leuschner-Straße Baustelle. Derzeit werden die Decken bearbeitet.

Groß-Zimmern - Für 120 Mädchen und Jungen ist am Dienstag der erste Schultag. Die drei Zimmerner Grundschulen sind gut vorbereitet. Neben dem normalen Unterricht gibt es an der Schule im Angelgarten jetzt auch Ganztagsbetreuung. Von Gudrun Fritsch 

In der Friedensschule werden 71 Erstklässler in drei Klassen eingeschult. Zwar sei die Stundenversorgung rechnerisch gesichert, aber pädagogische sehe es nicht so gut aus. „Uns fehlen Förderstunden“, sagte Schulleiter Axel Pucknat im Gespräch mit dem LA. An der größten Zimmerner Grundschule sind 21 Lehrer zumeist in Vollzeit beschäftigt. Im Kollegium habe man sich dafür entschieden, weiterhin vier Klassen im vierten Schuljahr zu erhalten. Laut der Zuweisung gibt es hierfür jedoch nur drei Stellen mit jeweils 25 Wochenstunden. Im letzten Schuljahr habe man in einer Stufe die Klassen von vier auf drei reduziert, „danach wurde es mehr als eng“, so der Schulleiter. Er hofft noch auf ein Einsehen des Schulamtes, denn der letzte Datenabzug läuft im Oktober. Ein anderes Problem benennt Pucknat: „Es gibt keine Lehrkräfte. Hessen bildet zu wenig aus.“ Besonders im Grundschulbereich sei es sehr schwer, neue Kollegen zu finden.

Der Umbau des alten Schulgebäudes an der Wilhelm-Leuschner-Straße, das für die Ganztagsbetreuung genutzt werden soll, ist noch nicht fertig. Größte Sorge ist derzeit, dass wegen der Arbeiten die Heizung mindestens bis Mitte September abgestellt ist, derzeit wird der Graben für die Anbindung der Anlage hergestellt. „Wir hoffen, dass es keinen plötzlichen Kälteeinbruch gibt“, sagt der Schulleiter. Interessant sieht es nebenan auf der Baustelle aus, die ohne Führung einem Labyrinth gleicht. Zum Stand der Arbeiten teilte Kreispressesprecher Frank Horneff mit: „Die Verlegung der Entwässerungsgrundleitungen sind abgeschlossen, der Innenausbau läuft. Die neuen Fenster sind zum größten Teil eingebaut. Der Austausch von defekten Sandsteinen an der Fassade ist beendet, die Verputzarbeiten wurden Ende Juni begonnen.“ Die Technik gehe voraussichtlich im Oktober in Betrieb, mit der Fertigstellung rechnet man im November. Gekostet hat der Umbau Rund 3,5 Millionen Euro. An den Räumlichkeiten der Friedensschule hat sich zum Vorjahr nichts geändert, aber die Nutzung des Pausenhofes ist wegen der Arbeiten noch eingeschränkt.

Dass die Kerb zeitgleich mit der Einschulung ist, sei äußerst selten. „Aber das ist zu verkraften, zumal es am Dienstag im Ort eigentlich recht ruhig ist“, so Pucknat. Dass der Kerbmontag in Zimmern nicht schulfrei ist, liegt keineswegs daran, dass der Schulleiter ein Dieburger und begeisterter Fastnachter ist. Wie die drei möglichen Brückentage terminiert werden, das können die Schulen eigenständig festlegen. Die Regelungen sollten jedoch in der ganzen Gemeinde einheitlich sein.

Vor Jahren habe es hierzu eine Umfrage bei den Eltern gegeben und die Mehrheit habe sich gegen den Kerbmontag ausgesprochen, weil man sonst auf eine der in Verbindung mit Feiertagen verlängerten Freizeit hätte verzichten müssen. „Aber ich habe gelesen, dass es künftig vier freie Tage geben soll, dann kann man darüber auch noch einmal diskutieren“, so Pucknat.

Schule im Angelgarten

Zwei erste Klasse mit 18 und 17 Schülern werden in der Schule im Angelgarten (SiA) gebildet. Insgesamt sind damit 185 Kinder an der zweizügigen Grundschule, weitere zwölf besuchen den Vorlaufkurs, in dem an vier Tagen jeweils zwei Stunden lang Deutsch als Zweitsprache unterrichtet wird.

Das Kollegium besteht aus 16 Frauen und einem Mann, die die Unterrichtstafel abdecken können. Eine Kind mit Inklusion besucht die Schule, weitere drei werden in vorbeugenden Maßnahmen von Förderpädagogen betreut. Neu ist ab diesem Schuljahr der Pakt für den Nachmittag. Vorerst wird noch vieles geplant und nachkorrigiert. Aktuell liegen für die Ganztagsangebote 49 Anmeldungen vor, ab November kommen zwei Kinder hinzu. Die Betreuung findet in der Schule sowie im Jugendzentrum statt, sobald das neue Betreuungshaus steht, wird es natürlich auch hierfür mit genutzt werden.

Der Anteil von Kindern, die nicht mit Deutsch als Familiensprache – so die aktuelle Formulierung – aufwachsen, ist an der SiA mit rund 100 Schülern relativ hoch. „Aber das heißt nicht, dass diese Kinder schlechter lernen“, betont Schulleiterin Martina Goßmann. Viele seien sehr gut integriert und ihre Zweisprachigkeit biete häufig große Vorteile. Besonders beim Frühenglisch mache sich das positiv bemerkbar. „Wir sind hier stolz auf diese Leistungen.“ Lediglich 27 Kinder könnten als rein ausländisch gelten.

Geißbergschule

Die Geißbergschule ist mit 59 Schülern eine der kleinsten im Landkreis. „Im Vergleich zu 2015 haben wir aktuell zwei Kinder weniger“, berichtet Schulleiterin Angelika Klindt. Die 14 Erstklässler werden gemeinsam mit den zehn Kindern der zweiten Klasse unterrichtet. In der Dritten sind 16 und in der vierten 19 Schüler. Drei Lehrerinnen sowie eine für Fachunterricht und Schulleiterin Angelika Klindt unterrichten. Für eine Inklusionsmaßnahme in der zweiten Klasse kommt mit 15 Wochenstunden eine Förderschullehrerin hinzu.

Die Ausstattung der Schule sei gut, für den Herbst werde zudem die Aktualisierung des PC-Raums geplant, berichtete die Schulleiterin.

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