Jost Scharna: „Wir müssen unbedingt an die Bude ran!“

KIP-Fördergelder für Rathaussanierung

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Groß-Zimmern - Dass das Rathaus in die Jahre gekommen und sanierungsbedürftig ist, steht außer Frage. Mit welcher Summe für Neuanschaffungen und Arbeiten an und im Verwaltungsgebäude gerechnet werden muss, steht noch nicht genau fest. Von Gudrun Fritsch 

Die Gemeindevertreter hoffen auf Unterstützung durch Fördergelder aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP). Mit dem Förderprogramm soll die Investitionsfähigkeit von Kommunen gestärkt werden und der Gemeinde wurden hieraus rund 1,3 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Das Kontingent setzt sich zusammen aus Bundes- und Landesmitteln, zu einem Teil als Zuschuss und zum anderen als Darlehen (siehe Kasten). Da die Anmeldung bis zum Jahresende erfolgen muss, wurde am Montag im Planungsausschuss über eine „Positivliste“ mit acht möglichen Maßnahmen diskutiert und abgestimmt. Neben der Sanierung des Rathauses wird unter anderem die Anschaffung von drei Elektroautos, die Erneuerung von Heizungsanlagen in den Gemeindekindergärten oder der Austausch der Straßenbeleuchtung in LED genannt.

Ob diese Projekte rein hypothetisch aufgelistet wurden, wollte Janek Gola, Fraktionsvorsitzender der Zimmerner Liste (ZiLi), wissen. Auch Stefan Held (Grüne) und Christian Hader (SPD) monierten, dass einige der genannten Summen kaum stimmen könnten. Dass diese Zahlen noch keinen genauen Werten entsprechen, begründete der Ausschussvorsitzende Jost Scharna (CDU) damit, dass zwar eine Liste einzureichen sei, die Zimmerner Parlamentarier sich allerdings bereits im Vorfeld darauf geeinigt hätten, die gesamten Fördergelder für die Rathaussanierung zu verwenden, weshalb dieses Projekt auch oberste Priorität habe. Ein energetisches Gutachten für das Verwaltungsgebäude sei derzeit in Arbeit. „Ist hier vielleicht eine Komplettentkernung notwendig?“, fragte Hader mit Blick auf die undichten Fenster.

Wichtig sei es, vorab zu klären, ob die Angestellten zeitweise ausgesiedelt werden müssen und ob es nicht kontraproduktiv wäre, den bis dahin eventuell gerade neu gestalteten Rathausplatz mit schwerem Gerät und Lastwagen zu befahren. „Wir werden keine weiteren Schnellschüsse mehr mittragen, wie bei der Entscheidung über die Gestaltung des Rathausplatzes“, mahnte Hader. Als das Raunen um Befürchtungen einer Komplettschließung im Ausschuss die Runde machte, betonte Scharna: „Wir machen unser Rathaus nicht zu. Es geht gewiss auch Stockwerk für Stockwerk oder mit Containern. Aber wir müssen unbedingt an die Bude ran!“

Da Fördergelder schon mal zur Diskussion standen, fragte Hader auch nach, wie weit die Beantragungen für Mittel aus der Sozialen Stadt zur Pausenhofgestaltung der Friedensschule und das Betreuungshaus neben Albert-Schweitzer- und Angelgartenschule gediehen seien. „Hier ist der Landkreis in der Pflicht“, entgegnete Scharna.

Dort sieht man es jedoch anders. „Wir haben seit einem Telefonat zwischen dem Ersten Kreisbeigeordneten und dem Bürgermeister Groß-Zimmerns Ende Oktober keine weitere Rückmeldung zum aktuellen Stand bei beiden Projekten und warten weiter auf Signale aus dem Zimmerner Rathaus, denn Antragsteller für Fördermittel ist immer noch die Kommune, nicht der Kreis“, teilte Kreispressesprecher Frank Horneff dem LA auf Nachfrage mit. Themen, mit denen sich auch heute der Finanzausschuss und die Gemeindevertretung am Dienstag, 15. November, beschäftigen wird. Die Gremien tagen öffentlich ab 20 Uhr im Rathaus.

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