Auf besondere Art: Ausgefallener Markt kommt gut an

Adventsmarkt: Klein, aber fein und unterhaltsam

Der evangelische Posaunenchor ließ weihnachtliche Stimmung aufkommen.

Groß-Zimmern - An einem seidenen Faden hing es, ob der Adventsmarkt stattfinden würde. Nachdem der Schwarze Bock, seit Jahren Organisator der „Glühweinkerb“, die viele Arbeit nicht mehr leisten kann, hatte sich ein Gruppe gefunden, die einsprang. Der Zuspruch am Wochenende war groß.

Es lebe die Glühweinkerb: Darauf gab Yvonne Kränkel eine Runde aus.

„Ich habe selten eine so lustige Truppe erlebt“, sagte Tom Hicking, der sich mit Hans Peter Wejwoda, Thomas Beutel, Frank Brehmer, Gerhard Kuhr und Brigitte Tesch dafür dafür eingesetzt hat, dass die Zimmerner ihren Glühwein hinter dem Glöckelchen genießen können. „Wir haben zusammen schon die HR-Sommertour geregelt. Das hat so viel Spaß gemacht, dass wir überlegt haben, wir könnten auch noch etwas anderes stemmen.“ Der Mini-Adventsmarkt war zwar nicht mit den Märkten des Schwarzen Bocks auf dem Roten Platz oder in den Jahren davor – ebenfalls hinter dem Glöckelchen – zu vergleichen, nur vier Buden standen auf dem Parkplatz. Aber die waren umringt von vielen Besuchern. Am Nachmittag waren viele Familien unterwegs, die Kinderwagendichte war hoch. Später hatten die Kerbborschte 2017 alle Hände voll zu tun, denn sie waren die einzigen, die Glühwein ausschenkten. Sie kamen mit dem Heißmachen des Stöffchens kaum noch nach. Auch die Wurstbude der Organisatoren war umlagert, bot sie mit Rinds- und Schweinswurst doch die einzige Speise auf dem Markt.

Vertreten war noch die Kinder- und Jugendförderung. Hier wurden zwar Plätzchen und Marmeladen verkauft, aber die mundeten den meisten doch nicht so recht zum Glühwein. Viel Publikum hatte auch die Klasse R 8b von der Albert-Schweitzer-Schule. Die Jugendlichen verkauften Lose und gaben viele Gewinne aus. Alle Preise waren liebevoll verpackt und so konnte der Gewinner mit dem Auspacken schon mal für Weihnachten üben. Sabine Knödler aus Groß-Zimmern fand in ihrem Päckchen ein Lineal, einen Schlüsselanhänger und eine kleine Dose. Zusätzlich hatte sie noch fünf Kilo Kartoffeln vom Dresselhof gewonnen. Die Schüler hatten die ortsansässigen Geschäfte um Spenden gebeten und viele unterschiedliche Gaben erhalten. Das eingenommene Geld wandert in die Klassenkasse und wird für Ausflüge verwendet.

Eigenwilliges Lichterspiel am Glöckelchen.

Knödler gefiel der Markt gut. „Es gibt ein Überangebot an Advents- und Weihnachtsmärkten in der Gegend. Da weiß man fast gar nicht, wo man hingehen soll. Aber hier ist es gemütlich und die Stände sind nicht kommerziell, sondern von Vereinen geführt. Das gefällt mir gut.“ Auch Yvonne Kränkel fand den Markt schön. „Ich bin jedes Jahr auf dem Weihnachtsmarkt. Auch so klein ist er reizvoll. Das ist fast wie bei den Lilien, aus Tradition anders. Ich finde es hier am Glöckelchen wunderbar und viel schöner als auf dem Roten Platz, auch wenn ich rotweißes Kerbmädchen bin.“

„Hier ist es gemütlicher“, meint auch Tochter Chiara Altilio. Auf Kunsthandwerk mussten die Zimmerner auch in diesem Jahr nicht verzichten. Die Bastler und Handwerker hatten ihre Stände im ersten Stock des Glöckelchens aufgebaut. Es gab viele Deko-Artikel aus Holz, gestrickt wurde sogar auf dem Markt noch fleißig und eine alte Bekannte trafen die Zimmerner auch wieder. Martina Seibert, Inhaberin des ehemaligen Geschenkelädchens in der Jahnstraße, verkaufte hier auch. „Ich freue mich, mal wieder in Zimmern etwas anbieten zu können“, sagte Seibert, die ihre originellen Geschenkideen inzwischen auf dem Otzberg in der Bauernstube anbietet.

Am Sonntag waren die Kinder begeistert vom Weihnachtsmann, der natürlich auch Geschenke brachte. „Wir haben ganz viele Päckchen gepackt“, sagte Hicking. Auch über Weihnachtsmusik konnten sich die Besucher freuen. Am Samstagabend spielte der evangelische Posaunenchor, am Sonntag gab es mit dem Katholischen Kirchenmusikverein Besuch aus Klein-Zimmern. (bea)

Bilder zur Glühweinkerb in Groß-Zimmern

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