Singen im Dialekt / Wie alt ist das Lied?

Junge Hymne mit Gaaßen

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Bettina Krumm bringt den Herren vom Jahrgang 1940 zwar nicht die richtigen Töne, dafür aber KLein-Zimmerner Platt bei.

Klein-Zimmern - Die Hymne wird zur Klein-Zimmerner Kerb häufig gesungen. Auch am Montagmorgen auf dem „Gaaßeplatz“ beim Bieranstich wurde sie angestimmt. Dass auch Groß-Zimmerner sie allerdings so gut beherrschen, dürfte manchen Kerbbesucher überrascht haben. Von Ulrike Bernauer 

Aus vollem Herzen schmetterten die Herren vom Groß-Zimmerner Jahrgang 1940 die Hymne. Gewiss könnte man diese Kerbborschte kaum als einen wohltönenden Chor bezeichnen, aber ganz bestimmt als einen lautstarken. Und ihr Gesang entfachte eine Diskussion über die Herkunft der Klein-Zimmerner Kerbhymne.

Ortsvorsteher Markus Geßner schwang beim Bieranstich in Klein-ZImmern den Hammer. Bürgermeister Achim Grimm (rechts) assistierte mit dem Krug. Foto: Bernauer

Im Ort wird sie noch nicht lange gesungen, darin waren sich Ortsvorsteher Markus Geßner und Kerbborsch Josef Coy einig. Bekannt sei sie hier seit etwa zehn oder 15 Jahren. Die Diskussion hatte Heinz Brücher aus Groß-Zimmern aufgebracht, als er erklärte: „Wir von unserem Jahrgang, singen dieses Lied schon sehr lange.“ Er beteuerte auch, dass die Melodie, die der englischen Nationalhymne sei. Kerbfrau und Ex-Ortsvorsteherin Bettina Krumm störte das nicht. Sie bestand allerdings darauf, das Lied mit den Herren noch einmal zu singen. Ihre Kritik bezog sich weniger auf den richtigen oder falschen Ton, sondern sie bemängelte, dass die Nachbarn aus Groß-Zimmern viel zu hochdeutsch und nicht im Klein-Zimmerner Platt gesungen hatten. Die Groß-Zimmerner Kerbborschte wiederum zeigten sich davon wenig beeindruckt und scherzten: „Die Engländer würden uns lieben. Immer wenn die englische Fußballnationalmannschaft spielt, singen wir mit, allerdings den Geißentext“. Der Klein-Zimmerner Kultur- und Kerbverein (KuK) hat nun eine neue Aufgabe, nämlich den Ursprüngen des Liedes zu erforschen.

Mit dem Bieranstich war am Morgen der Frühschoppen eröffnet worden. Ortsvorsteher Geßner hatte die Ehre, das Fässchen anzustechen. Bürgermeister Achim Grimm hatte sich vornehm zurückgehalten und hielt den Krug bereit. Den Sonntag hatten die Klein-Zimmerner nach der Kerbrede bei Superwetter zufrieden feiernd verbracht. Die Rede wurde von zwei Kerbvätern gehalten, von Damian Dölz und Anja Africh, die vom Mundschenk schnell zum Vater mutiert war. (Die komplette Rede finden Sie heute auf Seite 5). Gespannt waren dann alle auf das Ergebnis des Schätzspiels. Der Boden eines großen, senkrecht stehenden Traktorreifens von 1,75 Meter Durchmesser und 60 Zentimetern Breite war mit Wasser gefüllt worden. Am besten hatte ein Fachmann einer Dieburger Fahrschule die Litermenge geschätzt. Er lag dem tatsächlichen Fassungsvermögen des Reifens von 155 Litern mit 155,5 Litern am nächsten. Abends begeisterten dann die Partycrackers ihr Publikum, die Musik gefiel Jung und Alt bestens und es herrschte noch einmal ausgelassene Stimmung.

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