Zum 50. Geburtstag

Konzert mit Überraschung

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Die Lust am Spiel und Freude im geselligen Verein waren den Musikern des KKM beim Konzert deutlich anzusehen.

Klein-Zimmern - Ein abwechslungsreiches Konzert erlebten die Zuhörer beim Katholischen Kirchenmusikverein (KKM). Der zeigte die Bandbreite seines Schaffens. Die Erwachsenen begeisterten in der Halle des St. Josephshauses mit den Stilrichtungen, die Blasmusik bieten kann. Von Ulrike Bernauer 

Den Anfang machten jedoch die Youngsters unter den Musikern. Sechs Mädchen traten auf die Bühne, noch ein wenig aufgeregt und schüchtern. Das verwunderte allerdings niemanden, denn die Geißbergschülerinnen spielen die Instrumente erst seit September und sind damit die zurzeit jüngste Bläser-AG. Für ihre Praxis von gerade Mal einem halben Jahr zeigten sie ein beachtliches Können und spielten mit „Susanna“ und „Au clair de la lune“ zwei einfache Stücke. Ohne die Zugabe von „Hänschen Klein“ durften die jungen Musikerinnen nicht von der Bühne.

Als Minions aus dem Film „Ich einfach unverbesserlich“ präsentierte sich das Jugendorchester.

Die Zuhörer kamen danach in den Genuss einer weiteren Bläser-AG, bestehend aus einer jungen Dame und vier jungen Herren. Sie sind schon ein Jahr weiter und konnten mit der Sinfonie mit dem Paukenschlag“ ein recht komplizierteres Stück spielen. „Jetzt sind sie alle wieder wach“, kommentierte Noah, der seine Musikerkollegen vorstellte, die Lautstärke.

Dirigent wird zum Bösewicht

Die Moderation bei diesem Konzert übernahmen durchweg Musiker, die sich dann wieder in die Reihen ihrer Kollegen begaben. Die zweite Bläser-AG begeisterte noch mit einem Stück von Queen. „We will rock you“, bei dem zum einprägsamen Rhythmus gestampft und geklatscht wurde.

Humorvolles Lachen gab’s beim Jugendorchester. Das spielte seine ersten drei Stücke, unter anderem den „Tiger Rag“ aber auch die Peer Gynt Suite Nummer eins traditionell. Auf einmal zückten die jungen Künstler Helme und Brillen und verwandelten sich in Minions, die im Film „Ich – einfach unverbesserlich“ die Zuschauer verzaubert hatten. Natürlich spielte das Jugendorchester dazu auch den bekannten Hit „Happy“ von Pharell Williams. Schwierigkeiten hatte nur Dirigent Thomas Martin, der dabei einen Bösewicht mit einer enorm großen Nase gab. Die Pappnase hinderte ihn beim Lesen der Noten und wurde deshalb mitunter auf die Stirn geschoben. Ansonsten meisterten Dirigent und Jugendorchester ihr Repertoire vorzüglich.

Becherklappern gibt Rhythmus vor

Sehr voll wurde es dann auf der Bühne, als sich zum Jugendorchester auch noch das große Orchester gesellte. „Im letzten Jahr haben wir mit der Premiere des Zusammenspiels beider Gruppen viel Applaus erhalten“, berichtete Maren Borbonus. „Deshalb werden wir auch in diesem Jahr wieder ein Stück zusammen spielen.“

Mit „Pitch Perfect“, brachten die Musiker eine neuere Filmmusik zu Gehör. Auch hier hatten sie sich etwas Besonderes einfallen lassen. Vier der jüngeren Bläser verließen das Orchester und stellten sich an einen erhöhten Tisch neben der Bühne. Mit dem Geklapper von Bechern gaben sie den Rhythmus des Stückes vor. Das große Orchester begann anschließend sein Konzert mit klassischer Blasmusik, um dann mit der „Toccata d-moll“ von Johann Sebastian Bach allerdings in einer Rock-Version fortzufahren.

Modernes kommt an

Insgesamt hatte das Orchester mehr auf moderne Stücke gesetzt, was sehr gut ankam. Die Polka „Ein halbes Jahrhundert“ hatte man gewählt, weil auch der KKM inzwischen dieses Alter erreicht hat. Auch „Il Silenzio“, ein Trompetenstück, wurde gespielt, weil es vor 50 Jahren, also im Gründungsjahr des Vereins, in den Charts ganz oben stand.

Ansonsten erwiesen die Musiker ihre Referenz an Joe Cocker. An den vor kurzem verstorbenen Sänger mit der rauchigen Stimme erinnerten sie mit einem Potpourri. Ein anderer Held, allerdings auf der Leinwand, James Bond, kam ebenfalls zu Ehren. Ein Meddley aus verschiedenen Filmmusiken brachte das Orchester zu Gehör. Mit Experimenten hatten es die Musiker an diesem Abend, „The great locomotive Chase“ wurde nicht nur mit den Instrumenten gespielt, das Lokomotiven Rennen wurden auch mit vielen durch die Stimme erzeugten Laute dargestellt.

Das Publikum war rundweg begeistert von dem Konzert und wollte auch trotz erheblicher Dauer unbedingt noch zwei Zugaben hören.

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