Militärhistoriker Tobias Götz bereitet vierte Ausstellung vor

Erste Zimmerner fielen schon 1939 in Polen

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Der Klein-Zimmerner Tobias Götz bereitet seine vierte militärhistorische Ausstellung vor. Sie soll am Sonntag, 15. März, beim Kaffee- und Kuchennachmittag im Feuerwehrhaus stattfinden.

Klein-Zimmern - Der Zweite Weltkrieg als markantestes und zugleich dunkelstes Kapitel der deutschen Geschichte fasziniert und interessiert viele Menschen. Der Klein-Zimmerner Tobias Götz hat sich in den letzten Jahren nicht „nur“ tief- und hintergründig mit dem Thema befasst, sondern sich auch eine Aufgabe gestellt. Von Jens Dörr

Der Hobby- Militärhistoriker möchte den gefallenen Soldaten aus Groß- und Klein-Zimmern sowie Dieburg Gesichter und Namen geben und insbesondere ihren Werdegang in den Kriegsjahren nachzeichnen. Am 15. März präsentiert Götz bei seiner inzwischen vierten militärhistorischen Ausstellung erneut Ergebnisse und macht so Geschichte ein weiteres Mal nicht nur mit zahlreichen Karten und Dokumenten, sondern auch handfesten Exponaten und Dioramen erlebbar.

Diesmal hat der Klein-Zimmerner für seine Ausstellung den Titel „Von Polen bis die Waffen schweigen“ gewählt. Damit grenzt er die Schau auf die Kriegsjahre 1939 bis 1945 ein. „Die Zeit ab 1933 lasse ich aus, weil mir das zu politisch ist“, erläutert Götz seinen Plan. „Bei mir geht es wieder rein um die Militärhistorik.“ Alljährlich betont er das - auch und insbesondere gegenüber Behörden - aufs Neue. Schließlich sind öffentliche Informationen über das Dritte Reich stets ein sensibles Thema.

Kein unbeschriebenes Blatt mehr

Zupass kommt Götz allerdings, dass er - im positiven Sinne - kein unbeschriebenes Blatt mehr ist: Bei den ersten Ausstellungen vergewisserte sich unter anderem die Polizei vor Ort, dass es um die Vermittlung geschichtlichen Wissens, teils zugleich lokal heruntergebrochen, geht - frei von jeder Ideologie. In Klein-Zimmern selbst ist Götz ohnehin bekannt und anerkannt und über die Zweifel erhaben. Die vierte Ausstellung beginnt also mit dem Jahr 1939. „Schon beim Ausbruch des Krieges sind in Polen die ersten Zimmerner und Dieburger gefallen“, hat Götz, der viele Schicksale in einem sich fortschreibenden Buch festgehalten hat (wir berichteten), herausgefunden. „Je später man im Kriegsverlauf nachschaut, desto größer sind allerdings die Verluste“, hat er recherchiert. Besonders 1943 und 1944 erreichte das Sterben Zimmerner und Dieburger Soldaten einen traurigen Höhepunkt. „Viele sind in Stalingrad und Umgebung geblieben.“ Sie seien gleichwohl „an allen Fronten“ gewesen.

Die vierte militärhistorische Ausstellung von Tobias Götz findet am Sonntag, 15. März, im Klein-Zimmerner Feuerwehrhaus statt. Beginn ist um 15 Uhr. Im Rahmen der Veranstaltung findet auch der Kaffee- und Kuchennachmittag statt.

Anhand der Verlustzahlen wolle Götz diesmal zeigen, wie der Zweite Weltkrieg verlaufen ist. „Ich habe gemerkt, dass viele gar nicht mehr wissen, wie das war“, schildert er seine Motivation, einen Teil zum geschichtlichen Bewusstsein der Bevölkerung beizutragen. Konkret geschieht das in der diesjährigen Ausstellung unter anderem durch große Landkarten für jedes Jahr von 1939 bis 1945, auf denen Kreuze die getöteten Zimmerner und Dieburger Soldaten an genau jenen Stellen symbolisieren, an denen sie gefallen sind.

Hinzu kommen als besonders auffällige Exponate auch diesmal die mit Schaufensterpuppen dargestellten Dioramen, die in Lebensgröße Szenen aus dem Zweiten Weltkrieg darstellen.

So ist diesmal beispielsweise ein Wehrmachtsspind mit Soldat in Paradeuniform davor zu sehen, auch zwei Soldaten in Kampfausrüstung und Munitionspaketen. Zudem zeigt Götz einen Kriegsgefangenen mit russischer Jacke und zerrissener Hose.

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