Trotz einiger Schwierigkeiten erfolgreich ausgegraben

Klein-Zimmerner Kerb: Lächelnd der Tradition entgegen

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Das Ausgrabungsteam in voller Vorfreude darauf, endlich loszulegen.

Klein-Zimmern - Edith Hornung lernt schnell. Als Groß-Zimmnerin war sie offensichtlich nicht vertraut mit den Regeln der Ausgrabung der Klein-Zimmerner Kerb. Von Ulrike Bernauer 

Wie es das Schicksal so will, hat sie aber die richtige Nummer, die dazu berechtigt, die Kerburkunde vorzulesen, gezogen. Mit der Kerbrede war das Fest der Feste in Klein-Zimmern eröffnet. Benjamin Rotter musste jedoch der Zimmnerin vor Beginn erstmal erklären, was es mit dem Verlesen der Kerbunkunde auf sich hat. Aber schon einige Minuten später konnte Hornung Stimmung machen wie die Kerbfrauen – und das will was heißen. Die Dame, die die Ehre hatte, die Kerb zu eröffnen, gehört zu den regelmäßigen Besuchern der Kirchweih in Klein-Zimmern und läuft sogar mit dem Kerbverein Groß-Zimmern beim Umzug mit.

Die Feierlichkeiten begannen am Samstag mit dem Kerbgottesdienst, den in diesem Jahr Pfarrer Michael Merbitz-Zahradnik alleine hielt, da Pfarrer Christian Rauch verhindert war. Merbitz-Zahradnik beschäftigte sich in seiner Predigt mit dem Thema Lachen. Eine Kerb sei ein Anlass, fröhlich zu sein, manchem Zeitgenossen verginge allerdings angesichts der aktuellen Weltlage das Lachen, so der Geistliche. Zur Auflockerung erzählte der Pfarrer zwei Witze, denn Lachen – sofern man nicht jemanden auslache – sei sehr wichtig und zudem eine Freude und Entspannung, mit der auf einmal alles gut werden könne, so Merbitz-Zahradnik.

Nach dem Gottesdienst sollte es direkt fröhlich zugehen: Zur Kerbausgrabung zogen die Gottesdienstbesucher dann hinter die Kirche auf die Wiese, wo schon 100 kleine Felder darauf warteten, ausgegraben oder ausgestochen zu werden. Bettina Krumm schimpfte erst einmal, weil der Boden so hart war, dass sie sich sogar einen Bohrer herbeisehnte. Einem Zuschauer fiel beim Anblick der hart arbeitenden Kerbfrauen und Kerbborschten etwas anderes ein: „Die armen Regenwürmer“, sagte er. Die Laune war trotz der Schufterei gut, einer der Ausstecher machte sich ganz andere Hoffnungen: „Vielleicht finden wir ja Öl“, scherzte er. Das Schwarze Gold wurde am Ende der Grabungen nicht gefunden, dafür stieß man aber nach relativ kurzer Zeit auf die Dose mit der Kerburkunde. Allerdings bedeutete das Ausgraben derselben für Christian Silhanek noch einmal harte Arbeit, die Dose schien sich regelrecht im Boden festzukrallen. Beim Bergen stimmten die Klein-Zimmerner traditionell ihre Kerbhymne, das Gaaßelied, an. Gemeinsam zogen dann alle, Walter Götz mit dem Gaaßestab und der Urkunde voran, zum Feuerwehrplatz. Begleitet wurde der Zug von den Tönen des Katholischen Kirchenmusikvereins. Auf dem Platz rief Edith Hornung dann die Kerb aus und zehn weitere Ausgräber konnten sich über ihr Losglück und Sachspenden freuen.

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