Kreativ nach Feierabend

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Beeindruckt sind die Kinder von den Halbedelsteinen, die Helga Polenz anbietet.

Groß-Zimmern - Julia zum Hebel und Lissy Ihl strahlen. Ihre selbst gestalteten Karten verkaufen sich richtig gut. Von Ulrike Bernauer 

Die 12-jährigen Albert-Schweitzer-Schülerinnen basteln gerne und bieten ihre Kreationen in der Schule im Angelgarten (SiA) am Freitagnachmittag beim ersten Künstlermarkt „Kreatives am Feierabend“ zum Kauf an. „Die beiden sind unsere jüngsten Ausstellerinnen“, sagt Martina Müller, Vorsitzende des Fördervereins der SiA. Ein breites Spektrum an Ausstellern konnte sie gewinnen, die 27 Hobbykünstlerinnen kommen nicht nur aus Groß-Zimmern, sondern aus der ganzen Umgebung bis Frankfurt oder Fränkisch-Crumbach. Sehr unterschiedlich sind ihre Werke, in den Klassenräumen und im Foyer werden Holzdarbeiten, Stricksocken, Naturseifen, Vögel aus Glas oder weihnachtliche Dekorationen angeboten.

Sinn der Veranstaltung: für den Förderverein sollen Gelder erzielt werden, die Standgebühr geht an den Verein. Aber auch an andere haben die Eltern gedacht. Sie baten jeden Standbetreiber einen Gegenstand besonders zu kennzeichnen. Wird dieser verkauft, dann soll der Erlös für Flüchtlinge in Zimmern gespendet werden. Anbieterin Helga Polenz will das anders regeln, sie will einen bestimmten Prozentsatz ihrer Einnahmen spenden. Die Mineraliensammlerin aus Semd präsentiert Ketten und Armbänder aus Halbedelsteinen und hat einen Kreis von Kindern um sich versammelt. In einem Körbchen liegen geschliffene Steine und die Kinder sollen erraten, um welche Mineralien es sich handelt und dann den Namen aufschreiben. Der Drittklässler Engin hat sich einen Hämatit ausgesucht und findet es gar nicht so leicht, diesen Namen auf Papier zu bringen.

Auch sonst gibt es viel Unterhaltung für die Kinder. Jugendpfleger Tom Hicking hat mit den Schülern der Klasse 4a einiges aufgebaut, mit dem sich die Kinder beschäftigen können. Es kann gemalt oder gesägt werden. Auch die Pfadfinder sorgen für Amüsement, draußen brennt ein Feuer, über das Stockbrot gehalten wird. Birgit Trojan kreiert Glasvögel. „Die reisen unter dem Motto ‘flügge werden’ in der ganzen Welt herum.“ Sie präsentiert Fotos, unter anderem sind ihre Vögel in den Felsen eines Gebirges zu sehen. Sie war zuvor an der Schule und hat mit Schülern der zweiten und dritten Klassen zusammen gemalt. Claudia Unterleider und Barbara Wörtche blättern sich durch die bunte Sammlung. „Glasvögel konnte ich leider nicht mit den Kindern gestalten, dafür benötigt man einen Ofen, den man kaum transportieren kann“, sagt die Künstlerin.

Feuer fasziniert, und das um so mehr, wenn man auch noch Stockbrot darüber halten kann.

Begeistert sind die Kinder vor allem von einem weiteren Mitmachangebot: Aus kleinen Gummiringen in unterschiedlichen Farben können Ketten und Armbänder hergestellt werden. „Das ist der neuste Schrei“, sagt Mutter Meral Uzuncan, „die Loom-Armbänder findet man im Moment überall.“ Besonders angetan sind die Schülerinnen, hauptsächlich Mädchen wollen hier basteln, von diesen Produkten. Uzuncan hat eine Handytasche aus den bunten Gummibändern gefertigt. Beim Verlassen des Schulgeländes bleibt so mancher noch einmal stehen. Zu verlockend sind die Düfte, die einem entgegenziehen. Der ehrenamtliche Helfer Jürgen Federlin bietet frische Kartoffelpuffer an und an einem anderen Stand verkaufen Eltern heiße Waffeln sowie Punsch und Wintertee.

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