Kreisjugendfeuerwehr verteilt Geschenke an Flüchtlinge

Zeit des Schenkens und der Freude

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Vor dem Fest wird besonders an die vielen Flüchtlinge gedacht, die ohne Familie hier sind. Schön verpackt waren die Präsente für die Jugendlichen im Haus Lebrecht.

Groß-Zimmern - Sie tragen moderne Sneaker, enge Jeans und schicke Vesten. Aus ihren Hosentaschen lugt ein Smartphone heraus – das übliche Outfit junger Menschen also. Von Corinna Hiss 

Auf den ersten Blick sehen die Flüchtlinge, die sich im Haus Lebrecht versammeln, wie die meisten Jugendlichen aus, die durch die Straßen Groß-Zimmerns spazieren. Dabei sind sie aber völlig anders: Sie haben Dinge erlebt, die man sich nur schwer vorstellen kann und sie sind hier auf sich gestellt, ohne Familie, ohne Gewissheit, ihre Liebsten je wiederzusehen.

Fröhlich waren die jungen Flüchtlinge aber dennoch, vor allem angesichts des riesigen Geschenkebergs, der sich vor ihnen auftürmte. Seit Jahren schon verteilen die Jugendfeuerwehren des Landkreises Darmstadt-Dieburg Geschenke an Kinder und Jugendliche, die sonst vielleicht von niemandem etwas bekommen würden. Dieses Jahr haben sie dabei an die Flüchtlinge gedacht, die ohne Familie in Deutschland sind und im St. Josephshaus oder in anderen Einrichtungen im Landkreis untergebracht sind.

Stationäre Plätze vom Landkreis finanziert

„Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ werden sie genannt, ihre stationären Plätze im Haus Lebrecht, das zum St. Josephshaus gehört, von der Jugendhilfe des Landkreises finanziert. „Am schönsten ist es für uns zu sehen, dass die Jugendlichen sich wohl fühlen und sich zum Beispiel im Verein engagieren“, sagte Sozialdezernentin und Vizelandrätin Rosemarie Lück, die bei der Geschenkübergabe dabei war und vom Organisationstalent der Kreisjugendfeuerwehr begeistert ist. In Eigenregie haben die Jugendlichen die Initiative ergriffen. Geplant war, gut 1 000 Geschenke im Landkreis zu verteilen – zusammengekommen sind schließlich über 2 500. Aus Datenschutzgründen stehen keine Namen auf den Päckchen, dafür aber Merkmale wie „Junge ab vier Jahren“ oder „Mädchen bis zwölf Jahre“.

Feuerwehr mit "etwas anderem Einsatz"

Auch Markus Pelz, Leiter des St. Josephshaus, freute sich über den „etwas anderen Feuerwehreinsatz, der einfach passt“: Schließlich seien bei den Demonstrationen gegen Flüchtlinge auch viele Brandstifter mit dabei, denen die Feuerwehr das Handwerk legen will.

Im Haus Lebrecht leben elf Jugendliche unterschiedlicher Herkunft und Religion. Sie kommen aus Eritrea, Syrien, dem Kongo, Äthiopien oder Afghanistan. Viele von ihnen können schon deutsch, einige der Jungs kicken bei der Hassia Dieburg mit. „Die Flüchtlinge sind völlig unterschiedlich Menschen“, sagte Pelz, „was sie aber gemeinsam haben ist, dass sie in ihrer Heimat bedroht und verfolgt wurden und deshalb geflüchtet sind.“ Einige sind Muslime, tragen ein Kopftuch und kennen das Weihnachtsfest, bei dem die Geburt Jesu gefeiert wird, nicht. Die Aktion der Kreisjugendfeuerwehr zeigte aber, dass es doch um mehr geht: um Nächstenliebe und darum, ein Zuhause in der Fremde zu schaffen. „Unser Ziel ist es, dass die Jugendlichen unsere Sprache lernen, einen Schulabschluss machen und sich eine Zukunft aufbauen“, sagte Lück. Mit der Arbeit, die die vielen pädagogischen Fachkräfte im St. Josephshaus oder im Haus Lebrecht leisten, werden die richtigen Weichen gestellt.

Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Feick verteilte dann die Geschenke und lud dazu ein, auch einmal bei der Feuerwehr vorbeizuschauen. „Unsere Arbeit ist vielfältig“, warb er.

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