Dekorative Erinnerungen an Hochzeit und Polterabend

Künstlerin bastelt Mosaike aus Porzellansplittern

Ursula Burgdorf

Groß-Zimmern - Tassen, Teller und Vasen, die mit lautem Geklirre getreu dem Motto „Scherben bringen Glück“ auf dem Asphalt zerschmettern, landen nach dem Polterabend normalerweise in der Tonne. Nicht, wenn die Scherben den Weg zu Ursula Burgdorf finden. Von Katrin Muhl 

Die Künstlerin aus Zimmern zaubert seit sechs Jahren aus dem zerbrochenen Porzellan vergangener Polterabende dekorative Einzelstücke, die sie unter dem geschützten Namen „Das Poltermosaik“ vermarktet. Spätestens beim Zusammenfegen der Splitter wäre so manches Pärchen sicher froh, Freunde und Verwandte hätten ihr ungeliebtes Geschirr doch besser zuhause gelassen – am Ende der feucht fröhlichen Feier ist der Bruch doch sowieso nicht mehr zu gebrauchen. Oder?

Burgdorfs Bilder- und Spiegelrahmen, Schalen, Kugeln und Skulpturen in allen Größen und Formen sind regelmäßig „der Knaller“ auf Hochzeiten in ganz Deutschland. „Meine Kunden kommen aus der Region, aber auch aus Berlin, Bremen, München oder Freiburg. Seit einigen Jahren macht meine Schwester Angelika Berger Poltermosaike im Kölner Raum, da ich die große Nachfrage nicht mehr alleine bewältigen kann“, sagt die Künstlerin. In der Hochzeitssaison zwischen Anfang Mai und Ende September schafft sie um die 30 Exemplare. „Von kleinen Teelichthaltern in Herzform bis hin zu mannshohen Spiegeln ist so ziemlich alles dabei. Jedes Mosaik ist anders“, sagt sie.

Liegt zwischen Polterabend und Hochzeit eine Woche, ist es kein Problem, das fertige Poltermosaik mit viel Tamtam dem Brautpaar am großen Tag zu überreichen. Um den Wiedererkennungswert einzelner Porzellanteile zu erhalten, achtet die Künstlerin darauf, möglichst detailreiche Bruchstücke miteinander zu verfugen.

Dabei lässt sich längst nicht jedes Material gleich gut verarbeiten. „Manches ist sehr hart, das bekomme ich mit meiner Zange nur schwer in Form geknipst. Anderes ist so weich, dass es schnell verkratzt und nicht mehr schön aussieht“, erklärt die Expertin. Völlig ungeeignet seien etwa „billige, lasierte Tontöpfe“. In jedes Poltermosaik eingelassen ist ein Doppelherz-Logo aus Edelstahl - ein Beweis für seine Echtheit. Die Idee freilich, lässt sich nicht schützen. „Wir haben die Idee aufgegriffen, als unser Sohn geheiratet hat und aus den Polterscherben selbst einen Bilderrahmen gemacht“, gesteht einer von Burgdorfs Kursteilnehmern. Die Künstlerin nimmt’s gelassen, Aufträge hat sie eigentlich genug.

Trotzdem könnten es mehr sein, findet sie und hofft auf den anstehenden Hochzeitsmessen in Darmstadt undFrankfurt am Main mehr Paare und Trauzeugen für die ausgefallenen Erinnerungsstücke begeistern zu können. Wer nicht poltert oder schon gepoltert hat, darf sein Porzellan trotzdem bei Burgdorf abgeben. Aus dem elterlichen Kaffeeservice einer Freundin – „die letzte Erinnerung an Vater und Mutter“, wie Burgdorf weiß – entstand so ein ausgefallener Spiegel, aus dem zerbrochenen Lieblingsgeschirr der Oma eine wunderbare Schale.

Interessenten können sich bei Ursula Burgdorf, Am Roten Morgen 63, telefonisch melden  unter: 06071/44810, mobil 0178/3250478 oder sie per E-Mail unter u.burgdorf@poltermosaik.de kontaktieren. Nähere Informationen finden sich auch auf der Webseite: www.poltermosaik.de.

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