Anstatt zu einem Kartoffel- und einem Schlachtfest

Eine Feier ersetzt zwei: KuK lädt jetzt im Herbst ein

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Bewährtes Küchenteam: Bei Walter Götz und Dagmar Geßner vom Kultur- und Kerbverein geht"s um die Wurst.

Klein-Zimmern - Die Schürze um den Leib geknotet, das Häubchen auf dem Kopf, mit Grillzange und Pfannenwender hantierend, so kennt man Walter Götz. Von Ursula Friedrich 

Auch beim Herbstfest steht der Vorsitzende des Kultur- und Kerbvereins (KuK) an der Pole-Position, dem Grill, wo Blut-, Leber- und Bratwürste sowie Graisde (Bratkartoffeln) ihr Aroma verströmen. Trotz Dauerregens herrscht am Samstag unter der Festzeltplane des KuK am Gaaßeplatz bereits um die Mittagszeit gute Stimmung. An den Biertischgarnituren lässt sich das Publikum Herzhaftes aus der Küche des rührigen Vereins schmecken. „Ein Renner sind aber auch unsere Kartoffelpfannkuchen“, erzählt Dagmar Geßner. Das Erfolgsrezept am Samstag sind die heimischen Spezialitäten mit Zutaten von Klein-Zimmerner Äckern (Kartoffeln, Äpfel) und der Wurst vom hiesigen Metzger.

Anneliese und Hans Sachs wurden für 20 Jahre Mitgliedschaft beim KuK Klein-Zimmern geehrt.

Später wird mit selbstgebackenen Kuchen nachgelegt. Auch stellt sich unter der Zeltplane Gemütlichkeit ein. Die Kinder der Geißbergschule bastelten die Tischdekoration. Alles in Allem ist es ein Fest, das Zeugnis einer gelebten Dorfgemeinschaft ablegt. Dennoch haben die Gastgeber den kulinarischen Befindlichkeiten ihrer Gäste Rechnung getragen. „Früher hatten wir ein Schlachtfest (eine ganze Sau wurde sprichwörtlich verwurstet) und ein Kartoffelfest“, erzählt Dagmar Geßner. Beides verschmolz nun zu einer Veranstaltung. Beim KuK, der rund 120 Mitglieder zählt, findet sich stets ein Team, das die Veranstaltung stemmt.

Für Vereinschef Götz ist es vornehme Pflicht, am Grill für das Wohl der Gäste zu sorgen. Vielleicht stecke ihm die Liebe zum Kochen und Braten in den Genen, schmunzelt er, denn „mein Großvater war Bäcker. Ich profitiere auch sehr von Kochsendungen im Fernsehen.“ Zur Ziehung der Tombolapreise – es ist bereits Abend – verlässt der Chefgriller seine Küche, um die Gewinner auszuloben. Die glücklichen Sieger freuen sich über Einkaufsgutscheine im Einzelhandel vor Ort und Naturalien – der KuK über ein paar Einnahmen.

Die werden selbstlos eingesetzt. Um örtliche Vereine, die kleine Grundschule und die Kita in der Blumenstraße zu unterstützen. Oder Inventar anzuschaffen. Dank einer guten Ausstattung können die Vereinsaktiven inzwischen mühelos bis zu 120 Gästen aus eigener Kraft bewirten, ohne anderswo Messer, Gabeln, Tische oder Gasgrill leihen zu müssen. Und wenn Walter Götz seine Schürze anlegt, dann darf man sicher sein, dass reichlich und lecker aufgetischt wird.

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