Fraktionsvorsitzender der SPD Groß-Zimmern

Dieter Hader gleich mehrfach geehrt

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Überrascht wurde Dieter Hader (im bild mit Ehefrau Erika) von den Ehrungen.

Groß-Zimmern - Alle hatten dicht gehalten. Und so war Dieter Hader, bis zum gestrigen Tag Fraktionsvorsitzender der SPD Groß-Zimmern, tatsächlich sehr überrascht. Von Ulrike Bernauer.

Landrat Klaus Peter Schellhaas überreichte ihm im Rahmen des Empfangs den Ehrenbrief des Landes Hessen. „Es hat den Richtigen getroffen“, bemerkte Schellhaas trocken. Das sah offensichtlich nicht nur der Landrat so. Die „pragmatische“ Art lobte auch Bürgermeister Achim Grimm, der mit der CDU einer anderen Partei angehört. Hader sei zwar der SPD verschrieben, aber er hänge nicht an Ideologien, sondern arbeite im Gemeindeparlament an der Sache. „Wir haben so manche dicke Luft und so einige Fronten im Laufe der Jahre weggedrückt.“

Dieser Meinung schloss sich der Fraktionsvorsitzende der CDU, Friedrich Faust, an. Gemeinsam habe man auch in den vergangenen Monaten schwierige Entscheidungen in großem Einvernehmen getroffen, sei es nun die Kläranlage, neue Baugebiete oder das Ärztehaus. Er habe in dieser Zeit etwas gelernt: „Wenn Dieter Hader sagt, etwas geht nicht, dann ist das auch so.“

Viel vom Fraktionsvorsitzenden gelernt

Genossin Dagmar Wucherpfennig, Vorsitzende des Kreistags, bekannte, viel von ihrem Fraktionsvorsitzenden gelernt zu haben. „Du hast mich in meiner politischen Arbeit geprägt.“ Sie erinnerte an SPD-Klausuren auf der Moret, an die Hader noch andere Erinnerungen hatte. „Ich habe gekocht und die anderen haben geschält und geschnippelt.“

Bereits im Jahr 1975 trat Hader in die SPD ein, seit 1977 ist er im Zimmerner Gemeindeparlament. Den Fraktionsvorsitz hatte er seit 22 Jahren inne, bis gestern. Beim Empfang teilte er nämlich mit, dass er das Amt an Chris Kowal übergibt. Als Schwerpunkte seiner politischen Arbeit nannte er die Themen „Landschaft, Siedlungsflächen und Infrastruktur sowie Kultur, Vereine und Soziales.“ Auch seine weiteren Ziele sind für ihn klar. Seine gesammelten Erfahrungen will er in die politische Arbeit einbringen und auch noch weiter im Gemeindeparlament mitarbeiten.

Hader nimmt auch am nicht politischen Leben in Zimmern teil. Seit 1970 ist er Mitglied des Tennisclubs, von 1989 bis 1997 war er dort Vorsitzender. Beim Fanfarencorps war er Gründungsmitglied, der Feuerwehr gehört er an wie auch dem Arbeitergesangverein. Seine Hobbys sind Tennis und Skifahren, Radfahren will er ab dem Frühjahr zur Liste hinzufügen. Seinen Erfolg verdankt er auch seiner Frau Erika, seit 1974 sind sie verheiratet. Sohn Christian tritt in die Fußstapfen des Vaters, er ist aktuell Ortsvereinsvorsitzender der SPD in Zimmern.

Zweite Ehrung überrascht

Überrascht wurde Hader noch von einer zweiten Ehrung. Gerd Held hielt die Laudatio zur Verleihung der Willy-Brandt-Medaille. Dass ein Mann in dieser zweifachen Weise ausgezeichnet werde, habe er noch nicht erlebt. Während er den Landesehrenbrief als Anerkennung durch den Staat für seine Arbeit erhalte, sei die Willy-Brandt-Medaille eine Auszeichnung durch die SPD. „Es ist bundesweit die höchste Auszeichnung innerhalb der Partei. Diese seltene Ehrung wird an Mitglieder vergeben, die sich in besonderer Weise um die Sozialdemokratie verdient gemacht haben.“

Bis jetzt habe erst ein Zimmerner die Medaille erhalten, der unvergessene Johannes Held. Willy Brandt ist das Vorbild des Geehrten, der seinerzeit durch eine Betriebsgruppe der HEAG als Quereinsteiger zur Groß-Zimmerner SPD gekommen ist. Er habe durch die Erfahrungen und eine starke Vernetzung in der Region eine sehr realistische Position eingenommen und mit beiden Beinen auf der Erde gestanden, so Held. Zusammen mit Dieter Emig, mit dem er auch privat verbunden ist, habe er ein „Dream-Team“ gebildet. Im Laufe seiner Arbeit sei Hader klug und weise genug geworden, auch in Zeiten, in denen es für die SPD nicht so gut lief, nicht an der politischen Arbeit zu verzweifeln. Auch wenn Hader weiter parteipolitisch arbeiten will, kann er sich nun etwas mehr Zeit für seine Frau, seinen Sohn und seine Hobbys nehmen.

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