„Völlig neue Aufgaben“

Landkreis bedankt sich bei Katastrophenschützern

Darmstadt-Dieburg - Sie helfen bei schlimmen Massen-Karambolagen, dämmen Fluten ein, bergen Schwerverletzte aus explodierten Häusern und richten neuerdings auch auf die Schnelle Notunterkünfte für mehrere hundert Flüchtlinge her. Von Klaus Holdefehr 

Mit dem goldenen Katastrophenschutz-Abzeichen ausgezeichnet wurde jetzt der Klein-Zimmerner Joachim Köbel.

Organisiert sind sie im Deutschen Roten Kreuz (DRK), in Feuerwehren (FFW), im Technischen Hilfswerk (THW) und in der Kreisverwaltung. Einmal im Jahr bedankt sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg bei den Katastrophenschützern mit anerkennenden Worten, leckerem Essen und Auszeichnungen. 75 von ihnen waren jetzt nach Groß-Umstadt eingeladen, und das mitsamt Partnern, „denn dieses ehrenamtliche Engagement verlangt auch Angehörigen und Familien Einiges ab, und deshalb soll auch Ihnen unser Dank zuteil werden“, so Landrat Klaus Peter Schellhaas nach der musikalischen Begrüßung durch die Umstädter Goldkehle Nina Scherer in der Stadthalle.

Der Katastrophenschutz ist straff organisiert, und nicht jedem mag der auch in Uniformen seinen Ausdruck findende Hauch des Militärischen liegen, aber im Ernstfall, wenn schnelles, zielgerichtetes Handeln gefragt ist, bleibt kein Raum für basisdemokratische Grundsatz-Diskussionen. Auch fürs „Dankeschön“ durch Auszeichnungen gibt’s Regeln: Urkunden für alle, kleine Bronzeabzeichen für mindestens zehn Jahre Engagement, Silber für 25 und mehr Jahre, Gold für 40 und mehr Jahre. Am Ende wurde es dann aber locker und lecker, wofür vor allem die „Catering-Abteilung“ des THW Groß-Umstadt sorgte.

So weit die Nase reicht: Rettungshunde helfen bei Vermisstensuche

Ihr Ruf scheint legendär, hat nach großem Lob im vergangenen Jahr jetzt wesentlich die Ortswahl mitentschieden, wie Groß-Umstadts Bürgermeister Joachim Ruppert in seinem Grußwort mit gewissem Lokalpatriotismus vermerkte. Er fasste sich kurz, eilte wenig später zu einem kommunalpolitischen Termin. Die Ansprache von Landrat Schellhaas wurde etwas länger als die zehn Minuten, die er eingangs als Limit genannt hatte. Für die Überschreitung gab es aber einen guten Grund: das Thema Flüchtlinge, „das Sie und uns vor völlig neue Aufgaben stellt, die wir zudem nie geübt haben“, so der Landrat.

Der Sozialdemokrat zeigte sich aber mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Konsens: „Wir schaffen das!“ Das zeigten aktuelle Erfahrungen mit der Errichtung und Betreuung von Notunterkünften. Das Engagement der Ehrenamtlichen sei ausgeprägt und basiere auf einem starken, in 2000 Jahren abendländischer Kultur gewachsenen Wertesystem, „und deshalb muss auch keiner daherkommen und meinen, er müsste uns deutsche Werte erklären. Das können wir selbst, und deshalb schaffen wir das auch.“ Die Ehrungen nahmen der Landrat und Kreisbrandinspektor Ralph Stühling vor. Einen besonders großen Block stellten bei den Bronzenen und Silbernen Mitglieder der Schaafheimer Feuerwehr.

Rubriklistenbild: © Holdefehr

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