„Beim Dialekt fängt Sprache an“

Lions Club Dieburger Land

Groß-Zimmern/Dieburg - Viel wurde gelacht, weil man sich ertappt fühlte, um dann doch sehr nachdenklich zu werden. So die Reaktion auf den Vortrag des ersten Darmstädter Turmschreibers.

Paul-Hermann Gruner referierte kürzlich vor den Mitgliedern des Lions Club Dieburger Land, wie unsinnig manche Werbetexter vorhandene deutsche Wörter durch englische ersetzen.

Natürlich, und darauf wies Gruner hin, wurden schon immer Begriffe aus anderen Sprachen aufgenommen. Dies geschah immer dann, wenn nichts Entsprechendes existiere. Die hier übliche Lust, deutsche Wörter durch Pseudo-Anglizismen zu ersetzen, oder deutsche Phrasen eins zu eine ins Englische zu übertragen, scheint jedoch einzigartig zu sein. Verständlich, dass nicht nur Engländer über die deutsche Manie vieles in „denglisch“ auszudrücken den Kopf schütteln.

Zumal einiges von englischen Muttersprachlern mit anderer Bedeutung verwendet wird. Man solle sich einfach die Zeit nehmen und aufmerksam durch die Straßen flanieren. Und nicht überrascht sein, wenn ein „Coffee to go - auch zum Mitnehmen“ beworben wird, „sale“ für „Schlussverkauf“ steht, aus Kindern man „kids“ macht und schaurig wird es, wenn man statt eines „Rucksacks“ einen „bodyback“ erhält, was im Englischen für „Leichensack“ steht. Johann Wolfgang von Goethe hat einst gesagt: „Beim Dialekt fängt die gesprochene Sprache an.“ Bedauerlich ist daher, und darauf wies Paul-Hermann Gruner hin, dass immer mehr deutsche Dialekte verschwinden. Bedenklich aber auch, dass der Deutsche scheinbar keinen Wert darauf legt, mit seiner eigenen deutschen Sprache sehr achtsam und liebevoll umzugehen.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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